Christliche Banken: Anlegen mit Moral

Es geht nicht immer nur ums Geld allein. Christliche Banken wollen vielmehr ihre christlichen Werte auch im Finanzsektor verbreiten. Mit sozialen, ökonomischen und umweltbezogenen Zielen sollen die Anlagen nicht nur der Geldvermehrung, sondern der Welt und dem Leben an sich dienen.

Ethisch investieren in christliche Banken

Neben anderen Kriterien wie zum Beispiel der Rendite, geht es bei ethischen Geldanlagen um Umweltaspekte oder soziale Fragen. Investitionen in Atomkraft oder in Projekte, die in Zusammenhang mit Kinderarbeit stehen, werden beispielsweise ausgeschlossen. Christliche Banken bieten somit Anlageformen an, bei denen die Unternehmen, in welche man investiert, moralisch handeln.

Im Folgenden werden einige der Kirchenbanken in Deutschland vorgestellt.

KD-Bank: Bank für Kirche und Diakonie

Die KD-Bank ist nach eigenen Angaben eine Genossenschaftsbank mit christlichen Werten und Wurzeln. Kunden, die aus Kirche und Caritas kommen, sollen sich bei der KD-Bank darauf verlassen können, dass sie soziale Verantwortung – auch in Bezug auf das angelegte Geld – übernimmt. Für die eigenen Wertpapieranlagen wie Sparbücher setzt die der evangelischen Kirche angehörige Bank einen sogenannten Nachhaltigkeitsfilter ein. So werden – in Zusammenarbeit mit Institutionen wie der oekom research AG – für die verschiedenen Unternehmen und Länder Ratingnoten nach den Nachhaltigkeitskriterien ermittelt.

Pax-Bank

Die Pax-Bank arbeitet christlich orientiert und nach einem Ethik-Kodex. Dieser beinhaltet unter anderem das Handeln zum Wohle aller. Die Verantwortung im unternehmerischen Sinne und die ethische Verpflichtung bilden demnach eine Einheit. Anlegen kann man bei dieser Bank zum Beispiel in einen Ethik-Fonds. Kunde kann werden, wer kirchlichen oder kirchennahen Institutionen, wie einem Verein unter katholischer Trägerschaft angehört oder beispielsweise ein Theologiestudium absolviert.

Steyler Bank

Die in Bonn gegründete Steyler Bank ist die einzige Missionsbank in Europa. Legt man hier sein Geld an, so fließen die Gewinne der Bank an Missionare und Missionsschwestern. Auch hier werden die Geldanlagen nach ethischen Gesichtspunkten geprüft, sodass es beispielsweise darauf ankommt, was die Unternehmen für die Gemeinschaft tun. Um bei der Steyler Bank Kunde zu werden, ist die Zugehörigkeit zu einer kirchlichen Institution keine Voraussetzung, was sie auch für konfessionslose Geldanleger interessant macht.

LIGA Bank

Kirchliche Kunden können bei der LIGA-Bank sparen. Die katholische Genossenschaftsbank, welche von 34 Priestern gegründet wurde, schreibt Solidarität groß und setzt die Einlagen für soziale Projekte wie zum Beispiel Behinderteneinrichtungen ein.

BKC-Bank

Die Bank für Kirche und Caritas eG (BKC) bietet ebenfalls nachhaltige Geldanlagen an, die von Kirchengemeinden, kirchlich-caritativen Einrichtungen und hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Geld gefüllt werden können. Die BKC-Bank gehört zusammen mit der Pax-Bank und der LIGA Bank deutschlandweit zu den größten katholischen Banken.

Ordensbank

Die Bank für Orden und Mission unterstützt weltweite Projekte, welche von der Missionszentrale der Franziskaner initiiert werden. Durch die Gewinne werden Menschen in den ärmsten Ländern unterstützt und beispielsweise Brunnen oder Schulen gebaut. Als Zweigstelle gehört sie zu der VR-Bank Untertaunus eG.

Weniger Dispozinsen

Stiftung Warentest hat verschiedene Banken unter die Lupe genommen und herausgefunden, dass die meisten Kirchenbanken günstige Dispokredite anbieten. Christliche Banken, an vorderster Front die BKC-Bank (sechs Prozent), fordern demnach weniger Zinsen für die Überziehung des Girokontos.

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