Chemie in Textilien: So schütze ich mich vor schädlichen Substanzen

Chemie in Textilien: So schütze ich mich vor schädlichen Substanzen

Unfälle wie dieser lassen aufhorchen: Mitte März wurden 60 Mitarbeiter eines Bekleidungsunternehmens beim Entladen eines Frachtcontainers durch Gase verletzt, die der Kleidung entwichen waren. Wie kann man sich durch diese Gefahr schützen?




Unwohlsein und Übelkeit

Kurz nach dem Betreten des Containers klagten die Mitarbeiter plötzlich über Schwindel und Übelkeit sowie Reizungen der Augen. Wenig später stellte die Feuerwehr Gaskonzentrationen im Container fest. Neue Arbeiter mussten ins Krankenhaus gebracht werden, der Rest wurde vor Ort ambulant behandelt. Was für giftige Chemieausdünstungen hatten sich in der Kleiderladung des Containers konzentriert?

Bis zu 1.900 chemische Substanzen in der Kleidung

In der Textilindustrie kommen zurzeit bis zu 1.900 chemische Substanzen zum Einsatz, von denen laut Aussagen von Experten 1.700 nicht oder nicht ausreichend auf ihre Ungefährlichkeit in Bezug auf die Umwelt- und Gesundheitsverträglichkeit getestet sind. Um die Fasern der Kleidung resistent zu machen, werden ihnen beispielsweise Fungizide und Bakterizide beigemischt. Auch Formaldehyd, Dispersionsfarbstoffe und Epoxidharz werden häufig genutzt – und können als Rückstände in neuen Klamotten vorhanden sein. Die Folgen sind nicht zu unterschätzen: Einige der Substanzen können in den Hormonhaushalt eingreifen, andere sind krebserregend oder erzeugen allergische Reaktionen wie Asthma oder Hautausschlag.

Wie kann man sich am besten vor Chemie in der Kleidung schützen?

Sich allein auf die Beschriftung der Etiketten oder seine Nase zu verlassen, hilft hier leider nicht wirklich. Die Angaben auf den Etiketten sind oft lückenhaft, und einige der chemischen Substanzen kann man nicht riechen. Das Beste ist es, neue Wäsche immer vor dem ersten Tragen zu waschen. Vorher macht es Sinn, beim Kauf auf Gütesiegel zu achten: Kleidung, die ohne schädliche Chemikalien hergestellt wurde, erkannt man an den Labels GOTS, Cradle to Cradle und Bluesign.
Mit dem EU-Ecolabel (der sogenannten „Ökoblume“), dem Blauen Engel oder dem Ökotest Standard 100 versehene Kleidungsstücke wurden vor dem Verkauf auf Schadstoffe hin getestet. Wer Kleidungsstücke mit diesen Zeichen erwirbt, dürfte sich in Sachen „Chemie in der Kleidung“ auf der sicheren Seite befinden.


Bild: Fotolia, 16408933, Darren Baker

Eine Meinung

  1. Vielen Dank für die Informationen Post zu teilen. Ich schätze Ihre Arbeit und hoffen auch in Zukunft so. Kein Zweifel, chemische Substanzen sind sehr schädlich.

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