CD Rezension: Interpol „Our love to admire“

Nun originell waren Interpol noch nie. Wer in den 80ern Joy Division oder Echo and the bunnymen lauschen durfte, erlebte bereits bei der ersten Platte ein Deja-Vu. Allerdings war dies von äußerst angenehmer Natur. "Turn on the bright lights" wirkte wie die zeitgemäße Fortführung de Stiles der alten Heroen. In der internationalen Indie Szene blieb der Erfolg auch beim jungen Volk nicht aus, das nichts von den alten Hasen ahnte. Da trafen sich die Generationen auf den Tanzflächen der Szeneclubs.

"Our love to admire" vermag leider nicht derartige Begeisterungsstürme auszulösen. Bereits "Antics" wirkte wie ein dezent blasserer Zwilling des Erstlings, blieb für sich genommen aber weiterhin famos. Während der zweite Streich noch als Etablierung des eigenen Stiles durchgehen mag, müssen sich Interpol bei "Our love to admire" den Vorwurf der Stagnation gefallen lassen. Denn getan hat sich nicht viel bei den Herren um Paul Banks. Der düstere Albumopener "Pioneer to the falls" mag zuerst versöhnlich stimmen, bleibt zugleich aber der Höhepunkt der CD. Bereits die fast schon uninspirierte Single "The Heinrich Maneuver" ließ es erahnen: Interpol gehen die Ideen aus. Klar, "Mammoth" lädt zwar mit einem eingängigen Refrain zum Tanzen ein, kann jedoch nicht mit bandeigenen Klassikern wie "Obstacle 1" oder "Slow Hands" mithalten. "Spare me the suspense" singt Herr Banks da…Na ja, etwas mehr "suspense" hätte Liedern wie "All fired up" oder "Who do you think" beileibe nicht geschadet.

Das größte Problem von "Our love to admire" ist, dass man sich als geneigter Interpol Fan denkt "Irgendwie haben wir das alles schonmal gehört…Nur besser". "The Heinrich Maneuver" ist kein "Evil", das sich dahinschleppende "The Lighthouse" ist kein "NYC" und selbst das an sich gute "Pioneer to the falls" ist eben doch kein "Stella was a diver and she was always down". Die Luft ist raus. Interpol haben letztendlich dreimal das gleiche Album aufgenommen und dabei kontinuierlich im Songwriting abgebaut. Es scheint als würde sich die Band mit dem Mangel an Weiterentwicklung selbst ihr eigenes Grab schaufeln…Eine düstere Vision die zur bedrückenden Stimmung der Songs passen mag, aber dem eigentlichen Potential der Gruppe nicht gerecht wird. Schade.

4 Meinungen

  1. aber alle kaufen auch dreimal das gleiche album. und das in „schnäppchen-country“! ich mag das album. ich finde auch das booklet schön. es ist ihnen im großen und ganzen gut gelungen. und der song heißt „the heinrich maneuver“, denn wenn es „evil“ wäre, dann würde er auch „evil“ heißen. interpol sind mir angenehmer als solche pfeifen wie „mando diao“, die mit immer gleichem gepose und gegröle die ringelpulli-crowd zum kreischen bringt. und wenn es nicht die sind, dann sind es halt „the hives“. da ist dann immer alles „evil“. da schlaf ich dann auch schnell mal bei ein.

  2. Hi Kaethe!Interpol und Mando Diao zu vergleichen führt nicht zu viel, finde ich…Das sind gänzlich unterschiedliche Bands. (Persönliche Anmerkung: Ich mah Mando Diao auch nicht, grins.)Allerdings müssen Interpol es sich gefallen lassen, dass man ihr neues Album mit den vorherigen vergleicht. Besonders, da keine Weiterentwicklung erkennbar ist. Und die Songs werden – meiner Ansicht nach- nicht besser. Etwas frischer Wind würde einfach nicht schaden. Wie das geht zeigen etwa die Editors, welche auch dem Post Punk fröhnen, sich aber bereits auf ihrem Zweitling deutliche Progression zeigen.Das Artwork fließt in meine CD Rezensionen nicht ein, das ist sicherlich gelungen, da geb ich dir recht :-).

  3. Hi, wir basteln gerade an ner Radioplattform für alternative Musik: http://www.mcracy.com, vielleicht ist das für dich interessant. Im Moment kommt man nur mit folgendem Login auf die Website: delmonico. Über Feedback würden wir uns freuen. Beste Grüße vom Mond

  4. Keinesfalls kann dem zugestimmt werden! Ansicht eines Durchschnittskonsumenten?Die Band steigert sich von LP zu LP und es gibt nichts Vergleichbares zu heutigen Bands die mich fast alle einfach nur langweilen.Fast!!! QOTSA, Sonic Youth und z.B. Stereolab auch nicht.Bei diesen Bands gibt es nämlich zum Glück keine Weiterentwicklung! Und was bedeutet eigentlich „Weiterentwicklung“ im Auge des Betrachters oder dem Ohr des Zuhörers???? Solche geniale Musik lässt keine großartige Weiterentwicklung zu! Dann würde man ja deren Platten nicht mehr kaufen wollen.

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