CD-Rezension: Dave Gahan „Hourglass“

Dave Gahan hat doch ein cooles Leben: Bewunderer so weit das Auge reicht, eine Familie, Geld noch und nöcher, private und berufliche Entfaltung ohne Einschränkungen: Was will dieser Mann mehr? Gut…Es gab da auch diese dunklen Seiten: Kreative Kastration in seiner Hauptband, Drogensucht und Suzidversuche. Letzten Endes ist Gahan einer dieser Männer, die ihr Leben im Exzess leben müssen. Und genau deswegen werden sich seine Fans noch lange an ihn erinnern – auch und gerade an seine Soloausflüge neben Depeche Mode.

Sein zweites Album "Hourglass" lässt die rockigen Elemente des Vorgängers weitgehend hinter sich. Die Songs sind wesentlich dunkler und getragener, wie bereits der elegische Opener "Saw something" unterstreicht. Diese Platte mit einem langen, sperrigen Stück zu beginnen zeugt von Mut. Langsame Beats, Streicher und ein schwarzmalerischer Frontmann entführen uns in eine schattige Welt voller Selbstzweifel und Neurosen "I sit and I wait  and I stare / Still wishing for a divine intervention to lift me from my chair".

Neben dem hervorragenden Opener bestechen vor allem "Miracles", welches das poppigste Stück ist, das Sigur Ros leider niemals geschrieben haben und "Use you", das klingt als ob sich die Sneaker Pimps und Marilyn Manson zusammengerauft hätten. Weitere Anspieltipps sind das schwermütig-elektronische "Insoluble" wie der Industrial Ausflug "Endless".

Wem die letzten beiden Depeche Mode CDs zu experimentell waren und wer David Gahan am liebsten in seinen dunkelsten Stunden mag, der liegt bei "Hourglass" ganz sicher nicht daneben. Der Verlust der Gitarren mag am Anfang schmerzen, doch mehr Konsistenz und ausgefeiltere Songs machen den Zweitling im direkten Vergleich mit "Paper Monsters" zum besseren Album.

5 Meinungen

  1. Dave Gahan hat wieder einmal ein wunderbares Album auf den Markt gezaubt. Einfach mal reinhören, man wird bestimt nicht enttäuscht.Das Album besticht hauptsächlich durch die dunklen Passagen und lässt die fehlenden Gitarren kaum vermissen.Thx a lot Gahan

  2. Endlich mal wieder etwas von Dave, es gibt keinen besseren Künstler der Neuzeit!

  3. Das Dave ein wunderbvarer Kuenstler ist stimm ich zu, aber dass er der BESTE ist kann ich einfach nicht glauben.

  4. Ein super Album, für mich war das eine richtige Überraschung nachdem das erste Album mich nicht ganz so überzeugt hatte. Schwungvoller aber auch tiefgehender als Paper Monster kommt Hourglas daher! Fazit: Daumen hoch für Dave!

  5. Nicht ganz die Power von Depeche Mode, aber auf andere Art sehr gut. Anspieltip: Kingdom, Use You

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