Brettspiel vs. Computergame – wer gewinnt?

Brettspiel vs. Computergame – wer gewinnt?

Deutschland gilt als einer der größten Erfinder von Brett- und Gesellschaftsspielen der Welt. Nirgends ist die Entwickler- und Spielerszene so groß wie in der Bundesrepublik. Sich an einem verregneten Wochenende mit Freunden zum Spielen zu treffen, ist mindestens so gut wie ein Party-Abend im Club.

Dabei ist die Auswahl an Spielen schier endlos – von simplen und unterhaltsamen Kartenspielen über anspruchsvolle Strategiespiele ist auf dem deutschen Brettspielmarkt alles dabei.

Immer mehr Brettspiele werden zu Computerspielen – die Gaming-Industrie holt sich ihre Inspirationen aus den Gesellschaftsspiel-Klassikern. Es gibt praktisch kein erfolgreiches Brettspiel mehr, das es nicht vom Brett auf die Konsole, den PC oder das Smartphone geschafft hat. Den Anfang machten in den 90er-Jahren schon die Siedler von Catan und auch Carcassone gehört zu einem der Mega-Erfolge. Auch Automatenspiele, wie zum Beispiel der Casinoklassiker Mega Moolah sind beliebt.

Die Brettspiel- und die Computergame-Szene arbeiten immer mehr Hand in Hand, Entwickler wechseln die Seiten und jeder inspiriert jeden. Dabei hat jede Spielart ihre Vor- und Nachteile. Sie sind dabei aber so verschieden, dass es schwer ist, einen klaren Gewinner auszumachen.

Die Vorteile der Brettspiele liegen auf der Hand

Brettspiele stehen für Gesellschaft, soziales Beisammensein und schöne Abende mit Freunden oder der Familie. Sie strahlen deutsche Gemütlichkeit aus, können meist von Jung und Alt gespielt werden und der Interaktionsaspekt beim Spielen ist hoch. Zudem liegt der Fokus bei einem Brettspiel wirklich auf dem Spiel und in der Regel werden nicht nebenbei noch drei andere Sachen gemacht. Die Verbindlichkeit ist höher und mal eben schnell zwischendurch eine Runde spielen ist nur schwer möglich.

Brettspiele: Umständlicher und oft ohne mögliche Erweiterungen

Brettspiele sind durch ihre Ortsgebundenheit deutlich weniger flexibel und erfordern mehr Fokus und Zeitaufwand. Sie sind etwas behäbiger als Computerspiele, weshalb nicht jeder sie mag. Häufig muss mehr erklärt werden und wer einfach nur spielen will, kann von ausgiebigen Diskussionen über Spielzüge oder Regeln genervt sein.

Auch sind Brettspiele meist nur bis zu einem gewissen Grad skalierbar. Das heißt: Mehr als die auf der Packung genannte Anzahl an Spielern kann nicht mitspielen. Zudem müssen diese Spieler überhaupt erst einmal gefunden werden. Wer spielen möchte, aber niemanden findet, der ebenfalls Zeit hat, hat bei einem Brettspiel das Nachsehen und muss sich anders beschäftigen.

Computergames: Die Vorteile

Computerspiele sind in der Regel schneller, automatisiert, langwieriges Erklären fällt weg und wer einfach nur zocken möchte ist mit einem virtuellen Game besser bedient. Auch können Computerspiele von überall gespielt werden und sind somit vielfältiger einsetzbar. Auf dem Handy hat man sein Lieblings-Computergame immer dabei und kann selbst kurze Wartezeiten beim Arzt oder im Bus für eine schnelle Runde nutzen.

Darüber hinaus können Computerspiele häufig mit viel mehr Menschen gespielt werden als Brettspiele. Zwar funktioniert das Zusammenspiel nur virtuell – die virtuellen Räume sind aber meist größer als das heimische Wohnzimmer wodurch viel mehr Gegner oder Mitspieler infrage kommen. Auch können online immer Mitspieler gefunden werden, selbst wenn die Freunde keine Zeit haben. Weiterhin bieten Computerspiele noch Ergänzungen an, die Brettspiele nicht haben. Dadurch ist das Computergame meist ergiebiger als das Brettspiel, das nach dem immer gleichen Muster gespielt wird.

Nintendo Switch

Computergames: Beiläufigkeit und weniger soziale Interaktion

Dass die virtuellen Spiele jederzeit mal schnell nebenbei gespielt werden können, kann jedoch auch einen negativen Beigeschmack haben. Das Spiel selber steht vielleicht gar nicht mehr so sehr im Vordergrund, sondern primär der daraus resultierende Zeitvertreib. Zudem entfällt bei Computerspielen der starke interaktive Aspekt. Zwar kann auch mit den virtuellen Mitspielern gechattet werden oder beim gemeinsamen Konsolenspiel sind natürlich Unterhaltungen möglich, dennoch sind Brettspiele bekanntermaßen noch geselliger.

Auch sind Computerspiele viel unverbindlicher. Wer in einem virtuellen Spiel merkt, dass er nicht mehr gewinnen kann, kann sich einfach ausloggen und gehen. Am Wohnzimmertisch mit allen Familienmitgliedern oder Freunden im Raum ist das nur schwer möglich und Verlierer müssen sich ihren Niederlagen stellen.

Hybrid-Spiele als Mittelweg zwischen Brett- und Computerspielen

Immer mehr Firmen setzen mittlerweile auch auf sogenannte Hybrid-Spiele. Dabei werden Brettspiel und Computergame miteinander verbunden und um das Brettspiel dann sinnvoll spielen zu können, ist eine App-Erweiterung nötig. Werden Brettspiele nur als App angeboten wie zum Beispiel ein Puzzle, achten Entwickler immer darauf, dass es zusätzliche Features gibt, die das Brettspiel nicht hat.

Was ist nun besser?

Einen klaren Gewinner zwischen Brettspielen und Computergames zu benennen ist praktisch nicht möglich. Dafür sind die beiden Spielevarianten zu verschieden. Es hängt immer ganz davon ab, was man mag und was gerade in den Zeitplan passt. Der interaktive Aspekt von Brettspielen ist unschlagbar und spaßige Abende um einen großen Tisch mit einem schönen Spiel bleiben lange im Gedächtnis. Dennoch haben nicht immer genügend Leute Zeit, um gemeinsam zu spielen und die Möglichkeiten von Brettspielen sind begrenzt. Computerspiele sind deutlich flexibler, unverbindlicher und bieten viel mehr Möglichkeiten – dafür fehlt ihnen allerdings auch der starke soziale Aspekt und die verbindende Komponente. Hybridspiele können eine Alternative sein, die beide Welten miteinander verbindet.

Artikelbild: Pixabay, 1140711, Aenigmatis

Foto 2: Pixabay-2154437_ant2506

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