Gerade die Blutgruppen Bestimmung ist bei der Behandlung von Menschen ein absolutes Muss, denn werden die Antigene unterschiedlicher Gruppen gemischt, kommt es zur Verklumpung (Agglutination).
Bevor im Jahre 1901 das ABO-System von dem Wiener Arzt Karl Landsteiner entdeckt wurde, wofür dieser 1930 auch den Nobelpreis für Medizin verliehen bekam, war die Übertragung von Blut eher ein Spiel mit dem Glück, denn entweder hatten Spender und Empfänger die selbe oder eine verträgliche Blutgruppe, oder eben nicht und der Empfänger starb an den Folgen der Behandlung.
Vererbung von Blutgruppen
Nach dem heute international anerkannten System von Karl Landsteiner unterscheiden wir vier Blutgruppen (A, B, AB, 0) und mehrere Untergruppen und Variationen. Hinzu kommt jeweils der Rhesusfaktor. Darunter versteht man ein Protein, das auf der Zellmembran der roten Blutkörperchen sitzt. Am wichtigsten ist das Antigen D, dass – wenn man es besitzt, zum Rhesusfaktor-positiv, im anderen Fall zum Rhesusfaktor-negativ führt.
Die Vererbung der Blutgruppen geschieht nun wie folgt: Da die Blutgruppen A und B dominant gegenüber der Gruppe 0 und zueinander gleich-dominant sind, ergeben sich mit hoher Wahrscheinlichkeit bei den folgenden Elternkombinationen folgende mögliche Kombinationen der Blutgruppen des Kindes:
A-A –> A
A-B –> AB
A-AB –> A
A-0 –> A
B-B –> B
B-0 –> B
AB-AB –> AB
AB-0 –> A oder B
0-0 –> 0
Mit Ausnahme der letzten Kombination, die mit einer Wahrscheinlichkeit von 100 % zu der angegebenen Blutgruppe führt, können die anderen Kombinationen in mehr oder weniger wahrscheinlichen Fällen auch andere Blutgruppen Vererbungen hervorbringen.
Häufigkeit der Blutgruppen
Die Häufigkeit der Blutgruppen richtet sich nach der Völkergruppe, die man betrachtet. In Europa haben die meisten Menschen (42,5 %) die Blutgruppe A, dicht gefolgt von der Blutgruppe 0 (37 %). Weit abgeschlagen hingegen die Blutgruppen B (14 %) und AB (6,5 %). Sehr interessant ist diese Tabelle über die Häufigkeit der Blutgruppen. Darin werden nämlich auch kleine bzw. besondere Völker wie die Maya oder die Blackfoot Indianer angeführt. Besonders bei letzteren fällt auf, dass es keine Blutgruppe B gibt.
Gerade im japanischen Raum misst man der Blutgruppe nicht nur eine Bedeutung auf Ebene der Medizin zu, sondern auch auf Ebene des Charakters. Mit Blutgruppen-Typen arbeitet darüber hinaus die Blutgruppendiät. Diese richtet ihren Diätplan nach den für jede Gruppe neutralen, guten und schlecht-verträglichen Lebensmitteln aus.