Blick in die Welt: Hier hat das neue Jahr schon begonnen

Blick in die Welt: Hier hat das neue Jahr schon begonnen


Der 1. Januar ist außerhalb der westlichen Kultur nur ein Tag von vielen. Das liegt daran, dass man sich in anderen Teilen der Welt an besonderen Kalendern orientiert. Wann das neue Jahr in den Weltreligionen Islam, Hinduismus, Judentum und Buddhismus beginnt und wie es willkommen geheißen wird, zeigt diese Übersicht.

Muslime gedenken des Aufbruchs Mohammeds aus Medina

Das muslimische Neujahr hat bereits begonnen. Und zwar am 2. Oktober 2016. Der islamische Kalender richtet sich nach dem Mond. Da das muslimische Jahr außerdem um 11 Tage kürzer ist und es keine Schaltmonate gibt, wandert der Termin, an dem Neujahr gefeiert wird, jährlich nach vorn.

Das muslimische Neujahr erinnert an den Tag, an dem der Prophet Mohammed von Medina nach Mekka auswanderte. Es ist ein Tag der Einkehr und gilt gemeinhin als Gedenktag nicht als Anlass für ausgelassene Feiern. Manche Familien kommen zu einem Festessen zusammen, das traditionell aus sieben Zutaten besteht. Jede davon hat eine symbolische Bedeutung. Mehlbeeren-Süßgebäck, grüne Weizentriebe, ein Apfel, Essig, Knoblauch und eine Münze stehen für Wohlergehen, Fruchtbarkeit, Gesundheit und Glück.

Hinduisten auf Bali zelebrieren absolute Stille

Der Hinduismus kennt als drittgrößte Weltreligion viele Formen und auch viele Kalender. Am bekanntesten aber ist wohl das Neujahrsfest, das sich am Kalender Bikram Sambat orientiert. Es wird jedes Jahr im April oder Mai begangen. Traditionell ziehen dann bunte Karnevalszüge durch Dörfer und Städte.

Eine Ausnahme jedoch ist Bali. Das hinduistische Neujahr besteht dort aus Feierlichkeiten, die sich über mehrere Tage hinwegziehen. Der wichtigste davon ist Nyepi, ein Tag der Stille und Meditation. Im Jahr 2016 war er am 9. März. An Nyepi darf niemand seine Wohnung verlassen, alle öffentlichen Einrichtungen haben geschlossen. Die Lichter bleiben aus, Geldautomaten außer Betrieb. Durch die absolute Stille und Lichtlosigkeit, soll es Geistern unmöglich gemacht werden, auf die Insel zu finden. Schließlich sind sie am Tag zuvor sind mit einer lauten farbenprächtigen Zeremonie vertrieben worden.

Juden ziehen moralische und religiöse Bilanz

Zwar kann man auch am 31. Dezember in der Partystadt Tel Aviv Silvester feiern. Offiziell anerkannt ist dieser Tag jedoch nicht. Am 1. Januar muss jeder zur Arbeit erscheinen. Im Judentum gilt Rosch ha-Schana als Neujahr. Nach dem gregorianischen Kalender fällt es in den September oder die erste Oktoberhälfte. Rosch ha-Schana markiert den Beginn der biblischen Schöpfung und erinnert an den Bund, der zwischen Gott und Israel geschlossen wurde.

Das jüdische Neujahr soll die Menschen dazu veranlassen, in sich zu gehen, sich vom Bösen abzuwenden und gut zu handeln. Um die Menschen an ihre moralischen Pflichten zu erinnern, ertönt im Morgengottesdienst ein Widderhorn, der Schofar. Rosch ha-Schana dauert zwei Tage. In den Familien isst man Brote, die nicht länglich sondern rund gewickelt sind und so den Jahreskreislauf symbolisieren. Dazu gibt es Äpfel, die mit Honig bestrichen werden – damit das neue Jahr gut und süß werde.

Buddhisten in Thailand bewerfen sich mit Babypuder

In Thailand, Kambodscha, Myanmar und Laos beginnt das neue Jahr Mitte April. In Kambodscha dauert das Fest drei Tage und ist in seiner Bedeutung mit Weihnachten zu vergleichen. Traditionell wird es im Kreis der Familie gefeiert. Auch religiöse Zeremonien zählen dazu. Am ersten Tag besucht man zum Beispiel ein Pagode und bringt den Mönchen etwas zu essen mit. Vor den Buddhastatuen wird dann gebetet, man dankt dem heiligen Buddha für das vergangene Jahr und bittet um Glück für das kommende.

Im Nachbarland Thailand ist das Neujahrsfest zumindest in den Großstädten eine große Wasser- und Babypuderschlacht. Der Brauch rührt daher, dass ursprünglich Buddhastatuen und Familienälteste mit Wasser übergossen und anschließend mit Babypuder bestäubt wurden, als Zeichen für Fruchtbarkeit und viel Nachwuchs und somit eine gesicherte Zukunft im Alter.

Bildquelle: Fotolia, 5481793, QuangBuiPhotography

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