Bhutan: Eine Reise zu Jetsun und Jigme

Dieses kleine, abgeschiedene Reich am Ende der Welt, so groß wie die Schweiz, mit nur 700.000 Einwohner, die überwiegend versuchen, mit Hilfe von Subsistenzwirtschaft zu überleben, erkämpft sich seinen ganz eigenen Weg in die Moderne.

Und dies mit beeindruckendem Mut – dem Mut, neue Wege zu begehen und nicht die Fehler der großen Industriestaaten zu wiederholen.

Jetsun und Jigme

Seit dem 13. Oktober 2011 hat der bis dato begehrteste Junggeselle Asiens, Jigme Khesar, eine, „junge, aber warmherzige und gütige“ Königin als Unterstützung für die anfallenden Reformen. Jigme, der jahrelang auf einem Internat war, eine Führungsakademie besuchte und ein Politikstudium in Oxford absolvierte, wurde erst 2008 gekrönt. Sein Vater, Jigme Singye, war zuvor freiwillig zurückgetreten, um einen Modernisierungsprozess einzuleiten. Der junge König, der begeisterter Elvis-Fan und Mountainbiker ist, hat sich dafür ausgesprochen, diesen Prozess fortzusetzten.

Seine Braut, Ashi Jetsun Pema, ist eine Bürgerliche aus dem „Land des Donnerdrachens“. Die 21-Jährige Tochter eines Piloten hat nach ihrem Internatsbesuch in Indien ein Studium in Politik, Psychologie und Kunstgeschichte in London angefangen, was sie wahrscheinlich nach ihrer Hochzeit fortsetzen wird, v.a., da der König angekündigt hat, sich für ein „Drachenbaby“ noch etwas Zeit zu nehmen.

Die Liebesgeschichte der Beiden ist so romantisch, wie die zerklüfteten Felsen und Bergflüsse des Landes Bhutan selbst. So soll der damals 17-Jährige Prinz ihr als 7-Jährige versprochen haben, wenn sie groß sei und niemanden gefunden habe, werde er selbst sich um sie kümmern – ein König, der zu seinem Wort steht!

Das Herrscherpaar, welches durch gemeinsame Hobbys, wie Kunst, Basketball und Fotografie verbunden ist, hat sich eine kleine Hochzeitsfeier gewünscht, bei der keine ausländischen Royals eingeladen worden sind, nichtsdestotrotz wollte das Volk feiern und so wurde drei Tage lang auf das junge Glück angestoßen.

Demokratie in Bhutan

Im Gegensatz zu vielen anderen Völkern, haben die Bhutanesen nicht für eine Demokratie gekämpft. 2006 erklärte der König seine Abdankung zugunsten seines Sohnes und freie Wahlen, die zu einer konstitutionellen Monarchie führen sollten, für das Jahr 2008. Sein Volk steht diesen Reformierungsprozessen skeptisch gegenüber, da aber der König befohlen hat, die Demokratie einzuführen, gehorchen sie.

Vermutlich suchen Bhutans Herrscher den schnellen Weg zur Demokratie, um den Schicksal Sikkims zu entgehen. Sikkim ist heute ein Bundesstaat von Indien, war aber vorher ein eigenständiger Nachbarstaat Bhutans, bei dem die indische Regierung sich aufgrund von inneren Unruhen berufen fühlte, einzumarschieren- und es zu annektieren.

Bruttosozialglück

Das oberste Ideal des buddhistischen Staates ist das „Bruttosozialglück“, d.h. ein Gleichgewicht zwischen materiellen Fortschritt und spirituellem Wohlbefinden. Dies ist eine Erfindung von König Jigme Singye, die auf folgende Bereiche Wert legt: Ökologie, Kultur, gute Regierungsführung, Bildung, Gesundheit, Lebendigkeit der Gemeinschaft, Zeitnutzung, psychisches Wohlergehen und Lebensstandard.

Des Weiteren hat der Gebirgsstaat eine immense Natur und Artenvielfalt: Tiger, Leoparden, Bären, asiatische Wildelefanten, Moschustiere, Hirsche, Wildschweine, Blauschafe, Königskobras, Lochottern, Warane, Kraniche, Geier, Goldlanguren, Pandabären, Panzernashörner und viele mehr.

Laut des Bruttosozialglücks ist eine intakte Umwelt wichtig für den Menschen, daher steht in Artikel 5 der Verfassung, dass jeder Bürger die Pflicht habe, die reiche Biodiversität Bhutans zu bewahren und jede Form ökologischen Schadens zu vermeiden. Dies ist auch der Grund, warum Bhutan sich nur sehr langsam für den Tourismus öffnet. Das Land fürchtet die ökologischen Schäden des Massentourismus; und konnte sich auch erst 1999 dazu durchringen, das Fernsehen einzuführen. Das bedeutet aber nicht, dass das Land primitiv sei, viele Menschen in den Städten sprechen perfekt Englisch, Rauchen und Drogen sind jedoch bei hoher Strafe verboten.

Probleme und Konflikte

Jedoch ist das „Land des Donnerdrachens“ nicht nur ein Paradies. Ein Fünftel der Bevölkerung lebt in Armut; die Jugendarbeitslosigkeit ist sehr hoch, und das kleine Land, das in beständiger Angst vor einer Verwässerung seiner Kultur lebt, kam 1988 zu dem Schluss, dass es zu viele Nepalesen dort gäbe. Darauf setzte eine Bhutanisierung ein, alle Menschen mussten sich einem bestimmten Verhaltenscodex in Kleidung und Sprache unterwerfen. Später wurden viele Nepalesen vertrieben und werden noch heute in Flüchtlingslagern unterdrückt.

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