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    Start » Best Of Both Worlds
    Technik

    Best Of Both Worlds

    30. Oktober 20063 Minuten Lesezeit

    Der Zuschauer vor dem Fernsehschirm mag seufzen und stöhnen "Och nee, nicht schon wieder der Jauch.", dem indes ist´s egal. Mit immer den gleichen Sprüchen und der stets gleichen Optik verwandelt er das durchschnittliche Wohnzimmer in einen Ort, an dem die Zeit stehen zu bleiben scheint. Der Tag des Murmeltiers. Natürlich lässt er sich fürstlich für seine Bemühungen entlohnen. Es sei ihm im Grunde sogar gegönnt. Ich gehöre allerdings zu denen, die ebenfalls gern mal eine andere Nase als den stets identisch agierenden Jauch in den diversen Shows, Magazinen und Sportsendungen sehen würden.

    Was ich jedoch inakzeptabel finde, ist die Art und Weise, in der Herr Jauch ansonsten mit der Öffentlichkeit, bzw. deren Informationsbeschaffer, den Medien umgeht, sobald er nicht für die Präsenz in selbigen bezahlt wird. Sicher können Sie sich noch an die Geschichte rund um die Eheschließung des Paars Jauch/Sihler erinnern. Weit im Vorfeld hatte Mr. Omnipräsenz die (Print-)Medien des Landes anwaltlich aufgefordert, nicht über das Ereignis zu berichten. Bekannte Magazine, wie der Focus hatten für eine solche Vorgehensweise zu Recht nur Spott übrig. Andere Vertreter, vornehmlich der YellowPress indes, konnten nicht auf die Berichterstattung verzichten, weil sie von solchen Berichterstattungen leben. Was soll bitte die BUNTE in ihr Periodikum schreiben, wenn sich plötzlich alle, die sich gern von der Öffentlichkeit bezahlen lassen, dagegen sperren, auch ansonsten in der Öffentlichkeit zu stehen? Eben!

    Abgesehen davon, hilft die regelmäßige Berichterstattung auch über das Privatleben von Prominenten deren jeweiligen Marktwert oben zu halten. Wer macht denn die Unterscheidung zwischen A- und B-Prominenz erst? Ohne Publicity keine Zuschauernachfrage, keine Engagements, kein Geld. Sollen sich doch die ganzen derzeitigen Überflieger mal ansehen, was aus vormaliger Prominenz wird, wenn die öffentliche Aufmerksamkeit abnimmt.

    Wie die ZEIT in ihrer aktuellen Ausgabe 44 (S. 84) berichtet, stapeln sich die diversen Klageschriften der Jauchs bereits auf eine Höhe von 1,50 Meter. Das jüngste Anwachsen des Stapels ist bedingt durch eine Klage gegen die Zeitschrift BUNTE. Diese hatte sich nämlich nicht von der Androhung der Jauchs hinsichtlich der Hochzeitsberichterstattung abhalten lassen, Fotos über eine Mauer hinweg schießen können und diese auch veröffentlicht. Dokument der Zeitgeschichte, meint die BUNTE, keine Einwilligungspflicht des Betroffenen.

    Die Jauchs sehen das nicht so und wollen die Konfrontation mit den Medien nun auf eine neue Stufe heben. Erstmals wird nicht nur auf Schmerzensgeld geklagt, sondern auch auf einen zusätzlichen finanziellen Ausgleich in Höhe des Marktwertes der Bilder. Mit anderen Worten, Jauchs wollen, wenn schon fotografiert, auch dafür bezahlt werden. Ohne Geld das Gesicht in die Kamera zu halten ist Herrn Jauch offenbar nicht vorstellbar.

    (Foto: www.pixelquelle.de / El-Fausto)

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