Bemannt und unbemannt: Nachfolger für Tornado-Jet geplant

Das Bundesverteidigungsministerium plant, die im Schnitt 20 bis 30 Jahre alten Tornado-Kampfjets der Bundesluftwaffe durch ein Nachfolgemodell zu ersetzen. Schon im kommenden Jahr soll mit den europäischen Partnern über eine Neuentwicklung gesprochen werden.




Langfristige Planung

Im Zuge einer langfristig angelegten militärischen Luftfahrtstrategie plant das Verteidigungsministerium ein „Next Generation Weapons System“, das mit einem revolutionären Novum daherkommen soll: Der neue Jet soll wahlweise bemannt oder unbemannt in die Lüfte steigen können. Nach weiteren Analysen sollen weitere Anforderung für eine Ausschreibung festgelegt werden. Erste Gespräche hierfür mit den europäischen Partnerländern sind bereits für das kommende Jahr geplant, denn aufgrund der hohen Komplexität eines solchen Waffensystems wäre technologischer Alleingang nicht machbar.

Tornados bleiben noch ein paar Jahre in der Luft

Mit dem Tornado soll ein Kampfjet ersetzt werden, dessen erste Exemplare im Jahr 1981 in Dienst gestellt wurden und von dem bis zum Jahr 1992 350 Exemplare an die Bundeswehr ausgeliefert wurden. Heute sind noch knapp 90 Stück im Dienst. Die mittlerweile zwischen 23 und 34 Jahre alten Maschinen wurden in der Vergangenheit mehrfach auf- und umgerüstet. In der Aufklärungsversion sind sie mit hochsensiblen Kameras ausgestattet, die hochauflösende Bilder und Infrarotaufnahmen beidseitig der Flugbahnaufnehmen können. Die sechs Tornados, die derzeit die Franzosen gegen den IS unterstützen, sind angeblich eigens wegen dieser Fähigkeiten angefordert worden. Derzeit wird geprüft, ob die Tornado-Jets noch bis zum Jahr 2035 eingesetzt werden können. Dies könnte tatsächlich erforderlich sein, denn die Planungs- und Umsetzungsphase für ein Fluggerät dieser Art kann erfahrungsgemäß schnell mal 15 Jahre oder länger in Anspruch nehmen.

Drohnen als Alternative?

Neben der teils bemannt/teils Drohne-Option gibt es auch eine Diskussion, die auf die Entwicklung von Drohnen als kompletter Ersatz für Kampfflugzeuge hinausläuft. Die Befürworter geben als Argumente dafür an, dass der Flugzeugführer nicht mehr gefährdet wäre, seine teure Ausbildung eingespart werden könnte und dass Drohnen viel günstiger in Sachen Forschung, Entwicklung und Anschaffung sind.


Fotonachweis: Thinkstock, 178610200, iStock, Dragunov1981


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