Am Tag als Bashir Wali Mohmand starb

Photo: pixelquelle.de

Eigentlich könnte Sri Lanka ein Pardies sein. Wären da nicht die ethnischen Spannunngen, die in einen seit 1983 anhaltenden Bürgerkrieg mündeten. 

Die Neue Zürcher Zeitung meldet heute eine Zunahme der Kämpfe auf Sri Lanka. Neue traurige Höhepunkte sind das Attentat auf den pakistanischen Botschafter in Colombo und der angebliche Beschuss eines Kinderheims. Pakistan gilt als einer der wichtigsten Waffenlieferanten für Sri Lankas Armee. Auf wessen Rechnung also dieses Attentat geht, scheint unschwer zu erkennen zu sein.

Anders sieht die Sache bei dem gemeldeten Angriff auf das Kinderheim aus. Während die der LTTE nahe stehende Seite Tamilnet berichtete, die Schule hätte einen Kurs in „Leadership, Self-Awareness and First Aid" angeboten und dazu auch gleich noch die passenden Opferphotos präsentiert, kommt die Armee nach einer eigenen Untersuchung natürlich zu anderen Ergebnissen.

Das bombardierte Gebäude sei aus Regierungssicht ein Trainingslager für Kindersoldaten der Tamilen-Rebellen der LTTE und damit ein „legitimes militärisches Ziel" gewesen, sagte ein Regierungssprecher. „Alter und Geschlecht zählen nicht, wenn es zum Kampf kommt", so die martialisch Auskunft. Als Reaktion ordnete die Regierung die sofortige Schließung aller Schulen für die nächsten zwei Wochen an. Als Grund gab das Bildungsministerium an, die Schulen würden für internationale Sportveranstaltungen gebraucht.

Während UNO-Generalsekretär Kofi Annan in dem gleichen Dilemma steckt und keiner der beiden Parteien die Schuld zu weisen möchte, hat die EU Ende Mai gehandelt. Sie setzt die LTTE auf die Liste der Organisationen, auf die die EU besondere Maßnahmen zur Bekämpfung des Terrorismus anwendet.

Das Problem bei diesem Konflikt ist das Gleiche, wie bei vielen anderen: der ungehinderte Zugang zu Informationen. Nun kann man die Tageszeitungen der Insel studieren. Aber schnell wird man feststellen, objektive  Informationen gibt es nicht. Hinzu kommt das repressive Klima auf das Amnesty International verweist. 

Dabei sind wir bei aller Kritik an der Parteilichkeit der deutschen Medien in Konfliktsituationen in einer guten Position. Immerhin übernehmen die deutschen Medien nicht einfach ungeprüft Statements der beiden Konfliktparteien.   

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