Afghanistan Einsatz: Soldaten, Staaten, Todesopfer

Ende 2001 beschloss der Deutsche Bundestag auf Antrag der von Gerhard Schröder geführten rot/grünen-Koalition an der Terrorismusbekämpfung in Afghanistan, sowie am ISAF-Einsatz zur Stabilisierung Afghanistans teilzunehmen. Die Bundeswehr wird seit 2007 zunehmend in Kämpfe verwickelt. Dabei bleiben auch Todesopfer nicht aus. In den Medien wird seit einiger Zeit über den geplanten Abzug der deutschen Truppen berichtet – ein genaues Datum steht indes noch nicht fest.

Am Afghanistan Einsatz beteiligte Staaten

Damit ist Deutschland eine von 47 Nationen, die am ISAF-Einsatz teilnehmen (Stand August 2010). Insgesamt sind rund 120.000 Soldaten im Einsatz, davon die meisten aus NATO-Staaten (115.000). Am stärksten vertreten sind mit etwa 78.000 Soldaten die Vereinigen Staaten, danach folgt Grobritannien mit 9.500 und Deutschland mit 4.590. Die wenigsten Truppen entsenden Österreich mit drei, Island mit fünf und Irland mit sechs Soldaten. Auch fernöstliche Staaten wie die Mongolei (195) und Südkorea (270) nehmen teil, sowie Australien mit 1.455 und Neuseeland mit 205 Soldaten.

Die Todesopfer durch den Afghanistan Einsatz

Bisher starben beim Einsatz über 2400 Koalitionssoldaten, davon 49 der Bundeswehr sowie drei deutsche Polizisten. Die Todeszahlen der afghanischen Truppen und Aufständischen sind unbekannt. Zu den Toten unter der Zivilbevölkerung liegen nur wenige offizielle Angaben vor, die ihrerseits sehr unterschiedlich sind: Professor Marc Herold bezifferte im Oktober 2003 die Anzahl der zivilen Todesopfer auf 3.100 bis 3.600. WikiLeaks veröffentlichte im Juli 2010 Berichte des Afghan War Diary aus den Jahren 2004 bis 2009, in denen 24.155 Tote im Zusammenhang mit dem Krieg (also Militär, Aufständische, Zivilbevolkerung) genannt werden. Laut dem Jahresbericht der Vereinten Nationen von 2010 wurden 2.777 afghanische Zivilisten getötet, rund 15% mehr als 2009. Allerdings entstammt die hohe Zahl an zivilen Opfern nicht nur durch militärische Operationen der Vereinten Nationen, auch bei den Militäraktionen der Taliban sterben regelmäßig Zivilisten.

Nun stellt sich die Frage, wie sich der Tod Bin Ladens auf den Afghanistan Einsatz auswirken könnte. Zwar ist die Taliban nicht zu verwechseln mit der Al-Quaida, dennoch hatte Bin Laden in Afghanistan nicht wenige Anhänger bzw. kooperierte mit den Taliban vor der Invasion der NATO-Truppen. Im ungünstigsten Fall könnte dies für die ISAF-Truppen einen noch höheren Druck durch die Taliban bedeuten, was gleichzeitig auf allen drei Seiten noch mehr Tote fordern würde. Auf der anderen Seite könnte sich sein Tod gleichzeitig demotivierend auf die Taliban auswirken, quasi ein Zeichen dafür, dass es selbst für den größten Dschihadisten keine Sicherheit gibt. Diese Frage wird in naher Zukunft beantwortet werden.

2 Meinungen

  1. Immer wieder traurig, dass dort Menschen sterben!

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