Ägypten-Ausstellung in der Völklinger Hütte verlängert

Ägypten-Ausstellung in der Völklinger Hütte verlängert

Wegen des großen Besucherandrangs wird die Ausstellung „Ägypten – Götter. Menschen. Pharaonen“ bis zum 12. April 2015 verlängert. 115.000 Besucher kamen im vergangenen Jahr aus dem In- und Ausland, um sich ins alte Ägypten entführen zu lassen. Die Konzeption der Ausstellung in der Gebläsehalle der Völklinger Hütte wird von Besuchern und Presse gleichermaßen gelobt.
 

Das zeigt die Ausstellung

Fast alle 250 Ausstellungsstücke stammen aus dem renommierten Museum Egizio Turin. Nach dem Museum von Kairo ist das Egizio Turin das bedeutendste ägyptische Museum der Welt. Es beschäftigt sich ausschließlich mit der altägyptischen Kultur und besitzt über 32.000 archäologische Fundstücke und Kunstwerke, die aus verschiedenen Sammlungen und eigenen Ausgrabungen stammen. Es gilt als eines der wichtigsten Museen Italiens – viele der wertvollen Exponate sind zum allerersten Mal in Deutschland zu sehen.
Die Geschichte des alten Ägyptens erstreckt sich über viele tausend Jahre, wie dem Besucher auf einem großformatigen Zeitstrahl im Eingang dargestellt wird. In der Frühzeit (5. und 4. Jahrtausend vor Christus) waren die die Gräber prunkvoll ausgestattet, so dass sich Forscher ein gutes Bild von der damaligen Kultur machen können. Es folgten die zahlreichen Dynastien von Pharaonen mit beeindruckender Architektur- und Bildzeugnissen. Auch viele Schriftzeugnisse belegen die Entwicklung in Literatur und Geschichtsschreibung. Das alte Ägypten kannte verschiedene Schriftarten, darunter die Hieroglyphen (die übrigens im Turiner Museum Egizio erstmalig entziffert wurden).

Tief verankert in vielen Mythenerzählungen ist der ägyptische Götterhimmel. Die Götter hatten teils Tiergestalt, teils menschliche Gestalt. Unter den Ausstellungsstücken finden sich kunstvolle Darstellungen als Hund, Falke oder Löwe. Für diese Götterstatuetten ist die zurückhaltende Präsentation in Völklingen, die dem einzelnen Objekt viel Raum gibt, ideal.

Frühgeschichte trifft Industrialisierungsgeschichte

So wie in der Völklinger Hütte wurde ägyptische Kultur noch nie präsentiert. Die Exponate sind zwischen den Gebläsemaschinen in einzelnen Vitrinen aufgebaut und beleuchtet. Dort stehen sie nun zwischen den Giganten, die den Wind für die Hochöfen erzeugten, als dort noch Eisenerz verhüttet wurde. Der Kontrast zwischen Zeugnissen aus der jahrtausendealten ägyptischen Kultur und den Industrierelikten aus jüngster Vergangenheit erzeugt eine einzigartige Spannung für den Ausstellungsbesucher.
Die Völklinger Hütte ist seit 1994 UNESCO Weltkulturerbe; sie war das erste Industriedenkmal, das von der UNESCO anerkannt wurde. Für den Rundgang sollten Sie zwei bis drei Stunden einplanen. Der Rundweg führt durch die Rohstofflager zu den ehemaligen Hochöfen. Dort geht es bergauf: Die Gichtbühne verbindet alle sechs Hochöfen in 27 Meter Höhe – ein einzigartiges Panorama. Vergessen Sie nicht den Fotoapparat: Das Magazin Chip zählt die Völklinger Hütte zu den 50 schönsten Foto-Locations in Deutschland.

Praxistipps:
• Öffnungszeiten täglich 10 Uhr bis 18 Uhr
• Eintrittspreis 13 €, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre, Schüler und Studenten bis 27 Jahre frei
• Katalog, 290 Seiten 24,50 Euro, ISBN 978-3884234846
• Die Ausstellung wird begleitet von einer Ringvorlesung, jeweils dienstags um 18.30 Uhr, in der Gebläsehalle (bis 17. März), der Eintritt ist frei
• Mehr Informationen gibt’s auf voelklinger-huette.org

Bildherkunft: Pressebereich Voelklinger Hütte

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