20 Jahre MP3: Musikformat mit vielen Mythen

20 Jahre MP3: Musikformat mit vielen Mythen

MP3 machte es möglich, Musik übers Internet zu transportieren und auf besonders kleinen Playern zu hören. Im Lauf der Zeit jedoch haben sich einige Mythen um das Format gerankt, die so nicht unbedingt stimmen.    





Innovation aus Erlangen

1995 wurde das MP3-Format im Fraunhofer-Institut für integrierte Schaltungen in Erlangen nach Jahren der Forschungsarbeit zur Serienreife gebracht. Das neue Verfahren zum Komprimieren von Musik war entgegen der Meinung vieler kein wirtschaftliches Minusgeschäft: An dem Dateiformat hat nicht nur große Firmen wie Apple verdient, sondern auch das Fraunhofer-Institut – mit jährlichen Lizenzeinnahmen in Millionenhöhe. Dabei war es nicht der einzige Welterfolg der Forscher aus Erlangen, wie viele meinen – die Folgetechnologie AAC läuft auf acht Milliarden lizensierten Digitalradios, -fernsehern oder Streamingdiensten, ist aber weniger bekannt.
Was viele ebenfalls nicht wissen: Die Entwicklung von MP3 ist immer noch nicht abgeschlossen.
Bis heute arbeiten die Forscher und Entwickler des Fraunhofer-Instituts an diesem Format – etwa dann, wenn es zum Beispiel von der Windows-32-Bit-Version zur Windows-64-Bit-Version adaptiert werden muss. Aufgaben wie diese beschäftigen heute noch etliche Mitarbeiter.

Vorurteil: MP3 klingt schlechter als eine CD

Seit Erscheinen des MP3-Formats hält sich immer wieder das Gerücht, das die Klangqualität aufgrund der Komprimierung der Klänge gegenüber der einer CD abfallen würde. Dagegen spricht, dass selbst Menschen dem absoluten Gehör häufig keinen Unterschied zwischen einer CD und einer MP3-Muskidatei wahrnehmen konnten. Und was viele gar nicht wissen: Dateiformate wie MP3 oder AAC können theoretisch sogar eine höhere Audioqualität besitzen, da sie in der Lage sind, einen wesentlich höheren Dynamikumfang abzubilden. Hinzu kommt, das die Wahrnehmung von Musik sehr subjektiv ist und von mehreren Faktoren abhängt: Vom Zustand des betreffenden menschlichen Gehörs ebenso wie von den Wiedergabegeräten und der Räumlichkeit, in der die Musik gehört wird.


Bild: Thinkstock, 469084260, iStock, Stefano Tinti

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