10 Prognosen zum Start der neuen Bundesligasaison – ein satirischer Ausblick

Die graue, fußballlose Zeit ist vorbei! Endlich erwartet den sehnsüchtig harrenden Fußballfan wieder seine wöchentliche Fernsehpflichtveranstaltung: die Fußball-Bundesligasaison 2011/12. Wie immer sind viele Fragen offen: Wer wird Meister? Wer steigt ab? Und welcher Trainer wird als erstes gehen müssen? Germanblogs nennt hiermit schon einmal einige zukünftige Begebenheiten, die sich so oder ähnlich möglicherweise zutragen werden. Aber Achtung! Die ein oder andere folgende Prognose enthält eine gehörige Portion Satire.

Prognosen zum Start der Bundesligasaison 2011/12: Die Top 10

1

Sparkurs im Norden

Aufgrund mangelnder Erfolge in den letzten Jahren und fehlender Europapokaleinnahmen gehen dem Hamburger SV und Werder Bremen langsam die Rücklagen aus und das erfordert außerordentliche Maßnahmen. In Bremen setzt man dabei auf die Mitwirkung der Spieler: So erhöht man die Strafgelder der Mannschaftskasse um 500 Prozent und führt diese dem Vereinsvermögen zu. Außerdem finden Trainingslager nur noch in Jugendherbergen statt und sämtliche Reisekosten müssen von der Mannschaft getragen werden. In Hamburg führt man auf geschickte Weise die Stadionausgaben herunter und erhöht gleichzeitig die Einnahmen, indem man erstmalig mehrere Sponsoren im Stadionnamen unterbringt. Die DFL erlaubt dem HSV außerdem, dass in der Amazon-Kinowelt-Kaufland-Arena eine Saison lang keine Flutlichtspiele ausgetragen werden müssen. Den Fans wird aufgetragen, regelmäßig bekannte Werbejingles anzustimmen, sowie alle fünf Minuten im Chor das aktuelle Zwischenergebnis zu rufen, um die abgeschalteten Videowände zu ersetzen.

2

Internationaler Fußball in Mainz & Hannover

Anfang April 2012 empfängt der FSV Mainz 05 den Bundesligakonkurrenten Hannover 96 zum Viertelfinalrückspiel in der Europa-League und gewinnt nach einem todlangweiligen Spiel nur durch ein Eigentor des Hannoveraners Jan Schlaudraff mit 1:0. Während der Mainzer Coach Tuchel sich über den Erfolg nicht recht freuen kann, ist Gäste-Trainer Mirko Slomka nach dem Ausscheiden erleichtert. Er sei sich nun sicher, dass sein Team die Rheinhessen im Abstiegskampf angesichts der weggefallenen Doppelbelastung hinter sich halten kann. Hannover rangiert zu diesem Zeitpunkt knapp vor Mainz auf Rang 16 der Bundesligatabelle.

3

Immer Ärger mit den Fans auf Schalke

Ralf Rangnick geht in seiner zweiten Amtszeit auf Schalke in seine erste vollständige Saison. Und wie bei den von ihm trainierten Mannschaften üblich, kehrt ein stürmischer Offensivdrang in das Spielsystem der Knappen ein. Zwar geschieht das manchmal zu Lasten der Defensive, dennoch steht der FC Schalke 04 in der Hinrunde weitestgehend auf einem Europa-League-Platz. Nach dem berauschenden 7:7 im Derby bei Borussia Dortmund platzt jedoch dem Fansprecher der Blau-Weißen der Kragen: Man wolle zurück zur alten Zu-Null-Taktik von Huub Stevens, die Massen an Gegentoren „gehen uns Fans gewaltig auf die Nüsse.“ Rangnick versteht das nicht ganz und versucht zu vermitteln: In der Vergangenheit hätten die Fans doch oft vehement mehr Offensive und Tore gefordert. Darauf der Fansprecher: „Es gehört zum Alltag auf Schalke, dass der Trainer von uns kritisiert wird. Weswegen ist erstmal zweitrangig. Daran muss sich auch ein Ralf Rangnick gewöhnen.“

4

Der Saisonverlauf der Aufsteiger

Mit völlig unterschiedlichen Erwartungen gehen die beiden Aufsteiger FC Augsburg und Hertha BSC Berlin in ihre Bundesligasaison 2011/12. Während in der Hauptstadt die schnelle Rückkehr auf Europas Fußballplätze anvisiert wird, backt man in Augsburg kleine Brötchen und möchte sich erstmal in der Liga halten. Doch nach der Saison sieht alles anders aus: Die Schwaben mit ihrem unscheinbaren Trainerfuchs Jos Luhukay werden 30 Spieltage lang nicht ernst genommen und erreichen trotz der vier Niederlagen am Ende Rang fünf und dürfen nun statt der Hertha internationale Fußballluft schnuppern. Demgegenüber verpassen die Berliner ihr hohes Ziel völlig und steigen wieder ab. Nach insgesamt zwei Saisonsiegen und neun Punkten dürfen sich die Herthaner dabei aber wenigstens in etliche Negativrekordlisten eintragen, die bislang scheinbar uneinholbar vom viel belächelten lokalen Nachbarn Tasmania Berlin angeführt wurden.

5

Manuel Neuer in München

Premiere am 15. Spieltag in München: Vor dem Heimspiel gegen Werder Bremen wird Manuel Neuer während des Warmmachens erstmalig nicht von den eigenen Fans ausgepfiffen – allerdings nur weil der Nationaltorwart sich frustriert in der Kabine eingeschlossen hat, um erst zum eigentlichen Spiel einzulaufen. Uli Hoeneß explodiert nach der Partie zum wiederholten Mal vor der Kamera und kündigt an, die Südkurve zur VIP-Tribüne umzugestalten und den Preis der günstigsten Karte auf 25 € anzuheben. „Dies sei bei der Frauen-WM ebenfalls gängig gewesen und dennoch habe man sich an vollen Stadien und positiver Stimmung erfreuen können“, so der Bayern-Präsident.

6

Freiburg und der Doppelpass

Am 19. Februar geschieht das Unfassbare: Der SC Freiburg wird erstmalig in der gesamten Bundesligasaison 2011/12 in der Sport-1-Talkrunde Doppelpass erwähnt. Nach einer bisher unscheinbaren Spielzeit im unteren Mittelfeld war es der Redaktion des Sportsenders bislang keine Sendezeit wert gewesen, neben den Titelaspiranten Bayern und Dortmund sowie den Chaosvereinen Schalke und Hamburg auch noch über die Truppe aus dem Breisgau zu diskutieren. Ein überraschendes 2:2 gegen FC Bayern München am 22. Spieltag bringt dann ausnahmsweise doch einmal den Namen Freiburg ins Spiel, allerdings auch nur ansatzweise. Bild-Reporter Matthias Sonnenberg verlegt in seinem Statement kurzerhand den Spielort, als er erklärt, „die Nürnberger hätten bei den zahlreichen Angriffen der Bayern kompakt gestanden“ und der zugeschaltete Alt-Experte Udo Lattek wundert sich, denn „es hätte bei einem Pokalspiel gegen einen unterklassigen Verein doch Verlängerung geben müssen.“

7

Magaths neue Methoden in Wolfsburg

Felix Magath regiert wieder in der VW-Stadt und will an das Meisterjahr 2009 anknüpfen. Dazu fordert er wie stets absolute Disziplin von den Spielern sowie uneingeschränkte Kontrolle über sämtliche Bereiche des Vereins. Nachdem der Coach aber neben der täglichen Aufsicht über die Rasenpflege und einem ständigen Update über den Leistungszustand des Mannschaftsbusses auch noch regelmäßig die Speisekarte des VIP-Bereichs verlangt, um daran seine Korrekturen vorzunehmen, macht Wolfsburgs Noch-Präsident Haase von einem seiner letzten verbliebenen Rechte Gebrauch und entlässt Magath. Diesen juckt das nicht weiter, denn er hat bereits ein Angebot von seinem alten Heimatverein Hamburger SV. In Wolfsburg heuert in der Folgezeit Mario Basler als Trainer an. Begründung: Der VfL brauche mal einen lockeren Typen!

8

Arnd Zeiglers neues Interview mit Jürgen Klopp

Ernüchterung beim aktuellen deutschen Meister: Die Dortmunder stehen nach 10 Spielen und 12 Punkten irgendwo im grauen Mittelfeld und haben nun die schweren Auswärtsspiele in Stuttgart und München vor der Brust. Zeit zum Eingreifen für Arnd Zeigler. Der Fußball-Satiriker hatte in der vergangenen Saison in seiner Sendung „Zeiglers wundervolle Welt des Fußballs“ den Dortmunder Coach Jürgen Klopp zweimal nach herausragenden Spielen interviewt, als wäre sein Team soeben abgestiegen. In diesem Jahr dreht Zeigler den Spieß um und fragt Klopp nach dem Erfolgsgeheimnis der beiden letzten grandiosen 0:0-Heimspiele gegen Köln und Augsburg. „Kloppo“ antwortet gewohnt schlagfertig: „Wir haben erkannt, dass wir durch Manndeckung der alten Schule, konsequentes Verteidigen mit mehreren Spielern auf der Torlinie und einem absoluten Ausflugsverbot aus der eigenen Hälfte den Gegner 100%ig wirkungsvoll am Toreschießen hindern und somit sicherlich den Abstieg vermeiden können.“

9

Das rheinische Derby und seine Folgen

Trotz einer bislang mäßigen Saison besiegt Borussia Mönchengladbach wieder einmal den Rivalen und Lieblingsgegner 1. FC Köln, diesmal gleich mit 8:1. Lukas Podolski kündigt daraufhin an, nie mehr für den FC zu spielen und gibt seinen Wechsel zu den Gladbachern bekannt. Diese nehmen Poldi gern an, denn im Sturm hapert es: Im Köln-Spiel hatten die Borussen nämlich genauso viele Treffer erzielt wie in allen 13 Ligaspielen zuvor insgesamt. Hans Meyer wechselt aus Mitleid aus dem Gladbach-Vorstand in denjenigen des FC Köln und schlägt gleich als erstes vor, Spiele gegen die „Fohlen“ ab jetzt kampflos abzugeben und sich stattdessen wichtigeren Aufgaben zu widmen wie der konsequenteren Fellpflege von Geißbock Hennes oder dem Einrichten einer Extratribüne für Spielerfrauen.

10

In Stuttgart nichts Neues

Trotz ordentlicher Leistungen feuert der VfB Stuttgart aus Gewohnheit auch in dieser Spielzeit den Trainer zum Ende der Hinrunde. Bruno Labbadia muss die auf Platz neuen stehenden Schwaben verlassen. Der neue Mann heißt überraschend Thomas Helmer. Die Begründung: Er sei analysestark und sachlicher als der emotionale Labbadia. Während der Rückrunde begutachtet Helmer in seiner Sport-1-Sendung „Die Spieltaganalyse“ dann zufällig stets den folgenden VfB-Gegner ausführlich, da „ich mit der entsprechenden Technik besonders gut vertraut bin“. Mit Erfolg: Der VfB Stuttgart wird am Saisonende überraschend noch Deutscher Meister!

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