Ohne Arbeitsschutz geht nichts: Die gefährlichsten Berufe Deutschlands

Ohne Arbeitsschutz geht nichts: Die gefährlichsten Berufe Deutschlands

Wer sich freiwillig in die Flammen begibt wie ein Feuerwehrmann, muss doch einen höchstgefährlichen Beruf haben, oder? Und ein professioneller Stuntman setzt sich ohnehin täglich Lebensgefahren aus! Weit gefehlt! Die gefährlichsten Berufe in Deutschland üben Bauarbeiter und Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst aus – trotz Arbeitsschutz. Das zeigen die Statistiken deutlich.

Der Arbeitsschutz regelt die Sicherheit

Wer morgens seine Arbeit antritt, möchte nicht täglich von Todesängsten geplagt sein. Möglich macht das der Arbeitsschutz. Das Arbeitsschutzgesetz verpflichtet jeden Arbeitgeber in Deutschland, mögliche Gesundheitsgefährdungen an den Arbeitsplätzen zu beurteilen und entsprechende Schutzmaßnahmen zu veranlassen. Die Vorkehrungen können die Gestaltung des Arbeitsplatzes und eine arbeitsmedizinische Vorsorge genauso betreffen wie die Lärmbelästigung, Schadstoffbelastung, den Umgang mit Gefahrgut oder Lasten. Trotz der gesetzlichen Verordnungen hat der Arbeitgeber in der Regel gewisse Freiräume, wie er den Arbeitsschutz gestaltet. Mitbestimmungsrecht hat dabei immer der Betriebsrat. Wie sich die Rechten und Pflichte des Betriebsrats zusammensetzen, ist im BetrVG nachzulesen, dem Betriebsverfassungsgesetz. Der Arbeitsschutz muss durch regelmäßige Kontrollen und Schulungen der Mitarbeiter ständig sichergestellt werden. Trotzdem passieren in einigen Berufsgruppen wesentlich häufiger tödliche Arbeitsunfälle als in anderen.

Vier Beispiele für besonders risikoreiche Berufe

 

  • Bergmann

Zugegeben: Weit verbreitet ist der Beruf des Bergmanns in Deutschland nicht mehr. Und technische Neuerungen haben die Arbeit unter Tage stark vereinfacht. Dennoch zählt der Beruf zu den gefährlichsten in Deutschland. Grund sind nicht etwa Grubenunglücke. Vielmehr ist der Staub von Quarz und Asbest, der sich in den Bronchien der Lunge ansammelt, schuld an dem hohen Risiko. 2009 wurden knapp die Hälfte aller Berufskrankheiten mit Todesfolge auf Erkrankungen wie chronische Bronchitis, Asbestose und Lungenkrebs zurückgeführt, die durch die hohe Staubbelastung hervorgerufen werden. Weil der Staub immer besser bekämpft werden kann wird das Risikopotenzial für die Kumpel unter Tage immer weiter zurückgehen.

  • Bauarbeiter

Auf einer Baustelle lauern zahlreiche Gefahren. Deshalb treten in der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft die drittmeisten Arbeitsunfälle mit tödlichen Ausgang auf. 2016 wurden von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) 73 tödliche Arbeitsunfälle auf dem Bau registriert. Besonders gefährdet sind Dachdecker und Gerüstbauer. Bei ihnen sind Todesfälle bei der Arbeit wörtlich zu nehmen: Durch die großen Höhen, in denen sie teilweise arbeiten, enden Stürze von Leitern oder Dächern häufig tödlich. Viele andere müssen frühzeitig in Rente gehen, weil Verschleißerscheinungen an Rücken, Knien und anderen Gelenken zur Berufsunfähigkeit führen.

  • Verwaltungs- und Dienstleistungsberufe

Wer im Büro sitzt, ist vor allen Gefahren gefeit? Stimmt nicht! Das zeigen auch die Zahlen DGUV von 2016: In der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft wurden 82 tödliche Unfälle registriert – neun Prozent mehr als noch 2015.

  • Kraftfahrer

Wer in seinem Beruf mit einem motorisierten Gefährt unterwegs ist, lebt gefährlich. Dabei ist nicht nur die Rede von Berufskraftfahrern im Straßenverkehr. Auch Fahrer von Gabelstaplern verunglücken vergleichsweise häufig tödlich. In der Berufsgenossenschaft der Verkehrswirtschaft zählte die DGUV 83 tödliche Arbeitsunfälle im Jahr 2016 – so viele wie in keinem anderen Bereich.

 

Bildquelle: Thinkstock, 178384154, iStock, gpointstudio

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