Zahl übergewichtiger Kinder stark angestiegen

Zahl übergewichtiger Kinder stark angestiegen

In den vergangenen 40 Jahren hat sich die Zahl adipöser Kinder und Jugendlicher bis 19 Jahre  verzehnfacht. 124 Millionen Mädchen und Jungen weltweit gelten als fettleibig, weitere 213 Millionen sind übergewichtig, wie aus einer Studie des Imperial College London hervorgeht.
Laut der Welt-Adipositas-Gesellschaft (WOF) ist dies mit massiven Kosten verbunden, die das Gesundheitssystem zu tragen hat.

Von elf auf 124 Millionen

Die Studie, die das Imperial College London zusammen mit der Weltgesundheitsorganisation auf dem Welt-Adipositas Tag vorstellte, zeigt, dass 1975 weltweit etwa elf Millionen Kinder unter Fettleibigkeit litten und sich diese Zahl innerhalb der letzten 40 Jahre um das zehnfache erhöht hat.
Der extremste Anstieg wurde dabei nicht etwa in Amerika sondern auf den pazifischen Inseln Polynesien und Mikronesien verzeichnet. Erst an zweiter Stelle folgen die USA, dann Kanada, Australien und Neuseeland. In Europa kommen die meisten fettleibigen Kinder aus Malta und Griechenland. Schlusslicht in der Statistik ist Moldau. Als fettleibig gelten Menschen, bei denen der Body-Mass-Index(BMI) 30 oder mehr beträgt.

Explodierende Kosten für Krankenkassen

Mit der Zunahme an übergewichtigen Menschen steigen ebenfalls auch die Kosten, die das Gesundheitssystem zu tragen hat. Werden bis 2025 schätzungsweise 2,7 Milliarden Menschen übergewichtig sein, steigen die Kosten, die sich aus der Behandlung diverser daraus resultierender Krankheiten ergeben, auf mehr als eine Billion Euro pro Jahr. 470 Milliarden Euro davon müssten von den USA getragen werden, vor einigen Jahren waren es noch 275 Milliarden. In Deutschland würden in den nächsten acht Jahren insgesamt 330 Milliarden an Mehrkosten bedingt durch Fettleibigkeit zustande kommen.

Behandlung von Krankheiten

Welche Kosten durch welche Krankheitserscheinungen verursacht werden, hat die WOF ebenfalls ermittelt. Demnach ging 2014 der Großteil der Gelder, in etwa 400 Milliarden Euro, in die Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, für Diabetes-Erkrankungen waren es etwa 340 Milliarden Euro. Depressionen sorgten für Kosten in Höhe von 300 Milliarden Euro, Leberschäden für 255 Milliarden.

Fest steht, dass auf politischer Ebene ein Schlussstrich gezogen werden muss. Der alleinige Appell an die Bevölkerung, sich gesünder zu ernähren ist nach der bisherigen Erfahrung nicht im Ansatz ausreichend. Gesunde Produkte wie frisches Obst, Gemüse und Vollkornprodukte müssen auch für ärmere Familien zugänglich sein, bisher stellen ungesunde Lebensmittel leider oft eine kostengünstigere Alternative dar. Auch Steuern auf zuckerhaltige Lebensmittel könnten in Zukunft helfen, die Verbreitung von ungesundem Essen einzudämmen.


Bildquelle: Thinkstock, 465125628, iStock, kwanchaichaiudom

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