Wie gut hilft eine Hyposensibilisierung und wann kann sie überhaupt eingesetzt werden?

Allergien verringern die Lebensqualität deutlich. Für Heuschnupfengeplagte bespielsweise kann ein Nachmittag im sonnigen Biergarten unter Bäumen ein Albtraum sein. Bei Insektengiftallergien gegenüber Bienen und Wespengift ist eine Behandlung sogar absolut notwendig und kann lebensrettend sein. Mittlerweile gelten Allergien bei uns als Volkskrankheit des 21. Jahrhunderts. In Deutschland ist 15 bis 25 Prozent der Bevölkerung davon betroffen. Besonders in den Industrieländern konnte man in den letzten Jahrzehnten einen Anstieg der Häufigkeit von allergischen Erkrankungen feststellen.

Was ist eine Allergie? Ursprung?

Bei einer Allergie handelt es sich um eine Überempfindlichkeit, bei der das Immunsystem auf mindestens eine Substanz übersteigert reagiert. Den genauen Ursprung einer Allergie kann man noch nicht hundertprozentig ermitteln. Es gibt aber einige Hypothesen dazu, zwei Beispiele:

Genetische Faktoren: Sind beide Elternteile von Allergien betroffen, ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Kind auch darunter leidet, am höchsten. Ist nur ein Elternteil betroffen, liegt die Wahscheinlichkeit bei etwa 20-30 Prozent.

Hygienehypothese: Die Hygienehypothese, oder auch Dreck- und Urwaldhypothese genannt, besagt, dass besonders Kinder, die in einem übertrieben hygienischem Umfeld aufgewachsen sind, später viel anfälliger für Allergien sind als andere. Dies liege an der „Unterforderung“ des Immunsystems, besonders in den ersten Monaten.

Andere mögliche Ursachen: Umweltverschmutzung, erhöhte Allergenexposition, veränderte Lebensgewohnheiten usw..

Hyposensibilisierung

Die Hyposensibilisierung, früher sagte man auch Desensibilisierung, läuft in zwei Abschnitten ab. In der Anfangsbehandlung, auch Steigerungsphase genannt, erhält der Patient wöchentlich den Allergenextrakt unter die Haut oberhalb des Ellenbogens. Die Dosis wird von Woche zu Woche bis zu einer Maximalmenge gesteigert. Dann setzt die zweite Phase an, die Erhaltungstherapie. Dazu wird alle vier bis sechs Wochen die Maximaldosis gespritzt, um die Gewöhnung des Immunsystems an das Allergen zu stabilisieren.

Für wen ist sie geeignet?

Hyposensibilisierung wird in erster Linie bei Pollen, Schimmelpilzen oder Hausstaubmilben und Insektengiftallergien eingesetzt. Dafür muss nachgewiesen sein, dass es sich um eine allergische Reaktion vom Soforttyp handelt, das heißt, wenn schon nach dem Kontakt mit dem Allergen eine allergische Reaktion auftritt. Desweiteren sollten es Allergien sein, die sich im Alltag nicht vermeiden lassen und nur schwer mit Medikamenten in Griff kriegen lassen. Mindestalter darf auf keinen Fall unter fünf Jahren liegen und der Nutzen der Therapie sollte höher sein als das Risiko.
Ungeeignet ist die Therapie für Menschen mit schweren Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, die eine Therapie mit Betablockern machen, schwere Autoimmunerkrankungen und Immundefekte aufweisen, aktuelle Krebserkrankungen festgestellt wurden oder eine Schwangerschaft besteht.

Nebenwirkungen, Folgen

Nach der Injektion im Rahmen einer Hyposensibilisierung, können allergische Reaktionen auftreten. Juckreiz, Rötungen oder Schwellungen klingen aber nach einiger Zeit von alleine wieder ab. In seltenen Fällen kann es zu einem allergischen Schock kommen, deshalb ist es wichtig, nach der Injektion noch eine halbe Stunde unter ärztlicher Aufsicht zu bleiben.

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