Wie beteiligt sind Väter an der Kindererziehung?

Deutschland müsste eigentlich das Land der engagierten Väter sein. Denn 52 Prozent aller deutschen Väter würden gerne die Hälfte der Kinderbetreuung übernehmen. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Allenbach. Allerdings kommt gleich eine ernüchternde Zusatzbotschaft hinterher…

Selbstüberschätzung der Männer?

Laut der Umfrage würden 52 Prozent aller Papas gerne die Hälfte der Kinderbetreuung übernehmen, 28 Prozent entschieden sich dafür lieber etwas weniger von der Kinderbetreuung zu übernehmen als ihre Partnerin. Allerdings übernehmen laut Aussagen der Befragten Väter tatsächlich nur 20 Prozent die Hälfte der Kinderbetreuung. Und es kommt noch dicker: Laut der befragten Mütter sind es nicht einmal 20 Prozent, sondern nur 13 Prozent der Väter, die tatsächlich die Hälfte der Erziehungsarbeit leisten. Da war wohl die Selbsteinschätzung der Männer dem Wunsch unterworfen, sich als moderner Vorbildvater zu präsentieren. Eine Erkenntnis, die wohl auch Zweifel daran zulässt, ob bei den 52 Prozent der Väter, die sich im Idealfall gerne mit ihrer Partnerin die Erziehungsarbeit teilen würden, nicht auch etwas geflunkert wurde.

Allerdings muss zur Entlastung der Väter festgestellt werden, dass Väter in Deutschland berufsbedingt weniger Zeit für ihre Kinder haben als ihre Partnerinnen. Während vor der Geburt des ersten Kindes bei 71 Prozent aller Paare beide Partner Vollzeit arbeiten, sind es nach der Elternzeit nur noch 15 Prozent, weil sich dann die Quote der in teilzeitbeschäftigten Frauen von 15 Prozent auf 55 Prozent erhöht und die der nicht-berufstätigen Frauen von acht Prozent auf 17 Prozent.

Angesichts dieser Zahlen ist es kein Wunder, dass 79 Prozent aller Elternpaare eine Familienpolitik fordern, die mehr für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf tut.

Foto: Thinkstockphotos, iStock, 466173101, Ridofranz

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