Jahrelang habe ich nur jede zweite Woche die Tagesthemen geschaut, weil mir der Uli so sympathisch war. Nix gegen Anne Will, aber ich muss mir meine Zeit auch einteilen. Weil es so einfach war, habe ich mich in den Wickertmodus fallen lassen. Jede zweite Woche Wickert von Montag bis Freitag. Begleitet man einen Menschen so regelmäßig, fällt einem die kleinste Veränderung an ihm auf. Daher behaupte ich jetzt mal frech, Wolfgang Schäuble war auch in diesem Wickertmodus. Denn ihm ist das gleiche aufgefallen wie mir. Unser Innenminister hatte allerdings die Möglichkeit, während den Vorbereitungen für ein zugeschaltetes Interview, mit Wickert darüber zu sprechen. Weil das ein astreiner Loriotdialog war, habe ich mir die Mühe gemacht, ihn zu transkribieren.
Schäuble: Haben sie eigentlich abgenommen?
Wickert: Nee, ich hab jetzt wieder ein bisschen zugenommen.
Schäuble: Aber sie hatten abgenommen?
Wickert: Ich hatte abgenommen, ja. Ich hatte aufgehört, soviel zu trinken.
Schäuble: Ja, da nimmt man ab.
Wickert: Da nimmt man ab, jaja. Ach wissen sie, es ist so: Wenn ich abends nach Hause komme, das ist's immer so spät. Und dann sag ich: Trink ma' jetzt noch ein Fläschchen Rotwein. Wenn man eine Flasche aufmacht, ist es so schade, wenn man sie nicht austrinkt.
Schäuble: Richtig.
Wickert: Dann hab ich irgendwann gesagt: Da musst du häufiger mal die Flasche zulassen.
Schäuble: Da nimmt man ab.
Wickert: Da nimmt man ab, jaja.
Schäuble: Aber auch an Lebensqualität.
Wickert: Ja, das muss man dann dosieren.
