Wichtige Auszeit vom Alltag: Der Urlaub mit Pflegebedürftigen

Die Pflege von Angehörigen in den eigenen vier Wänden ist für alle Beteiligten mit Belastungen aller Art verbunden – auf der organisatorischen Ebene genauso wie auf der emotionalen. Deshalb ist Erholung so wichtig. Ein Urlaub mit Pflegebedürftigen ist da genau das Richtige, um vom Alltag Abstand zu bekommen und neue Kraft zu schöpfen.

Gute Planung ist das A und O

Viele Pflegebedürftige und ihre pflegenden Angehörigen wissen oft gar nicht, dass sie trotz der Einschränkungen durch Krankheiten regelmäßig in die Ferien fahren können. Ein Urlaub im Schwarzwald mit Pflegebedürftigen in einer Ferienwohung ist dabei genauso möglich wie ein Ferienaufenthalt an der Ostsee oder in einem Hotel in der Vulkaneifel. Allerdings muss bei der Planung im Vorwege einiges beachtet werden, damit die Auszeit ein voller Erfolg wird.

Wer das erste Mal einen Urlaub mit Pflegebedürftigen plant, sollte sich unbedingt beraten lassen. Professionelle Ansprechpartner sind der Pflegedienst daheim, die Pflegestützpunkte und die Sozialstationen. Der Urlaubsort sollte hinsichtlich des Klimas für die zu pflegende Person keine Härte darstellen, und alle notwendigen Betreuungs- und Pflegemaßnahmen müssen vor Ort gewährleistet sein. Besonders bei einem Notfall muss schnell und professionell Hilfe geholt werden können.

Für die Reiseplanung ist es gut zu wissen, ob das Pflegehotel einen An- und Abreise-Service anbietet, beispielsweise einen Bus-Shuttle mit einem Fahrzeug, das einen Rollstuhl aufnehmen kann. Sind dann noch die Leistungen der Pflegekasse rechtzeitig vor Urlaubsantritt beantragt worden, kann es losgehen.

Notwendig: die richtige Ausstattung vor Ort

Wurden die Rahmenbedingungen, das Reiseziel und die Anreise geklärt, muss ein passendes Zimmer im Pflegehotel gefunden werden. Dabei ist darauf zu achten, dass das Zimmer barrierefrei ist und den Bedürfnissen der zu pflegenden Person entspricht. Es sollte dementsprechend mit Aufstehhilfen, einem Pflegebett, einem Patientenlifter sowie Haltegriffen im Bad- und Sanitärbereich ausgestattet sein.

Dasselbe gilt für Hilfsmittel: Für die Dauer des Aufenthalts ist Mobilität wichtig, um die nächste Umgebung zu erkunden oder um an einem Tagesausflug teilzunehmen. Je nach Pflegegrad erfordert das einen Rollator, einen Rollstuhl oder einen Elektrorollstuhl, sofern so etwas nicht bereits mitgebracht wird. Überhaupt ist es wichtig, im Vorwege mit dem Pflegehotel abzuklären, was dort an Pflegemitteln bereits vorhanden ist und was selbst mitgebracht werden muss.

Will das pflegende Familienmitglied einmal etwas alleine unternehmen, kann eine Tages- oder Kurzzeitpflegekraft einspringen. Allerdings muss im Vorwege geklärt werden, ob diese Option am Urlaubsort besteht. Dasselbe gilt für eine Ergo- oder Physiotherapie, die während der Ferien weiter durchgeführt werden muss.

Alternativ: Reisen mit einem Veranstalter

Neben den Angeboten von Pflegehotels gibt es auch Reiseveranstalter, die Touren für Pflegebedürftige und ihre Betreuungspersonen anbieten. Es gibt Reisen für Demenzkranke oder Rollstuhlfahrer, wahlweise als Einzeltrip oder Gruppenreise. Hinzu kommen Angebote, die individuell auf die Bedürfnisse der pflegenden Angehörigen eingehen. Aber auch hier gilt: Vor der Buchung muss eine ausführliche Beratung und Planung stehen, damit die Erholung hundertprozentig gewährleistet ist.

Bild: Pixabay, 999622, LonelyTaws

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