Wer nicht fragt, bleibt dumm

Martin freute sich unlängst über die Antwort Oskar Lafontaines, ich mich zu den Landtagswahlen über kandidatenwatch.de und heute über „Direkt zur Kanzlerin". Keine Frage, immer häufiger wird dass Internet für die Kontaktaufnahme zwischen Bürger und Politiker genutzt. Doch wirft man einen Blick auf die Urheberschaft solcher Initiativen, stellt man leider fest, dass sie, von der NPD mal abgesehen, ausschließlich in des Bürgers Hand liegt.

So auch bei "Direkt zur Kanzlerin". Hier sind es Studenten und Akademiker, die direkt zur Kanzlerin sprechen wollten und so ihre Website schufen. Auch als ein Reflex auf den Podcast der Kanzlerin. Deren Podcast nutzt zwar die neuen Medien für sich, aber weniger für den Bürger – Kommentare und Fragen kann man bei ihr nicht loswerden. So gehen die Vorteile des Internet, das die für Medien üblich one-to-many-Struktur in eine many-to-many-Struktur auflöst, verloren, eine Rückkopplung findet nicht statt. In diese Lücke stoßen nun die Initiatoren von „Direkt zur Kanzlerin". Aufgeteilt in zehn Kategorien von Arbeitsmarkt bis Wirtschaft sollen die Bürger ihre Fragen per Text, Audio- oder Videoformat formulieren. Dass die Kanzlerin die Fragen auch wirklich beantwortet, kann zwar nicht garantiert werden, jedoch verspricht der für den Kanzlerin-Podcast zuständige Abteilungsleiter, dass sich die Kanzlerin mit den eingesandten Beiträgen auseinander setzen wird. Die Plattform nimmt morgen, am Tag der deutschen Einheit, ihren Betrieb auf.

Robert Basic ist jedenfalls schon begeistert. Ich eigentlich auch, traurig stimmt mich nur, dass solche Initiativen für eine lebendige Demokratie bislang nur von Privatpersonen ausgehen. Den Politikern scheint der Aufwand zu groß zu sein. Erst wenn eine Website genug traffic hat, nehmen die Politiker sie wahr und reagieren. Daher wünsche ich den ehrenamtlichen Betreibern viel Erfolg, denn ohne den, werden die Antworten wohl künftig ausbleiben.

Eine Meinung

  1. Einzelne Abgeordnete schaffen es aber tatsächlich, den Weblog auf ihrer Homepage zu pflegen und regelmäßig auf Fragen oder Kommentare zu reagieren. Beispiel Ulrich Kelber, MdB aus Bonn, und das Thema Kindergeld. (http://www.ulrich-kelber.de/blog/index.html?itemid=289) Ich untersuche gerade die Internetauftritte von führenden Politikern und den Bundesministerien. Dabei ist mir auf einzelnen Seiten „Polixea“ aufgefallen, so beim bmf, bei Guido Westerwelle oder Markus Söder. Weiß darüber schon jemand genauer bescheid?

Schreiben Sie Ihre Meinung

Ihre Email-Adresse wird Mehrere Felder wurden markiert *

*

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.