Ich erinnere mich noch ganz gut. Während meines
Ersatzdienstes, ich war Rettungssanitäter, saß ich manchmal stundenlang in der
Rettungswache und blätterte in dem grünen Studieninformationsbuch, dass wir in
der Oberstufe bekommen hatten und in dem sämtliche Studienfächer aufgeführt
waren. Ich war froh, dass ich noch 18 Monate Puffer zwischen Schule und Studium
hatte, doch irgendwann musste ich mich entscheiden. Schließlich gibt es ja auch
Bewerbungsfristen etc. Klar war mir nur, dass es ein geisteswissenschaftliches
Fach sein sollte. Dass die Entscheidung schließlich auf die Fächer Politikwissenschaft
und Ethnologie fiel, war auch etwas Zufall, die Beschreibungen in dem grünen
Buch entsprachen aber wohl am ehesten meinen inhaltlichen Erwartungen. Und ich
wollte in eine andere Stadt, weg von den Universitäten Frankfurt und Gießen – und
natürlich weit genug weg vom Elternhaus. Ich wollte alleine, in einer WG oder
im Studentenwohnheim leben. Ich landete erst einmal in Marburg.
Das grüne Studieninformationsbuch gibt es immer noch. Und es
scheint weiterhin eine der ersten Informationsquellen zu sein, die Schüler und
Studienwillige nutzen, um sich nach geeigneten Studienfächern und
–kombinationen umzusehen. Aber auch die Angebote eines
Berufsinformationszentrums oder der Studienberatung werden oft in Anspruch
genommen sowie die Informationen aus dem Internet. Außerdem sind Erfahrungen von Freunden und Bekannten, die schon an
der Uni sind, eine Menge wert. Die endgültigen Entscheidungen scheinen dabei –
ähnlich wie bei mir – erst relativ spät zu fallen. Und die Wahl der Stadt
spielt immer wieder eine wichtige Rolle.
Natürlich wussten einige meiner Freunde auch schon als
Kind, was sie später mal machen wollen. Und haben es bis heute durchgezogen.
Auf die Idee, sich einen professionellen Karriereplan schon während der Schulzeit zu machen, ist damals aber noch niemand gekommen.