Verwandschaft oder Verwandtschaft?

Die „Verwandtschaft“ kommt – auch wenn es sich kaum in der Wortbedeutung oder seiner Anwendung erkennen lässt – als Subjektiv vom Wort „verwenden“. Genauer von dessen zweiten Partizip, das dann als Adjektiv „verwandt“ lautet. „Ich bin mit jemandem verwandt“ ist also auf den gleichen Ursprung zurückzuführen wie „er hat etwas verwandt“ und beides wird im Partizip 2 von „verwenden“ mit dt geschrieben – „Verwandschaft“ kann also in jedem Falle nur falsch sein.

Verwandschaft: falsch von verwenden abgeleitet

Selbst der Duden ist vor diesem Schreibfehler nicht gefeit: Die Print-, Online- und CD-ROM-Ausgaben sprachen noch vor einigen Jahren bei der Erklärung von „Verwandtschaft“ nach dreimaliger, richtiger Schreibweise plötzlich von „Verwandschaft“. Als Tippfehler ist das Beispiel sicherlich entschuldbar, doch zeigt es auch, dass selbst das deutsche Universalwörterbuch nicht unfehlbar ist.

Bereits das „Grammatisch-kritische Wörterbuch der hochdeutschen Mundart“ von Johann Christoph Adelung erklärt nicht nur die Zusammenhänge der Familie ein Band 4, Seite 1171 aus dem Jahr 1808, sondern schreibt dabei „Verwandtschaft“ konsequent mit dt. Einen Schreibfehler wie im Duden sucht man hier vergeblich.

Bezeichnung für die erweiterte Familie

Dass die Verwandtschaftsgrade der Familie nicht einfach auseinander zu dividieren und klar zu benennen sind, zeigen nicht zuletzt auch die verschiedenen Ansätze zu deren Bestimmung. Die Missverständnisse treten aber nicht nur auf, wenn man versucht herauszufinden, wie eigentlich der Cousin des Onkels des Großvaters in verwandtschaftlicher Beziehung zu einem selbst steht, sondern oftmals auch schon bei der Art und Weise, wie man die „Verwandtschaft“ richtig schreibt.

Weiterführende Links

http://lexika.digitale-sammlungen.de/adelung/online/angebot

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