Vater, Mutter, Kinder – so verändert sich die deutsche Familie

Vater, Mutter, Kind – dieses „Familienmodell“ gehört scheinbar der Vergangenheit an. Jahrhundertelang ein Erfolgsmodell, so hat die klassische Familie mit Mutter, Vater und mehreren Kindern heute längst ausgedient. Was jeder geahnt hat, ist spätestens seit dem letzten Mikrozensus 2013 statistisch belegt: Es werden insgesamt immer weniger Kinder in Deutschland geboren und neben der klassischen Kernfamilie existieren heute viele andere Modelle des sozialen Miteinanders.

Die Ehe gilt als überholtes Konstrukt

Obwohl nach wie vor die meisten Eltern verheiratet sind, wird die Ehe wohl bald zum Auslaufmodell und ist als alleinige Möglichkeit der sozialen Absicherung auch nicht länger ausreichend. 35 Prozent der Deutschen zwischen 20 und 30 empfinden die Ehe als nicht mehr zeitgemäß. Das hat auch mit der inzwischen gängigen Art und Weise zu tun, wie Politiker mit dem vermeintlichen Bund fürs Leben umgehen. Die Ehe wird immer aus Elternsicht bewertet, dabei ist es für Kinder völlig egal, ob die Eltern verheiratet sind, so lange der Lebensunterhalt gesichert ist und sie glücklich aufwachsen.

Einige Experten fordern daher eine Grundsicherung, damit Paare nicht dazu gezwungen sind aus steuerlichen Gründen zu heiraten. Es ginge den Staat nichts an, ob zwei Menschen sich für oder gegen eine Hochzeit entscheiden, so die Meinung vieler.

Die meisten traditionellen Familien gibt es in Bayern

Statistiken zeigen, dass in Deutschland immer mehr Menschen ihre Kinder alleine großziehen. Der Anteil der Alleinerziehenden liegt mittlerweile bei 20 Prozent – Tendenz steigend. Die ledigen Mütter oder Väter verteilen sich jedoch nicht gleichmäßig auf das gesamte Bundesgebiet. In den neuen Bundesländern gibt es mehr Alleinerziehende und unverheiratete Eltern als in den alten. Dass die Einwohner dort alternativen Lebensformen offener gegenüber stehen ist nicht neu. Dieser Trend setzt sich seit den 70er Jahren fort.

Die meisten traditionellen Familien leben nach wie vor in Süddeutschland, vor allem in Bayern und Baden-Württemberg. Das liegt vor allem an der Einkommensstruktur. Im Osten Deutschlands beziehen viel mehr Menschen Sozialhilfe als im Süden oder im Westen des Landes. Für Hartz IV-Empfänger lohnen sich zwei verschiedene Wohnsitze eher.

Gleichgeschlechtliche Ehen sind immer noch die Ausnahme

Es ist ein deutlicher Strukturwandel erkennbar, was die selbst gewählte Form des Zusammenlebens angeht. Auch wenn gleichgeschlechtliche Ehen immer noch selten sind, so steigt ihre Anzahl seit einigen Jahren deutlich an. Auch die sogenannten „Patchworkfamilien“ werden in Zukunft sicherlich noch häufiger verbreitet sein als heute.

Foto: Thinkstock, iStock, 4774344sean

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