Überarbeitet? Wie man die Gefahr eines Burn-outs senkt

Während vor einigen Jahren psychische Erkrankungen infolge von zu starker Belastung noch totgeschwiegen wurden, öffnen sich immer mehr Menschen und gestehen sich und anderen ein, an Burn-out, Depressionen oder ähnlichen psychischen Erkrankungen zu leiden. Diese entstehen in erster Linie durch verschiedene Stressfaktoren, die im Alltag auf betroffene Personen einwirken. Der Stress kann beruflich oder privat bedingt werden und auf Dauer zu einer körperlichen oder geistigen Erschöpfung führen. Ist die Person nicht mehr in der Lage, den Alltag zu bewältigen, spricht man von Burn-out. Wer bei sich oder anderen die Gefahr sieht, an Burn-out zu erkranken, kann diesem mit einfachen Mitteln entgegenwirken.

Zunächst sollte man Arbeit und Privatleben strikt trennen. Aufgrund der ständigen Erreichbarkeit über Smartphone oder Computer checken viele auch nach der eigentlichen Arbeit ihre berufliche Post und nehmen Anrufe von Vorgesetzten und Kollegen an. Diese ständige Erreichbarkeit führt schnell zu Stress und Belastungsstörungen.

Um Stress zu vermeiden, sollte man sich auch während der Arbeitszeit regelmäßige Pausen gönnen. Idealerweise werden feste Zeiten festgelegt, an denen man seinen Arbeitsplatz verlässt und kurz abschaltet. Das Lesen einer Zeitung oder ein kurzer Spaziergang an der frischen Luft können helfen, Stress abzubauen und mit neuer Energie die Arbeit wieder aufzunehmen.

Zur Vorbeugung von Burn-out sollte der Alltag so abwechslungsreich wie möglich gestaltet werden. Es ist darauf zu achten und Wert zu legen, viel Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen. Die Zeit, die man in der Interaktion mit anderen Menschen, mit denen man nicht zusammenarbeitet, verbringt, hilft, Stress abzubauen und die Speicher wieder aufzuladen.

Allgemein ist es wichtig, einen gesunden Lebensstil zu führen. Besonders die Ernährung kann großen Einfluss auf den Stresspegel und die Anfälligkeit auf eine Burn-out-Erkrankung ausüben. Gesunde, frische Lebensmittel sind besser für Körper und Geist, können das Schlafverhalten verbessern und somit das Risiko eines Burn-outs mindern.

Immer mehr Experten raten Personen, die unter großem Stress leiden, ein „Gefühlstagebuch“ zu führen. Das Niederschreiben der Emotionen in einem Buch, auf einen Zettel oder auch in einer Worddatei hilft, Stress abzubauen. Hier kann man zudem alle Emotionen loswerden, ohne andere zu belasten oder ein Gefühl der Scham zu haben.

Auch Sport ist ein geeignetes Mittel, um Stress abzubauen und präventiv gegen Burn-out vorzugehen. Viele können beim Sport sehr gut abschalten und trotz der körperlichen Belastung neue Energiereserven freisetzen. Zudem verbessert regelmäßiger Sport das Schlafverhalten, dass großen Einfluss auf die Psyche hat.

Um wegen der vielen Aufgabenstellungen, die Beruf und Privatleben stellen, nicht schnell unter Stress zu leiden, sollte man sich nicht zu hoch ambitionierte Ziele setzen. Eine klare und strukturierte Aufgabenstruktur mit realistischen Zielen für Berufs- und Privatleben kann helfen, Stress deutlich zu reduzieren.

Wer trotz aller Maßnahmen über längere Zeit Symptome eines Burn-outs verspürt und merkt, dass diese Symptome das tägliche Leben beeinflussen, sollte sich professionelle Hilfe holen. Ein Arzt kann am besten die Probleme einschätzen und eine geeignete Therapie finden. Wem es schwerfällt, sich in einem Arztgespräch zu öffnen, sollte Telemedizin ausprobieren. Unternehmen wie KRY bieten virtuelle Sprechstunden über eine App an. Vielen Menschen fällt es während der Videosprechstunde mit einem fremden Arzt deutlich leichter, über schambehaftete Symptome und Krankheiten zu sprechen.

Bild: pixabay.com, lukasbieri, 2838945

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