Tagebuch eines Parks

In meinem Fall waren es allerdings zwei Tag, also 48 Stunden, 2880 Minuten bzw. 172800 Sekunden ehrliche Angst. Nicht, dass in solch einem Fall nicht sowieso schon aus Minuten Stunden, aus Stunden Tage und Wochen werden. 2880 Stunden Angst., Wow das sind 120 Tage! Nun gut, ich muss zugeben, ich wollte es ja so, und hab jetzt den Salat. Unzählige Toilettengänge und seltsame Verhaltensweisen später (Selbstgespräche, nervöse Zuckungen), finde ich mich endlich auf der Bühne wieder und weiß, dass es jetzt ernst wird. Das ich jetzt nicht mehr abhauen oder mich irgendwo verstecken kann. Die einzige Möglichkeit, die bliebe, wäre, einen Schwächeanfall zu simulieren. Da das natürlich albern ist, bleibt mir nur: Augen auf und durch.
Anderthalb Jahre Arbeit stecken in dieser einen Stunde, die ich auf der Bühne absolviere. Dabei ist Berlin groß, in fast jedem Haus gibt es ein Cafe oder eine Bar oder einen Club, die alle etwas zu bieten haben. Also was kann ich tun, damit sie bei mir bleiben?
Aber das ist nicht der richtige Zeitpunkt zu philosophieren. Ich stehe auf der Bühne. Dieses Superlicht blendet mich. Es sind bestimmt 80 Köpfe, die ich sehe. 160 Augen. 160 Ohren. Der erste Song beginnt. Und ich glaube ich muss mich jetzt fallen lassen. Und darum springe ich. Für Euch.

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