"Ach was Grammatik. Ist doch Quatsch. Man braucht keine Grammatik. Authentizitat, darauf kommt es an. Authentische Sprache ist gute Sprache. Grammatik ist ein schulmeisterlicher total fiktiver Angsteinjager, der Authentizitaet zerstoert, ein Hobby fuer Sprachfreunde. Grammatik deckt ja bloss einen (unwesentlichen) Teil der Sprache ab."
Und, was er in der Folge alles kann, unser Grammatikhasser – Konjunktiv, Zeichensetzung, Infinitivsätze, Authentizität mit ‚th‘ usw. : "Ich gebe zu, dass ein sehr sehr reduziertes Grundwissen hilfreich sein kann (z.B. die SVO-Struktur im Englischen), aber stell Dir vor, Du haettest statt der ganzen hirntoetenden Grammatik Gelegenheit gehabt, in jeder Franzstunde einen kleinen Aufsatz auf Franzoesisch zu schreiben, und diesen korrigiert zurueckzuerhalten. Ja, das bedingt einen sehr fleissigen Lehrer …"
Nee, nee, nee – der gute Oliver hasst die Grammatik in Wirklichkeit gar nicht, er möchte nur ein wenig exzeptionell auf andere wirken – und dazu braucht er die Magd der Grammatik. Weil es ohne Grammatik auch keine guten Argumente gäbe. Er handelt frei nach dem Motto: Es war schon immer etwas exzentrischer, einen besonderen Geschmack zu haben. Oder, um Lichtenberg zu zitieren: "Wenn an deinem Bißgen nichts Sonderbares ist, so sage es zumindest ein bißgen sonderbar".
Hinweis via: Wortreich