Stress – oder das Glück liegt auf der grünen Wiese

Eigentlich ist Stress etwas ganz gesundes – und sicherte dem Menschen der Frühzeit sogar das Überleben. Wenn Mr. Neandertal einem Bären über den Weg lief, schüttete sein Körper Hormone wie Adrenalin aus. Dadurch wurde sein ganzer Organismus in Nullkommanichts in Alarmbereitschaft versetzt. Weil unser Urahn nun aber prompt in Bewegung kam, durch Flucht oder Jagd, und hinterher meist Zeit zum ausruhen hatte, wurden diese Stresshormone auch wieder abgebaut.

Doch die Gegenwart sieht häufig anders aus: Wenn das Telefon nicht stillsteht und man von Termin zu Termin hetzt, läuft im Körper das gleiche Programm wie anno dazumal ab. Das Problem ist: Der Organismus wird viel zu oft in Alarmbereitschaft versetzt und er bleibt in diesem Stadium. Denn die Stresshormone werden im Bürosessel nicht abgebaut. Und das kann auf Dauer durchaus krank machen. Die Liste der stressbedingten Krankheitsbilder ist lang: Magengeschwüre, Bluthochdruck, Kopfschmerzen, Tinnitus, Depressionen und sogar Allergien zählen zu den bekannten Folgen. Außerdem weiß man, dass Stress die Abwehrkräfte schwächt.

Doch welchen Ausweg gibt? Schließlich leben wir in einer Leistungsgesellschaft und können uns vielen Zwängen nicht entziehen. Oder doch? Der Königsweg ist: Auf Phasen der Anspannung müssen Phasen der Entspannung folgen. Um Zeit zum Müßiggang zu finden, sollten Sie daher Bilanz ziehen und Ballast abwerfen. Entrümpeln Sie Ihr Leben von allen Verpflichtungen, die nicht unbedingt notwendig sind. Hüten Sie sich vor allem vor Freizeitstress. Muss der Shopping-Bummel am Samstag wirklich sein? Wie wäre es stattdessen mit einem Ausflug ins Grüne?

Schaffen Sie sich kleine Ruheinseln im Alltag. Stellen Sie sich zum Beispiel eine schöne Blume neben den Schreibtisch, halten Sie während des Tages immer mal wieder bewusst inne und versenken Sie sich in den Anblick der Blüte. Oder nutzen Sie die Mittagspause für einen kurzen Spaziergang. Schalten Sie zwischendurch immer mal wieder bewusst ab – und sei es nur für einen Augenblick. Die Kunst des Lebens besteht darin, die einfachen, schönen Dinge wahrnehmen zu können. Wissen Sie noch, wie das Gras nach einem Sommerregen duftet?

16 Meinungen

  1. Habe gerade in der FTD gelesen, dass ungebildete Arme mehr Stress haben als Reiche. Hier war allerdings nicht die Rede davon, ob die nun auch gebildet sein müssen oder nur reich. Ich für meinen Teil stelle klar: Armut stresst auch, wenn man gebildet ist.

  2. Der Aufforderung, für den notwendigen Ausgleich zu sorgen, kann ich nur zustimmen. Und auch das Bild des Neandertalers ist treffend.Ohne ein Anhänger chinesicher Philosophien zu sein, kommt mir in diesem Zusammenhang doch immerwieder das Prinzip von Yin und Yang in den Sinn. Das eine (Stress – besser: Leistung – ) kann ohne das andere (Entspannung und darum ja auch „Ausgleich“) nicht funktionieren.Man kann und muss es lernen, den Ausgleich zu finden. Das weiß ich aus eigener Erfahrung. Denn nur so ist es möglich, dauerhaft Hochleistung zu bringen.Wer das nicht schafft, endet sehr schnell als Wrack.

  3. Inseln schaffen – Die chinesischen Bewegungs- und Entspannungskünste verlangen nach „Gong Fu“ d.h. harter Arbeit. Streß ist eigentlich positiv, doch müssen wir lernen wieder zu entspannen und hierfür brauchen wir klare Zeiten.Wie der Kaffee oder Tee am morgen sollte die Entspannung ritualisiert werden. Ein fester Bestandteil im Tagesablauf werden.Das gilt sowohl im Geschäft als auch im privaten. Business Tai Chi oder reines Tai Chi Chuan bzw. Qi Gong.Grüße aus HamburgJan Leminsky

  4. Ich finde Ihren Beitrag sehr gut und glaube,dass er vielen aus der Seele spricht.Ich bin von Beruf Vitametikerin und habe täglich mit Menschen und den Auswirkungen von Stress zu tun. Vitametik ist eine ganzheitliche Gesundheitspflege zur Entspannung von Wirbelsäule, Muskulatur und Nervensystem.Die Definition der WHO von Gesundheit lautet: Gesundheit ist der Zustand seelischen, körperlichen und geistigen Wohlbefindens.Wann sind wir wirklich gesund in diesem Sinne.Ich glaube, es ist wichtig zu erkennen, dass Ruhephasen, Dinge, die uns Freude bereiten und immer wieder Phasen der Entspannung die Grundlage für Gesundheit sind .Vielen Dank für Ihren Beitrag und dioe möglichkeit darauf zu antworten.Ich wünsche Ihnen Gesundheit und wenig Stress,Ihre Marion Lückenotto

  5. Selbst „professionelle“ Pflegekräfte stellen so oft die W-Fragen … da stelle ich mir die Frage Haben die denn nichts gelernt?Wir Azubis lernen das schon in den ersten Wochen der Ausbildung. Warum? Weshalb? Wieso? …Ich bin in einer Gerontopsychiatrischen Einrichtung beschäftigt. … Gut, dass ich diesen Blog hier gefunden habe.GrußN.

  6. Ganz klar, Entspannungskünste nach „Gong Fu“ sind auf kurze Sicht stress-abbauend. Aber langfristig auch wirklich wirkungsvoll?

  7. Entspannungskünste nach „Gong Fu“ sind nur Ablegervon Qi-Gong. Und auf lange Sicht betrieben nicht nur Stress abbauend sondern auch –> die Konztentration nimmt erheblich zu, man wird ausgeglichener,und es kurz zu sagen das allgemeine Wohlbefindenwird gestärkt.

  8. Wie richtig erwähnt kann der Körper die Stresshormone im Bürostuhl nicht abbauen. Deswegen ist körperliche Bewegung ein muss: am besten Ausdauer-Belastungen wie Joggen oder Walken (mindestens 20-30min) oder Yoga praktizieren welches neben Stress Abbau sogar noch das Nervensystem stärken kann.

  9. Interessantes Thema und wenn man das Ganze auch noch medizinisch wissenschaftlich betrachtet, sieht man, wie wichtig es ist den Stress zu vermeiden. Das wird übrigens auch hervorragend bei Dr. Johannes Koepchen, Spezialist für Stressmedizin und Stresstherapie erläutert. Das BLOG findet man unter http://www.mentalmed.de

  10. Um mal wieder den Alltag und den damit verbundenen Stress zu vergessen, ist ein Wellness Wochenende genau das richtige. Deutschland bietet dazu viele Möglichkeiten.

  11. Gar nicht so einfach. Das Problem ist wahrscheinlich,die wirkliche Freizeit auch ohne Streß zu erleben.Da sind Aktivitäten an der frischen Luft wahrscheinlichwirklich am besten geeignet: Walken, Joggen,Schwimmen, Schlittschuhlaufen …..

  12. Streß und Depression gehen häufig gemeinsame Wege. Nicht nur die Anforderungen am Arbeitsplatz sind enorm gestiegen, auch die vielfältigen Angebote, was die Freizeitgestaltung angeht, zumindest in den Großstädten, da gewinne ich manchmal den Eindruck, daß man nichts verpassen darf und überall dabei sein muß. Manchmal denke ich, wir könnten es etwas ruhiger angehen, gelassener. Es ist schon verwirrend, daß der hier erreichte Wohlstand die Menschen nicht glücklicher und zufriedener macht, sondern Themen wie eben Streß und Depression in unserer Gesellschaft zunehmend an Bedeutung gewinnen.

  13. „Der Königsweg ist: Auf Phasen der Anspannung müssen Phasen der Entspannung folgen. Um Zeit zum Müßiggang zu finden, sollten Sie daher Bilanz ziehen und Ballast abwerfen“Wie war, wie war – nur wie kommt man zu der Entspannung, wenn man ständig unter Strom ist?Ich selber komme aus dem Stress kaum raus – den Tinnitus bekomme ich auch nicht weg!

  14. Weil Hier öfter von Wellness geredet wird,eines darf man dabei nicht vergessen zu Wellness gehört nicht nur Beauty, Massage, Ausspannen sondern auch Fitness, also körperliche Bewegung.

  15. Ein interessanter Artikel. Ich werde mich mal in Duisburg auf der Vivus Gesundheitsmesse umschauen, dort sollen auch ähnliche Themen behandelt werden. Auch TCM wird dort besprochen. Vielleicht trifft man sich dort zum Gedankenaustausch.

    Werner

  16. Sehr schöner Artikel, in dem sehr viel Wahrheit steckt. Vor allem der Stress bei der Arbeit und im Büro sollte nicht unterschätzt werden. Die Anforderungen an den Arbeitnehmer werden immer größer und er wird immer mehr unter Druck gesetzt. Es gibt ein paar grundlegende Dinge, die man im Büro und allgemein am Arbeitsplatz beachten sollte. Pausen und regelmäßiges Essen sind wichtig, aber auch das Bild des oder der Liebsten kann den Arbeitsalltag schon versüßen.Paul

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