Stoppt Popetown !(?)

In der Zeichentricksendung werden ein Papst und Kardinäle im
bitter-ironischen Stil der Simpsons als korrupt und kriminell
dargestellt. In Großbritannien wurde die Ausstrahlung von der BBC wegen
religiöser Bedenken gestoppt. Am 3. Mai soll Popetown in Deutschland in
einer synchronisierten Fassung starten.
 
Was kümmert es die
Eiche, wenn sich die Sau daran schubbert, könnte man sich fragen. Aber
weit gefehlt: Katholiken machen im Internet mobil. Auf einer Stoppt-Popetown-Seite formiert sich der Widerstand. Von offizieller Seite
bläst MTV ebenfalls starker Wind entgegen. Unterdessen hat MTV eine
umstrittene Werbeanzeige zurückgezogen, die Jesus vor dem Fernseher
zeigt, nachdem er vom Kreuz heruntergestiegen ist. Der Deutsche
Werberat hatte MTV vorgeworfen, religiöse Gefühle in eklatanter Weise
zu verletzen.
 
Dass Popetown religiöse Gefühle verletzen könnte, glaubt der Vorsitzende der Katholischen Deutschen Jugend (BDKJ), Dirk Tänzler, allerdings nicht. Man hält jedoch „kritische Distanz“.
 
Meine
religiösen Gefühle werden durch eine Satiresendung über Papst und
Kardinäle nicht verletzt. Meine religiösen Gefühle werden von manchem
dunklen Kapitel der Kirchengeschichte viel stärker verletzt als von
MTV, Kapitel der katholischen und der evangelischen Kirchengeschichte!
Meine religiösen Gefühle werden verletzt, wenn Menschen mit
Gott verwechselt werden. Ich halte den gegenwärtigen Papst
für einen integeren, tief religiösen und klugen Mann. Unter seinen
Kardinälen gibt etliche, von denen man sicher gleiches sagen kann. Aber
sie sind Menschen, Papst und Kardinäle! Sie sind für mich – als
Protestanten – nicht einmal Symbole des Heiligen. Ich glaube nicht an
den Papst sondern an Gott.

Im Übrigen ist die Kirche nicht erst seit Popetown Zielscheibe der
Satire. Das sollte eine Organisation wie die Katholische Kirche doch
wissen. Immerhin sagt sie von sich selbst, nicht in Jahren sondern in
Jahrhunderten zu rechnen. Was kümmert es die Eiche…

Eine Meinung

  1. Laut Merkur-Online fordert unser christlicher Politiker Edmund Stoiber als Reaktion auf Popetown ein Gesetz zum Schutz von religiösen Symbolen. „Gegenwärtig ist die Lage: Man kann religiöse Empfindungen besudeln, ohne sich strafbar zu machen“, sagte der CSU Chef. Die Frage ist jetzt: Was heißt besudeln. Ab wann besudel ich die religiösen Gefühle anderer? Zu der Religionsfreiheit in unserem Land kommt auch die Meinungsfreiheit. Darf keine Kritik oder Satire mehr geäußert werden, weil sonst religiöse Empfindungen verletzt werden könnten? Ich glaube nicht, dass man so etwas mit einem Gesetz festlegen sollte.

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