Somalia: Vom Krieg gegen den Terror zum Gegenterror?

(Bild: Ausschnitt Luftschutzplakat 1943)

Eheschließungen haben es den US-Militärs offensichtlich angetan. So sehr, dass sie gerne mal uneingeladen vorbeischauen, wie am Montag im südsomalischen Dorf Badel geschehen. Dort sollen nach Augen- zeugenberichten neben zahlreichen anderen Zivilisten auch sechs Gäste einer Hochzeitsfeier getötet worden sein. Angereist waren die amerikanischen Gratulanten mit einer AC-130U, einem „Schlacht"-Flugzeug der Firma Lockheed. Das Fluggerät machte seinem Namen alle Ehre. Der Begriff „Schlacht" kommt schließlich von „schlachten" und das wird jetzt wieder ausgiebig getan [Hessische/Niedersächsische Allgemeine-online: Neuer US-Luftangriff auf Ziele in Somalia].

Als hochmodernes "Kanonenboot" wurde die AC-130U Spooky II in den 1990er Jahren entwickelt.

Abbildung: Montage aus Archivmaterial der US-Air Force

Bewaffnet ist die Mordmaschine mit Gatlingkanonen des Kalibers 25 Millimeter, einem 40 Millimeter Bofors-Geschütz und zusätzlich noch einer 105 Millimeter Haubitze. Eine radargesteuerte Zielverfolgung ermöglicht den präzisen Beschuss flüchtender Menschen. Flugzeuge dieses Typs kamen schon während der Operation Enduring Freedom zur Luftunterstützung für Operationen in Afghanistan zum Einsatz. (Mit Erfolg?) 

Was bei dieser Art Terrorbekämpfung rauskommt, ist absehbar: Die lokale Bevölkerung wird sich mit den fundamentalistischen Rebellen solidarisieren. Wenn auf bloßen Verdacht hin und mit quasi gott- gleicher Attitüde vom Himmel herab, Menschen von einer aus- ländischen Macht erschlagen werden, ist Gegenwehr unvermeidlich. Solche Amokläufe nützen wirklich nur den Fundamentalisten aller Lager.

Die Chefarztfrau

4 Meinungen

  1. Liebe Chefarztfrau,1. Mordmaschinen gibt es nicht. Dahinter steckt immer nur ein Mensch, der vorhandene technische Möglich-glichkeiten nutzt oder benutzt.2. Glaube kaum, daß Du weißt, was eine Gatlingka-none ist, oder die Wirkungsweise kennst. Gilt auch fürdie anderen technischen Möglichkeiten, die von Dir an-gesprochen werden. Hoffentlich verbrennen sich die globalen Brandstifter gründlich ihre Finger!

  2. @ Weicheiwas eine Gatlingkanone ist weiß ich tatsächlich nicht aus persönlichem Erleiden, technisch bin ich jedoch im Bild. Was die Haubitzen angeht, habe ich gewisse biografische Erfahrung, aber das tut hier nichts zur Sache. Gewiss am Ende töten immer Menschen, aber bei einem Waffensystem wie der AC-130U wird doch exemplarisch das verharmlosende Geschwätz der Entscheider sichtbar. Ganz ähnlich wie die pure Existenz einer Windel mit 5 Litern Fäkalienfassungsvermögen im Sanitätshandel mehr über die Altenpflege in D-Land aussagt als tausend Sonntagsreden. (Damit kann man Pflegebedürftige 72 Stunden in der eigenen ScheiXXe liegen lassen)““Hoffentlich verbrennen sich die globalen Brandstifter gründlich ihre Finger!“““ Ich fürchte sie werden wohl vorher noch unsere Finger verbrennen….GrußCAF

  3. Streitet Euch weiter über technische Einzelheiten (wie bescheuert, sorry) – ich bin der Meinung, daß die Täter, die Tod und Vernichtung über die Nationen bringen, immer wieder die selben sind – seit jeher, auch wenn uns erfolgreich was anderes erzählt wird. Es wird langsam Zeit, daß die wirklichen Täter ihr Nürnberg erleben.

  4. Ja gewitter,den Krieg der nicht aus ökonomischen Gründen geführt wird, den muss mir erst noch jemand nennen. Ideologien, Religion und Rassismus sind nur die Brandbeschleuniger für den dumpfen Pöbel. Tatsächlich geht es immer um die Macht Weniger über Viele. Bloß ist es verdammt schwer sich nicht zur „Waffe“ in diesem Spiel machen zu lassen. Jeder unbedachte Griff ins Supermarktregal kann, in der Summe der Kaufentscheidungen, am anderen Ende der Welt ähnliche Ergebnisse befördern wie eine ganze Staffel AC-130er.

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