So erkennen Sie echte Reiseschnäppchen

Viele Reiseangebote versprechen Traumurlaube für kleines Geld, doch oft lauern verborgene Zusatzkosten, die dann am Reiseziel schnell große Löcher in die Urlaubskasse reißen können. „Das Internet bietet optimale Möglichkeiten, heute sehr schnell zu vergleichen und das günstigste Angebot auszuwählen. Vorausgesetzt, man ist wirklich gut informiert. Nicht jede Reise ist auch ein echtes Schnäppchen“, so Carsten Schwecke, Geschäftsführer des Reise-Experten Travelzoo. Wer die Stolperfallen auf dem Weg zum Reiseschnäppchen kennt, gönnt dem eigenen Budget Erholung von Buchung an. Travelzoo wählt jährlich aus 25.000 Reisen die besten Angebote aus und hat für clevere Schnäppchenjäger 12 wichtige Tipps für die Suche nach dem perfekten Reiseschnäppchen zusammengestellt:

Hotelbewertungen und Erfahrungsberichte mit Faktenwissen kombinieren:

Wer ein Hotel buchen will, kann sich schnell auf den großen Hotelbewertungsportalen informieren. Erfahrungsberichte sollten unbedingt kritisch hinterfragt werden: Wer hat das Hotel bewertet? Da spielen Faktoren wie Alter, Geschlecht, handelt es sich um eine Familie, einen Single oder einen Geschäftsreisenden, eine Rolle. Welche Zimmerkategorie wurde bewertet und wie viele Bewertungen gibt es überhaupt? Kann es Gründe für „Ausreißer“ nach unten bzw. oben geben, weil beispielsweise Bauarbeiten stattfanden, die jetzt abgeschlossen sind?

Hotelpreise schnell vergleichen:

Hilfreich sind die sogenannten Meta-Search-Engines. Sie vergleichen ganz automatisch die Preise eines Hotels auf mehreren Online-Buchungsportalen. So lässt sich der günstigste im Internet verfügbare Preis für ein Hotel ermitteln.

Günstige Preise kritisch hinterfragen:

Schnäppchen sind verlockend, aber haben oft auch eine Ursache. Hinterfragen Sie den Grund für ein zu günstig erscheinendes Hotelangebot: Werden vor Ort gerade Bauarbeiten durchgeführt? Sind Hotelpool, Wellness-Bereich oder andere Einrichtungen vielleicht geschlossen? Liegt die Reisezeit in der absoluten Nebensaison, so dass vor Ort Restaurants, Bars und Geschäfte geschlossen sind? Gibt oder gab es sonstige Einschränkungen, wie zum Beispiel Sturmschäden, eine Algenplage oder ähnliches, die die Hotelpreise insgesamt fallen ließen? Wer bereit ist, die konkrete Einschränkung hinzunehmen, kann natürlich auch bei diesen lukrativen Reiseschnäppchen zuschlagen.

Versteckte Kosten erkennen:

Bei Flügen: Gerade bei Billigfliegern können Zusatzkosten für das Gepäck anfallen. Auch die Verpflegung an Bord ist meist nicht inklusive.

Bei Pauschalreisen: Kosten für Strandliegen und Sonnenschirme können teuer werden. In einigen Fällen ist bei Pauschalreisen der Transfer vom Flughafen zum Hotel nicht inklusive, Kosten für Taxi oder Bus müssen einkalkuliert werden. Es lohnt sich, auch die All-Inclusive- Bedingungen genau zu lesen, sie gelten manchmal nur von 10-22 Uhr!

Bei Kreuzfahrten: Vollpension ist standardmäßig immer dabei, denn jeder ist an Bord auf die Schiffsgastronomie angewiesen. Unterschiede gibt es hinsichtlich der Getränke: Entweder all inclusive, nur Wasser/Softdrinks zu den Mahlzeiten oder die Getränke sind grundsätzlich exklusive. In beiden Fällen kann es sich lohnen, Getränkepakete (z.B. 10l Mineralwasser oder Softdrinks) schon vor der Abreise beim Veranstalter zu buchen. Auch Trinkgelder sind selten im Reisepreis enthalten, meist wird das Kabinenkonto automatisch mit einem Pflichtbetrag belastet. Eine Ausnahme ist da TUI Cruises.

Bei Hotels: In der Regel entstehen Zusatzkosten für Parken, Internet, Einzelzimmer, Hund,

Strandliegen oder den Bademantel.

Steuern auf dies und das:

Je nach Reiseland kann zusätzlich Mehrwertsteuer erhoben werden. Beispiel: Hotelpreise in Nordamerika sind immer Nettopreise, auf die die regional unterschiedliche Steuer aufgeschlagen wird. Es können auch Zuschläge in Form von Bettensteuer, Treibstoffzuschläge bei Reedereien, Kerosinzuschläge bei Fluggesellschaften oder eine ortsübliche Kurtaxe in Rechnung gestellt werden.

Fallen in der „billigen“ Nebensaison:

Flexibilität bei der Reisezeit wird häufig mit günstigen Preisen belohnt. Das macht allerdings nicht immer Sinn: In der Monsunzeit in Asien oder im Sommer mit Temperaturen von bis zu +50°C in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Afrika sind Reisen extrem günstig, aber die Einschränkungen dafür erheblich. Eine Städtereise mit dem Besuch von Museen und Shopping kann dagegen auch im Februar oder November Spaß machen. Skifahren im Juni ist in Gletscherskigebieten durchaus noch gut möglich. Die Nordsee, Ostsee und das Mittelmeer können dagegen auch im Winter schön sein.

Flexibel anreisen:

Ein Tipp ist auch, nicht auf den nächstgelegenen Flughafen zu bestehen. Denn Reiseveranstalter bieten oft günstig oder gratis ein Rail & Fly-Ticket zu einem weiter entfernten Flughafen an. Flüge, bei denen der Aufenthalt die Samstagnacht einschließt, sind häufig günstiger, da keine Geschäftsreisenden unterwegs sind. Es lohnt sich bei der Online- Flugsuche die Optionen „ich bin flexibel“, „+/- 3 Tage“, „Flughäfen in der Nähe einbeziehen“ oder ähnliches anzukreuzen.

Der Familien-Faktor:

Gerade für Familien gibt es erhebliche Unterschiede bei den Kinderermäßigungen. Sie reichen von „Kinder 0-17 kostenfrei im Zimmer der Eltern“ bis „Kinder bis 2 Jahre kostenfrei, danach Vollzahler“. Bei Familienangeboten immer den Gesamtpreis vergleichen, nicht den Eckpreis pro Erwachsenem.

Teure Singles:

Für Alleinreisende kann es teuer werden, wenn man den gleichen Preis pro Person zahlt, wie im Doppelzimmer oder die Kosten für die „fehlende“ Person sogar voll ersetzen muss, also das Doppelte zahlt. Immer die Endpreise vergleichen und sich nicht vom üblicherweise ausgeschriebenen „Preis pro Person im Doppelzimmer“ täuschen lassen.

Auf Naturalrabatte setzen:

Bei vielen Hotels ist es gerade in der Nebensaison möglich, über den reinen Übernachtungspreis hinaus Vergünstigungen zu bekommen. Dazu zählen ein Zimmer- Upgrade in eine eigentlich teurere Zimmerkategorie, der Late-Checkout, das Zimmer steht bis 15 Uhr statt 11 Uhr zur Verfügung, es gibt Rabatte für den Wellness– oder Spa-Bereich.

Vertragsbedingungen genau prüfen:

Schnäppchenangebote verlangen oft Vorauszahlung per Kreditkarte und sind nicht umbuchoder stornierbar. Flüge können oft nicht oder nur mit extrem hohen Gebühren umgebucht oder storniert werden, daher immer auch das Kleingedruckte lesen und sich der

Tarifbedingungen bewusst sein.

Bonusprogramme nutzen:

Ob Vielflieger- oder Bonusprogramme, falls man bereits Mitglied ist, sollten die Vorteile konsequent genutzt werden. Der Einsatz lohnt sich zum Beispiel bei der günstigeren Mietwagenbuchung mit der Miles & More Card oder durch die ADAC-Mitgliedschaft.

Sparen am Ziel:

Auch vor Ort lassen die wahren Schnäppchenjäger keine Sparmöglichkeit verstreichen: Mit Voucher-Heften oder Citypässen sind Museumseintritte oder die Nutzung von Bussen und Bahnen einfach günstiger.

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