Snowden vs. NSA: Daten und Fakten eines Skandals

Es begann im Juni 2013: Edward Snowden, ein Ex-Mitarbeiter der National Security Agency (NSA) übermittelte geheime Dokumente an die britische Tageszeitung „The Guardian“. Seitdem ist nichts mehr, wie es war – und die westliche Welt hat den vielleicht größten Spionageskandal, den sie vielleicht je gesehen hat. Doch ist es diesmal nicht der Sowjetblock oder eine obskure Geheimorganisation, die über die modernen Kommunikationsnetze alles und jeden auszuspionieren scheint – es ist der „große Bruder“ USA und Großbritannien. Hier eine kurze Faktensammlung. Vordergründig geht es um die Terrorbekämpfung seit 9/11, aber es ist anzunehmen, das ebenso politische wie wirtschaftliche Gründe eine Rolle spielen:

● Die NSA sammelt vermutlich seit 2007 die Telefonverbindungsdaten aller Amerikanischen Staatsbürger, ebenso die Bewegungsdaten mobiler Geräte – so können bei Bedarf schnell Bewegungsprofile einzelner Bürger erstellt werden.

● Ebenfalls im Visier: Bundesklanzlerin Merkel. Ihr Handy wurde wohl abgehört. Dabei ist sie nicht allein: Über 30 Regierungschefs weltweit sollen ebenfalls abgehört worden sein.

● Die NSA und der britische Geheimdienst GCHQ überwachen den Wiener Hauptsitz der Opec (die „Organisation erdölexportierender Länder“). Ebenfalls ausspioniert wurden wahrscheinlich die Weltbank und der IWF.

● Die Internetkommunikation privater Nutzer wird weltweit abgeschöpft und nach verdächtigen Informationen durchforstet: Die NSA verschafft sich dazu Zugänge zu den Netzen der US-amerikanischen Telefonanbieter und Internetprovider.

● Muslimische Aktivisten und Prediger werden überwacht, um sie beim Besuch von Webseiten mit pornografischem Inhalt oder der Kommunikation mit „unerfahrenen Mädchen“ bei ihren Glaubensbrüdern diskreditieren zu können.

● Hunderte von Millionen Nutzerdaten wie digitale Telefon- und Notizbücher, aber auch Chatdialoge werden illegal gespeichert; die Internetprovider der Dateninhaber wissen meist nichts davon.

Diese Punkte sind nur ein kurzes Streiflicht, aber sie zeigen den Umfang auf, den der Skandal hat – und das theoretisch jeder betroffen sein kann oder ist, ohne es jemals mitzubekommen.

Foto: vege – Fotolia

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