Schöne neue Kunst

Nein, in der schönen neuen Welt sind Werke die digitale Projektion meines Analogen selbst.  Das funktioniert ja heutzutage überall, fast hat man das Gefühl, das digitale Zeitalter hat es darauf abgesehen, dem Menschen die potenzielle Eigenreflektion zumindest näher zu bringen. Bei Erfolg würde das die Überlebenschance der Menschheit jedenfalls enorm steigen.

Aber jetzt mal zurück zum Ausgangspunkt. Ich stehe also einem Rembrandt gegenüber und das Bild erkennt meinen seelischen Zustand und verändert damit die Pinselführung, Farbe, Kontrast und Helligkeit. Schöne Spinnerei werden die Meisten jetzt sagen. Schön ja, Spinnerei nein.

Das Ganze funktioniert mit einem Programm, das digitale Fotografie wie Malerei aussehen lässt. Eine Kamera nimmt das Gesicht des Betrachters eines solchen Bildes auf, interpretiert es und verändert das Aussehen je nach Gesichtsausdruck. Ist der eher depressiv, zeigt sich das Bild vielleicht dunkler und farbloser. Ist der Ausstellungsbesucher unglaublich positiv gestimmt, lachen ihn alle Werke nur so an.  

Damit dürften sich die Museen und Galerien bald in zwei Lager aufteilen. Wer will sich schon ein total positives Bild anschauen, wenn die daneben hängende Arbeit dem Betrachter gerade die fürchterlichsten Grimassen schneidet.   

Das Projekt nennt sich "Emphathic Painting" und als Beleg gibt’s immerhin die Webseite mit Beispielen.

 

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