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    Start » Schock: Woran erkennt man ihn und was kann man zur ersten Hilfe tun?
    Besser Leben

    Schock: Woran erkennt man ihn und was kann man zur ersten Hilfe tun?

    13. Juni 20114 Minuten Lesezeit

    Ein Schockzustand kann verschiedene Auslöser haben: Plötzlicher Blutverlust, ein einschneidendes Erlebnis (zum Beispiel bei einem Unfall), ein Herzinfarkt oder auch ein Insektenstich, ein Medikament oder ein Nahrungsmittel, ja selbst eine schlechte Nachricht, wie der plötzliche Verlust eines geliebten Menschen, kann einen Schockzustand auslösen. Egal was es ist: Unbedingt den Notarzt (112) rufen! Der Notruf ist immer kostenlos und auch von jedem Handy aus möglich.

    Bei einem Schockzustand den Notarzt rufen

    Ein Hypovolämischer Schock, der durch hohe Blutverluste, Verbrennungen, anhaltende heftige Durchfälle entstehen kann, erkennt man an kaltem Schweiß, blauen Lippen und schwachem, fadenförmigen Puls. Das Herz schlägt dabei regelmäßig, im Gegensatz zum Kardiogenen Schock, der durch primäres Versagen der Herzfunktion entsteht (Angina pectoris, Herzinfarkt, Arrhythmien, Kammerflimmern, Lungenembolie) und das Herz im „Galopp“ schlagen läßt und Geräusche verursacht, sowie schneller und flacher Puls, sehr niedriger Blutdruck und schweißnasse Haut. Der Unterschied ist der, dass beide Schockzustände eine etwas andere „erste Hilfe“ benötigen.

    Weiterhin gibt es den Septisch-toxischen Schock (Auslöser: Arzneimittelvergiftung, Urämie,  Schwermetall- oder Blutvergiftung), den Neurogenen Schock (Auslöser: Aneurysma, Schädel-Hirn-Trauma, Hirnödem) und den Anaphylaktischen Schock (Auslöser: oft Insektenstich, aber auch Lebensmittel wie Milch oder Nüsse). Die Symptome bei letzteren sind: Atemnot, Schwindel, Übelkeit und Kopfschmerzen (typische Symptome), aber auch Blutdruckabfall, starke Angstzustände und Krämpfe bis hin zur Bewusstlosigkeit.

    Es ist wichtig, den Schockzustand zu erkennen

    In der Regel erkennt man einen Schock an folgenden Symptomen am ehesten: Fahle Blässe, Schweiß auf der Stirn, Kalte Haut, Frieren, Teilnahmslosigkeit, schneller und schwächer werdender, schließlich kaum noch tastbarer Puls. Aber auch Übelkeit, Erbrechen, Schwäche, Angstgefühl, Urin- und Stuhlabgang, verengte Luftwege und Bewußtlosigkeit können Anzeichen für einen Schock sein.
    Und noch mal: Bitte zuerst den Notarzt rufen (Bundesweite Nummer: 112) und alle Fragen beantworten, die der Notdienst stellt. Erst auflegen, wenn sie dazu aufgefordert werden.

    Schockzustand: Was wird benötigt?

    • Kissen, Decken oder Rettungsdecke

     

    Schockzustand: So können Sie helfen!

    1

    Soforthilfe

    • Beruhigend auf den Patienten einwirken, sofern dieser ansprechbar ist. Ihm zum Beispiel erklären, dass Hilfe unterwegs ist und man bei ihm bleibt, bis diese da ist.
    • Blutungen wenn möglich stillen, Knochenbrüche ruhig stellen, Wunden versorgen, Kleidung öffnen und in geschlossenen Räumen Fenster öffen.
    • Schocklagerung herstellen: Den Betroffenen flach auf den Rücken legen und die Beine ca. 20 – 30 cm höher lagern (Kissen, Stuhl oder falls ein weiterer Helfer da ist, kann er die Beine vorsichtig auf seine Knie legen – dabei Schmerzen oder Druck vermeiden). Bei Knochenbrüchen in den Beinen, des Beckens oder der Wirbelsäule, Atemnot, plötzlichen Schmerzen im Bauchraum die Schocklagerung nicht anwenden!)
    • Um Wärmeverlust zu vermeiden, den Patienten zudecken. Am besten hierzu eine Rettungsdecke verwenden, die sich in jedem Verbandkasten befindet. Die Rettungsdecke wird mit der goldenen Seite nach außen bis zur Hälfte aufgerollt und die Rolle so weit wie möglich unter den Patienten geschoben. Die andere Hälfte ausbreiten, den Patienten über die Rolle auf die ausgebreitete Seite drehen (ähnlich der stabilen Seitenlage), dann die aufgerollte Hälfte unter dem Patienten hervorziehen und ausbreiten. Wieder auf den Rücken legen und die überstehenden Enden locker um den Betroffenen schlagen.

    Die Schocklage darf nur durchgeführt werden, wenn der Patient bei Bewusstsein ist.

    2

    Kardiogener Schock

    Der kardiogene Schock, der auch „Herzschock“ genannt wird, kann wie oben beschrieben unter anderem durch Herzinfarkt, Angina pectoris oder Herzrhythmusstörungen ausgelöst werden und ist oft lebensbedrohlich.

    Symptome des kardiogenen Schocks:

    • schneller, flacher Puls
    • kalte, blasse Haut
    • gestaute Halsvenen
    • Frieren
    • kalter Schweiß
    • feuchte Rasselgeräusche in der Brust
    • Zirkulationsverzögerung am Nagelbett

    Wie stellt man „Zirkulationsverzögerungen am Nagelbett“ fest?
    Man drückt mit Daumen oder Zeigefinger auf den Nagel des z. B. Zeigefingers des Patienten, bis die normalerweise rosige Farbe verschwindet. Loslassen und das Farbverhalten innerhalb der nächsten Sekunden beurteilen.

    • Nagelbett schnell (<2 Sekunden) wieder rosig:
      Mikrozirkulation an dieser Stelle intakt.
    • Nagelbett verzögert (>2 Sekunden) rosig:
      Lokale oder generalisierte Störung der Mikrozirkulation.
    • Nagelbett wird gar nicht rosig:
      Hinweis auf schwere generalisierte oder regionale Mikrozirkulationsstörung.

    Wichtig: Beim kardiogenen Schock darf die Schocklagerung nicht angewendet werden, da sonst das Herz zusätzlich belastet wird.

    Maßnahmen beim kardiogenen Schock:

    • Lagerung mit erhöhtem Oberkörper
    • Wärmeerhaltung; zum Beispiel durch überlegen einer Decke oder Rettungsdecke
    • beruhigend auf den Betroffenen einwirken
    • ständige Kontrolle der Vitalfunktionen (Bewußtsein, Atmung, Kreislauf)

    Sollte der Patient eine Bewßtseinsstörung erleiden oder Ohnmächtig werden, sollte er in eine stabile Seitenlage gebracht werden. Dabei ist auf die Atmung zu achten und dass die Atemwege frei sind. 

    Tipps und Hinweise

    • Den Schockpatienten versuchen abzuschirmen; auf Gefahrenquellen achten, die den Helfer selbst betreffen können; immer sofort den Notarzt rufen (selbst bei Verdacht auf einen Schock), da ein Schock auch tödlich enden kann.

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