Das Kopftuch sei ein „Symbol der Frauenunterdrückung“, sagte Ekin Deligöz von den Grünen der „Bild am Sonntag“. Wer von Frauen verlange, ein Kopftuch zu tragen, mache sie „zu einem Sexualobjekt, das sich verhüllen muss“.
Die SPD-Abgeordnete Lale Akgün betonte, es sei „keine Sünde, ohne Kopftuch auf die Straße zu gehen“. Im Zuge der Gleichberechtigung lehne sie es ab, „dass der türkische Mann im modischen Anzug auf die Straße geht – und seine Frau neben ihm muss einen unscheinbaren, bodenlangen Mantel und ein Kopftuch tragen“.
Beide Politikerinnen bekennen sich zum Islam. Die deutsch-türkische Frauenrechtlerin Seyran Ates, die an der der Islamkonferenz der Bundesregierung teilnimmt, unterstrich, das Tragen von Kopftüchern verhindere das Aufeinanderzugehen der Kulturen und werde als politisches Instrument missbraucht. Sie rief muslimische Frauen in Deutschland auf: „Legt dieses kleine Stück Stoff doch einfach ab, wenn es sich tatsächlich nur um ein kleines Stück Stoff handelt, wie viele behaupten!“
Hinzuzufügen ist, dass auch Männer durch kopftuchtragende Musliminnen diskriminiert werden – wer hätte das gedacht, aber es ist so. Wird doch von kopftuchtragenden Muslimas immer wieder argumentiert, gerade die Männer müssten vor dem Anblick der Frauen und vor der sexuellen Verlockung geschützt werden. Und dabei gehe ja gerade um die Würde der Frau, die sich den Blicken (dieser Bestien) entziehen müsse. Männer würden sozusagen durch das Kopftuch vor sich selbst geschützt – und man müsste eigentlich ergänzen: vor dem unberechenbaren Tier, das durch den Anblick von entblößtem Frauenhaar völlig außer Kontrolle gerät.
Was für ein Frauenbild, was für ein Männerbild, was für ein Verständnis von der „Chaosmacht Sexualität“, was für ein Zwanghaftes Bedürfnis nach Kontrolle steckt dahinter!
Hoffentlich lassen sich die mutigen Abgeordnetinnen nicht einschüchtern – auch im Interesse der Männer.
