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    Start » Rechtsextremismus: Razzia gegen mutmaßliche Terrorgruppe
    Neuigkeiten

    Rechtsextremismus: Razzia gegen mutmaßliche Terrorgruppe

    17. Februar 20202 Minuten Lesezeit

    12 Festnahmen, scharfe Schusswaffen, Handgranaten und Messer – das sind die Resultate eine Großrazzia gegen eine mutmaßliche rechtsextreme Gruppierung. Unter den Festgenommenen soll auch ein Verwaltungsbeamter der Polizei in NRW sein.

    Durchsuchungen in sechs Bundesländern

    Angaben der Bundesanwaltschaft zufolge wurden rund ein Dutzend Wohnungen in sechs Bundesländern von Spezialkräften gestürmt und durchsucht. Ziel war die Festnahme von Mitgliedern und Unterstützern einer rechtsterroristischen Vereinigung, es bestand laut den Ermittlern dringender Tatverdacht. Gegen die Festgenommenen werden nun Haftbefehle ausgesprochen. Die Leitung hatte das LKA Baden-Württemberg, mehrere Spezialeinsatzkommandos waren beteiligt.

    Die Razzien wurden an 13 Orten in Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen sowie Niedersachsen durchgeführt.
    Die rechtsextreme Gruppe hat Anschläge auf Asylsuchende, Muslime und Politiker geplant. Besonders Moscheen befanden im Visier der Gruppe. Ziel der Terrorattacken war es, die Staats- und Gesellschaftsordnung der Bundesrepublik „zu erschüttern und letztlich zu überwinden“, so die Bundesanwaltschaft. Durch die schweren Anschläge wollte die Gruppierung bürgerkriegsähnliche Zustände herbeiführen.

    In Chatgruppen vernetzt

    Die rechte Terrorzelle soll seit September 2019 existieren. Die Mitglieder haben über Chats miteinander kommuniziert, persönliche Treffen folgten.
    Zum harten Kern gehören fünf Mitglieder, vier von ihnen wurden verhaftet. Anführer ist ein 53-jähriger aus dem Landkreis Augsburg. Außerdem hatte die Gruppe acht Unterstützer, die die Gruppe mit Waffen oder Geld versorgt haben sollen. Sie wurden ebenfalls alle verhaftet.
    Bei einem der Festgenommenen handelt es sich laut Angaben Innenministeriums in Nordrhein-Westphalen um einen Verwaltungsmitarbeiter der Polizei. Er wird zum Kreis der Unterstützer gezählt und wurde umgehend suspendiert.

    Mehrere Waffen gefunden

    Bei der Razzia fanden die Beamten mehrere scharfe Waffen, darunter eine 9-mm-Pistole samt Munition sowie eine sogenannte „Slam-Gun“. Dabei handelt es sich um eine selbstgebaute, großkalibrige Pumpgun-Schrotflinte. Eine ähnliche Waffe verwendete auch der Attentäter von Halle an der Saale, der am neunten Oktober letzten Jahres ein Massaker in der dortigen Synagoge anrichten wollte.

    Die Fahnder fanden bei den Festgenommenen auch eine Axt, mehrere Messer, selbstgebaute Handgranaten, Morgensterne sowie eine Armbrust.

    Bedrohung von rechts wird größer

    Das Ausheben der Zelle zeigt einmal mehr, dass die Wahrscheinlichkeit von Terroranschlägen durch rechte Gruppierungen gestiegen ist. Wurden Ende 2016 noch 22 Personen von den Staatsschützern als sogenannte „Gefährder“ eingestuft, sind es mittlerweile 53. Ihnen werden schwere Gewaltdelikte und Anschläge zugetraut.

    Bildnachweis: Pixabay, 2201403, carstenoschmann

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