Paestum in Italien: eine Reise in die Antike

Die antike Siedlung Paestum ist im Laufe der Jahrhunderte in Vergessenheit geraten und wurde zufällig beim Bau der Küstenstraße wieder entdeckt. Unter den Bourbonen begann die Ausgrabung einer der wichtigsten Fundstücke griechischer Präsenz in Italien.

Geschichte des Paestums

Um 600 v. Chr. wurde Paestum unter dem Namen Poseidonia von Griechen gegründet. Ab dem 5. und 6. Jahrhundert v. Chr. begann der Bau von zahlreichen Tempelanlagen, die alle verschiedenen Göttern gewidmet wurden. Die Ruinen sind bis heute noch erhalten.

Etwa 400 v. Chr. eroberten die Lucaner die Stätte und gaben ihr den Namen Paistos, 273 v. Chr. bekam sie den Namen Paestum. In der römischen Kaiserzeit verlor die antike Siedlung an Bedeutung und wurde im 9. Jahrhundert durch die Sarazenen sowie im 11. Jahrhundert durch die Normannen geplündert und schließlich aufgegeben. Außerdem breitete sich die Krankheit Malaria aus.

Das Paestum verschwand schließlich buchstäblich im Sumpf. Die Erinnerung an die antike Stätte verblasste. Ironischerweise hätte es keinen besseren Schutz für die Tempelbauten geben können, denn dadurch wurden die übrig gebliebenen Ruinen kaum beschädigt.

Mit dem Bau der Küstenstraße entdeckten die Bourbonen Paestum wieder und gruben es kontinuierlich aus, womit nicht nur eine wichtige Fundstätte bewahrt, sondern gleichzeitig die griechische Präsenz in Italien bewiesen wurde.

Reichtümer des Paestums

Paestum ist fast vollständig von einem Mauerring umgeben, der sich auf ungefähr 4.750 Meter erstreckt. Neben kleinen römischen Amphitheatern, die zu Versammelungszwecken genutzt wurden, haftet den drei großen dorischen Tempeln besondere Bedeutung an.

Das Heiligtum der Stadt ist der im Norden stehende Cerestempel (um 510 v. Chr.), der im frühen Mittelalter als Kirche fungierte und eigentlich zu Ehren Athene errichtet wurde. Er besitzt Schmuckelemente, die untypisch für dorische Tempel und eher bei ionischen Gebäuden zu finden sind.

Der archaische Heratempel (um 540 v. Chr.), auch Basilika genannt, war einer der bis dahin größten griechischen Steintempel. Der Poseidontempel (um 450 v. Chr.), der eigentlich auch Hera gewidmet wurde, weist Bauformen des zuvor errichteten Zeustempel von Olympia auf.

Schließlich gibt es vor Ort noch ein Museum, das eine Sammlung griechischer Altertümer aus Unteritalien sowie Fundstücke aus der Umgebung von Paestum beheimatet.

Schreiben Sie Ihre Meinung

Ihre Email-Adresse wird Mehrere Felder wurden markiert *

*

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.