Oriana M. Broder

Wie ähnlich sich Fallaci und Broder tatsächlich sind, kann man deutlich sehen, wenn man Fallacis "Die Wut und der Stolz" bereits kennt und danach "Hurra, wir kapitulieren" von Herrn Broder liest. Beide Bücher rechnen auf ihre Weise einerseits mit den westlichen Demokratien ab, die sich vom Islam geradezu erpressen lassen, andererseits finden sie auch deutliche Worte für die "Söhne Allahs" (Fallaci). Wenn man sich nicht daran stört, dass Fallaci auch aufgrund eigener Betroffenheit (Wohnsitz: New York) und eigener Anschauung (jahrzehntelange Tätigkeit als Kriegsberichterstatterin, auch in moslemischen Ländern) zutiefst verletzend formuliert und dabei immer wieder plakativ vereinfacht, kann man mit "Der Wut und der Stolz" ein paar unterhaltsame, informative und polarisierende Stunden verbringen.

Diese "schöne" Zeit hatte wohl auch Herr Broder, denn in den wesentlichen Bereichen, von denen es allerdings nur wenige gibt, schreibt er lediglich Fallaci ab. Schon Fallaci verglich die heutige Politik des Westens mit der westlichen Politik in der Zeit vor der Eröffnung des zweiten Weltkriegs durch Hitlers Deutschland. Schon Fallaci verglich Hitlers Hang zum Völkermord mit demjenigen von Teilen der islamischen Welt. Schon Fallaci wies darauf hin, dass die wenigen Menschen, die damals vor all dem Leid gewarnt haben, das Hitler später der Welt zufügen sollte, nahezu ungehört blieben. Schon damals habe der politische Westen lieber Appeasement betrieben, denn klar Position zu beziehen.

All dies wiederholt nun Herr Broder mit etwas anderen Worten. Fairerweise muss man sagen, dass er rund um diesen Hauptpunkt seines Buches viel Faktenwissen vermittelt, wobei man als Leser schon in gewisser Weise vorsichtig sein muss, da objektiver Fakt und subjektive Folgerung recht häufig Hand in Hand gehen.

So schildert er beispielsweise nahezu minutiös den Verlauf des Streites um die Mohammedkarikaturen, er kommt auf die Geschichte des Theo van Gogh und Hirsi Ali zu sprechen, befasst sich mit dem im Irak ermordeten Amerikaner Nick Berg und behandelt die Entführung der beiden Leipziger Ingenieure. Insofern kann das Buch als Informationsquelle für all diejenigen gelten, die die Islammotivierten Übergriffe und Ausschreitungen der letzten paar Jahre einmal am Stück dargeboten bekommen möchten.

Nun dürfte der durchschnittliche Leser sicher auch erwarten, dass einer, der ein ganzes Buch darauf verwendet, zu zeigen, was alles falsch gemacht wird, doch auch den einen oder anderen sinnvollen Vorschlag zu unterbreiten hat, wie man es denn nun besser machen könnte. Weit gefehlt, kann ich da nur sagen. Herr Broder scheint entweder keine diesbezüglichen Ideen zu haben oder er gefällt sich so sehr in der Rolle des Rufers in der Wüste, dass er uns absichtlich auf dem falschen Pfad weiterlaufen lässt. 

Frau Fallaci hat in "Die Wut und der Stolz" zwar auch keine Patentrezepte vorweisen können. Jedoch verstand sie ihr Buch von Anfang an als Schrei. Als Ausdruck ihrer Wut und ihres Stolzes. So entstand dieses Buch quasi im Affekt und kann auch nur unter dieser Prämisse ernst genommen werden. Immerhin fordert Frau Fallaci den Westen auf, klarer gegen islamistische Positionen aufzutreten und sich nicht durch die Hintertür islamisieren zu lassen. Das ist zwar ein Vorschlag auf Sparflamme, aber immerhin ist es einer und meiner Meinung nach auch ein richtiger.

Herr Broder hingegen empfiehlt, in Anlehnung an einen Ausspruch des dänischen Politikers Mogens Glistrup, der 1973 gefordert hatte, keine Steuergelder für das Militär mehr auszuwerfen, sondern stattdessen einen auf Russisch besprochenen Anrufbeantworter mit den Worten "Wir kapitulieren!" zu schalten, eben solches zu tun, aber den Anrufbeantworter zeitgemäß auf Arabisch zu besprechen.

Und an diesem Punkt hätte ich aufgehört zu lesen, wenn das Buch nicht ohnehin zu Ende gewesen wäre…

5 Meinungen

  1. Ich weiß jetzt, was drin steht und brauche das Buch nicht mehr zu lesen. Knapp und informativ.Danke!

  2. Lebt der Autor noch…..????

  3. @Himbi: Es leben noch: Herr Broder und der Autor dieses Blogbeitrages.Es lebt nicht mehr: Frau Fallaci@CAFF: In der Tat ist das Buch nicht die 16 Euro wert, die man dafür aufruft.

  4. 16 Euro….? das sind 32,- DM….oder 160,- DDR Mark…oder über 5 Monatsmieten in der DDR….ja echt, da wären Sie besser angelegt gewesen…lol

  5. Ja Henryk M. Broder schreibt, wie so manche Jounalisten ziemlich polemisch. Wer mehr über den Zusammenhang von Demographie (Überbevölkerung) und Gewalt erfahren will sollte besser von Gunnar Heinsohn das Buch „Söhne und Weltmacht“ lesen, denn das bezieht sich nicht eindimensional auf islamische Länder oder den Islamismus.Ein gutes hat die Debatte um Broder und Co. allerdings – zumindest beschäftigen sich jetzt mehr Menschen mit der Thematik – und greifen zu differenzierteren Analysen, denn das man bei Vertretern des Islam in Deutschland, wie auch bei politischen Parteien, nicht allein auf die öffentlichen Äußerungen, sondern das tatsächliche Handeln achten muss um sie einordnen zu können, kann als gesichert gelten.

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