Mythen und Wahrheiten im Zukunftsmanagement (Teil 4)

Mythos 4: Es gibt ausgefeilte Methoden, mit denen man sehr genau die langfristige Zukunft vorhersagen kann.

Falsch! Zur Erstellung langfristiger Prognosen wird eine Vielzahl an Methoden eingesetzt. Von sehr einfachen Ansätzen über Expertenbefragungen bis hin zu komplexen mathematischen Modellen. Keine Methode gibt jedoch eine Garantie für sichere Prognosen, weder die heute bekannten noch die zukünftig zu entdeckenden, denn die Zukunft bleibt offen. Im Jahr 1984 erfragte die Zeitschrift "Economist" für volks- und weltwirtschaftliche Eckwerte Prognosen von vier verschiedenen Personengruppen. Diese sollten Vorhersagen für das Jahr 1994, also einen Zeitraum von zehn Jahren, abgeben. Es galt die Inflationsrate in den OECD-Staaten, die durchschnittliche Wachstumsrate der OECD-Staaten und den Wechselkurs des britischen Pfunds zum US-Dollar zu prognostizieren. Die Redakteure befragten ehemalige Finanzminister von OECD-Staaten, Studenten der Wirtschaftswissenschaft in Oxford, Top Manager und The London Dustmen, die Londoner Müllmänner. Wer hat wohl die besten Prognosen abgegeben? Richtig, es waren die Müllmänner, zusammen mit den Top-Managern.

Wirklichkeit: Die Welt ist ein komplexes adaptives System, das sich nicht berechnen lässt. Die Erfahrung zeigt, dass es keinen zwingenden Zusammenhang zwischen der Ausgefeiltheit einer Prognosemethode und ihrer Treffsicherheit gibt. Häufig sind gerade die einfachen, intuitiven Methoden mit einer hohen Treffsicherheit gesegnet.

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