Mehr Bücher im Regal = Mehr auf dem Konto

Mehr Bücher im Regal = mehr auf dem Konto

Gemeinhin galt bisher die Leidenschaft fürs Literarische nicht gerade als Garant für Karriere und Reichtum. Eine internationale Studie zeigt nun: Wer früh viel liest, verbessert seine späteren Karrierechancen.
 
 
 
 
 

Wer früh viel liest, hat mehr vom Lebenslauf

Ein leidenschaftlicher Leser, der darüber hinaus selbst zur Feder greift, führt in der Regel eher ein armes Dasein – so könnte die landläufige Meinung sein. Man denke dabei nur an das legendäre Gemälde „Der arme Poet“ von Carl Spitzweg, das dieses Image seit weit über hundert Jahren symbolisch widergespiegelt hat. Doch eine aktuelle, im Economic Journal unter dem Titel „Books Are Forever“ erschienene Studie deutet nun darauf hin, dass das nicht immer so sein muss: Grundlage war das frühe Leseverhalten von 5.000 europäischen Männern in Relation zu ihrem späteren Einkommen.

21 Prozent mehr Gehalt – im Durchschnitt

Befragt wurden Probanden, die zwischen den Jahren 1920 und 1956 geboren wurden und in ihrer Jugend mindestens zehn Bücher freiwillig, also ohne Lesevorgaben aus der Schule oder dem familiären Umfeld, gelesen haben. Die Umfrage ergab, dass diese Personen im späteren Leben im Durchschnitt 21 Prozent mehr verdient haben als andere, nicht so belesene Mitmenschen. Dabei kommt die Studie zu dem erstaunlichen Schluss, dass es scheinbar nicht so wichtig ist, welche zehn Bücher man in seiner Jugend gelesen hat – und dass das freiwillige Lesen von mehr als zehn Büchern nicht unbedingt für noch mehr Gehalt sorgt. Aufgrund dieser Erkenntnisse ist etwas Skepsis angezeigt: Was ist zum Beispiel, wenn die Probanden in Haushalten aufwuchsen, in denen es weit mehr als ein Dutzend Bücher zum freiwilligen Lesen gab – was auf eine privilegierte Schichtenzugehörigkeit hinweist, die per se für bessere Gehalts- und Aufstiegschancen sorgt, die weit über Literaturkenntnisse hinausgehen. Eine Frage, die offenbleibt – aber dennoch: Man kann davon ausgehen, dass frühes Lesen das abstrakte Denken und die kognitiven Fähigkeiten fördert – was fürs spätere Berufsleben bekanntlich nicht verkehrt sein kann.

 

Fotoquelle: ThinkstockPhotos, 472576880, iStock, artisteer

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