Marcel Dzama: Der Folker unter den Wasserfarbenkünstlern

Eigentlich ist Marcel Dzama, der 1974 in Winnipeg, Kanada zur Welt kam, von seiner Erscheinung her so gar nicht das, was man sich unter einem Star der zeitgenössischen Kunstszene vorstellt.

Ausgesprochen harmlos und beängstigend schüchtern wirkt er, als wäre er nur aus Versehen in seine eigenen Ausstellungen geraten. Auch seine Bilder wirken auf den ersten Blick wie etwas altmodische Kinderzeichnungen.

Doch bei näherem Hinsehen zeigen sich Szenarien, die an Hitchcock oder David Lynch erinnern, in deren Filmen auch scheinbar Harmloses und Bekanntes sich zu surrealen Ausflügen in grausig-archaische Ebenen auftut.

Marcel Dzama nutzt gezielt naiv-kindliche Szenarien

Marcel Dzama benutzt das Niedliche, Kindhafte, um die Tragödien des 2. Jahrhunderts, die allgegenwärtige Gewalt und das Leiden, nur umso schockierender wirken zu lassen.  Die tieferen, oft kryptischen Aussagen stehen in krassem Kontrast zur verspielten Leichtigkeit des Stils und bilden doch gerade deshalb eine Einheit. Dzama erinnert daran, dass gerade die Kindheit nicht eine Welt des Idylls, sondern gerade auch eine des stillen Horrors und (Er-)Schreckens ist.

Von Kanada in die USA – eine Erfolgsgeschichte

Winnipeg ist nicht gerade als Nabel der Kunstwelt bekannt, aber schon auf der dortigen Kunstschule hatte Marcel Dzama die „Royal Art Lodge“ gegründet, einen Künstlerclub, der bis heute existiert und eine gewichtige Rolle in Winnipegs Kunstszene spielt. Doch nachdem 1997 Kurator Wayne Baerwaldt Dzamas Werke nicht nur in Winnipegs Plug In Gallery, sondern auch in der Richard Heller Gallery in Los Angeles unterbrachte, wo er schnell das Interesse großer Kunstsammler und Berühmtheiten wie Schauspieler Jim Carrey erregte, ließ Marcel Dzama Kanada hinter sich und zog nach New York. Sein Bekanntheitsgrad auch jenseits der Kunstszene stieg, als er nicht nur das Albumcover für Becks „Guero“ (2005) kreierte, sondern auch die Albumcover für „Reconstruction Site“ von the Weakerthans und die EP „Bed, Bed, Bed“ von They might be giants. Auch für seine eigene Band, „Albatross Note“ designt Dzama natürlich die Cover. Und nebenbei arbeitete er auch noch für Regisseur Spike Lee an dessen Film „Sad Ghost“ mit und illustrierte Bücher von Nick Hornby und Sarah Vowell.

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