Liu Bolin: Die Kunst vom unsichtbaren Mann

Liu Bolin werde von der Umgebung überzogen, wie er sagt, er verstecke sich nicht darin. Seinen, im Jahre 2005,  begonnenen Werkzyklus nennt er allerdings „Hidding in the City„. Was soviel, wie „abgetaucht“, „untergetaucht“, „versteckt in der Stadt“ meint.

Liu Bolin – unsichtbare Kunst

Seine Werke sind Fotos von ihm vor unterschiedlichen Hintergründen: Mauern mit chinesischen Schriftzeichen, Abbruchhäuser, Straßenmarkierungen, Supermarktregale oder Bäume. Aber man muss schon genau hinsehen, denn er ist ein unsichtbarer Mann in seinen Bildern. Dafür lässt er sich bis zu 10 Stunden von seinem Assistenten mit einer Ganzkörperbemalung über Gesicht und Bekleidung „verschwinden“.

Mit seinem Kunstwerk „Plasticizer„, was Weichmacher bedeutet, nimmt er die Weichmacher ins Visier, die in Plastikverpackungen stecken und die über die Nahrungskette von der PVC-Verpackung in das Gemüse, Obst oder Fleisch und danach, in unser Essen kommen.

Liu Bolin arbeitet auch politisch provokativ. Er zeigt sich mit hohen politischen Personen, bleibt dabei aber unsichtbar, bis auf die Stellen, an denen sie sich überschneiden.

Der unsichtbare Mann als Denkanstoß

Lio Bolin sagt, er bringe Menschen dazu, über Dinge nachzudenken. Aber seine Bilder sind nur Vorschläge, jeder solle selbst interpretieren. Zum Interpretieren muss man nachdenken…und das hat schon Joseph Beuys gefordert: „Wer nicht denken will, fliegt raus.“ Ob er das wirklich gesagt hat, oder es ihm nur zugeschrieben wird…bleibt dahin gestellt… Beuys forderte mit seinem Kunstverständnis die Menschen zum Denken, Fühlen und Wollen auf.

Auch Liu Bolin fordert den Betrachter auf, über seine Kunst nachzudenken- schon die Irritation über die Frage: „Wo ist er?“, lässt betrachten und suchen. Die Motive können sogar soziales Verantwortungsbewusstsein fördern…je nach Geschmack.

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