Liebe Lästerschwestern und -brüder!

Doch ohne Tratsch und Klatsch ist kein soziales Leben möglich, sagen die Psychologen. Rund zwei Stunden am Tag verbringen wir damit, über Leute zu reden, die gerade nicht anwesend sind. Nicht grundsätzlich ist Klatsch negativ. Klatsch verbindet, verbündet besser gesagt. Man fühlt sich zugehörig zu einer Gemeinschaft. Menschen, die nie lästern sind oft Außenseiter und haben nicht selten ernsthafte psychische Probleme.

Lästern ist, entgegen aller Vermutungen, nicht pauschal weiblich. Männer tratschen genauso gerne und ebenso viel.

Gerüchte gelten als das älteste Massenmedium der Welt, der Austausch von Informationen jedweder Art gehört zum Ursprung unserer Sprache. Und bereits in der Antike breiteten sich Gerüchte – ohne technische Hilfsmittel – mit atemberaubender Geschwindigkeit aus. Angeblich steckt in jedem Gerücht ein Körnchen Wahrheit und oft stellt es einen wesentlichen Teil der öffentlichen Meinungsbildung dar.

Ohne den täglichen Büroklatsch ist kein gutes Betriebsklima denkbar. Zu keiner Zeit erfährt man mehr über Firma, Kollegen und Vorgesetzte, als in der Kaffeepause in der Küche, beim Mittagessen in der Kantine, in der Raucherpause. Ungeschriebene Regeln werden hier weitergegeben, die für den beruflichen Erfolg häufig von Vorteil sind.

Der Austausch von Klatsch und Gerüchten erfüllt beim Menschen eine ähnliche Funktion wie das Lausen bei Affen. Die gegenseitige Körperpflege verstärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl, das Gehirn dankt es mit der Ausschüttung von Glückshormonen.

Dieser Zustand führt so weit, dass es gar als unangenehm empfunden wird, wenn überhaupt nicht über einen gesprochen wird. Denn dies bedeutet, dass man unsichtbar ist, ein Niemand. Ein soziales Todesurteil sozusagen, denn so fehlt auch das Wissen, an welcher Stelle man in der Gemeinschaft steht.

Um es mit Oskar Wilde zu sagen: „ Nur eines ist schlimmer als Klatsch, wenn über einen nicht geredet wird."

Anmerkung: Natürlich geht es hier in diesem Artikel lediglich um ein gesundes Maß an Klatsch und nicht um die negative Form z.B. des Mobbings, die selbstverständlich zu verurteilen ist.

3 Meinungen

  1. Klatsch und Tratsch drehen sich oft im Kreis und sind daher eine schlimme Zeitverschwendung.Dass Menschen, die nie lästern, häufig psychische Probleme haben, ist das Dümmste, was ich je gehört habe. Vielleicht vertun Leute, die nie lästern, nur nicht ihre Zeit mit Grundschulniveau-Kinder-Klatsch-Quatsch. Klatsch ist mir schon deshalb suspekt, weil er im Grunde dazu dient, andere aus einer gemeinschaft auszuschließen.Ich finde, dass mindestens die Hälfte der viel tratschenden Leute doch bedenkliche chararkterliche Defizite aufweisen (klatschen und tratschen, damit Dritte sich unwohl und ausgeschlossen fühlen: Bäh!

  2. Ich finde ein bißchen Klatsch und Tratsch ist okay. Und jeder der behauptet er würde nie tratschen und ein bißchen lästern lügt. Über andere übel herzuziehen finde ich auch nicht in Ordnung.

  3. Tratsch & Klatsch gehört zum Alltag! Aber ich finde es sollte nie unter die Gürtellinie gehen und andere verletzen. Meistens kommt sowas nämlich am Ende doch raus…

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