Lernen von Dr. House & Co.

Eigentlich mag ich keine Arztserien – mit einer großen Ausnahme. Wie bis zu sechs Millionen Zuschauer bin auch ich ein großer Fan des griesgrämigen Eigenbrödlers Dr. House. Deshalb freue ich mich ganz besonders auf die dritte Staffel der Erfolgsserie, die heute um 21.15 Uhr auf RTL startet. Ich finde diesen Dr. Gregory House einfach super. Vermutlich, weil er anders ist als die Helden der anderen Arztserien. Ich muss allerdings zugeben, dass ich mir privat einen etwas kommunikativeren und freundlicheren Mediziner wünschen würde. Keine Frage, Dr. House ist eine Ausnahme im Artserien-Genre. "Generell werden etwa neunzig Prozent der Ärzte und des Pflegepersonals in Krankenhausserien als kompetent und fürsorglich dargestellt", sagt Constanze Rossmann, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Instituts für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung an der Münchner Ludwig-Maximilians- Universität gegenüber dem Tagesspiegel.  Fernsehärzte sehen grundsätzlich gut aus, sie sind alle fachlich top und kümmern sich zusätzlich um die privaten Probleme ihrer Patienten. Entsprechend groß ist die Enttäuschung, wenn der Zuschauer irgendwann zum Krankenhauspatienten wird und feststellt, dass es vor Ort weder Prof. Brinkmann noch Schwester Stephanie gibt. Im wirklichen Krankenhausleben ist so manches anders als auf der Mattscheibe. So hält das vermeintlich gute medizinische Wissen des Patienten der Realität meist nicht stand. Es kann passieren, dass Patienten glauben zu wissen, was passiert. Sie kennen das ja aus dem Fernsehen und fühlen sich bestens vorbereitet. Deshalb hören sie den Ärzten oder Pflegefachkräften nicht richtig zu, was natürlich problematisch ist.

Ein großer Irrtum scheint die Interpretation jener schicksalsträchtigen Nulllinie zu sein, die in Arztserien oft Hochspannung erzeugt. Jeder kennt diese markante Szene, die in keiner guten Arztserie fehlen darf: Auf dem Messgerät erscheint eine langgezogene Linie, es piept – aha, Patient tot, lautet die Diagnose des Laien. "So ist es natürlich nicht", weiß Wolfgang Harringer, Chefarzt der Herz-Thorax-und- Gefäß-Chirurgie des Städtischen Klinikums in Braunschweig, zu berichten. Natürlich sei dieser durchgezogene Strich sehr plastisch für Laien, doch selbst nach solch einer Nulllinie habe man fünf bis zehn Minuten Zeit, Wiederbelebungsversuche durchzuführen.

Neben der Nulllinien-Misere ist medizinische Besserwisserei auf der Basis von TV-Fachwissen ebenfalls nicht gerade gut für das Arzt-Patienten-Verhältnis. Irgendwo im Internet habe ich einmal die Klage eines Arztes gelesen, der sich darüber ärgert, dass manche seiner Patienten (vorzugsweise Frauen in reiferem Alter) permanent dazwischenfunken und jede Diagnose oder Empfehlung hinterfragen. Manchmal mit den Worten: "Aber, aber, Herr Doktor, in der Schwarzwaldklinik wurde das ganz anders erklärt."

Ich meine, es ist gut, wenn sich Leute für medizinische Themen interessieren. Man kann durchaus aus Arztserien lernen. Es heißt, dass die US-Serien "Emergency Room" (ER) und "Dr. House" medizinische Maßnahmen weitgehend richtig darstellen und Medikamentennamen sowie Fachausdrücke korrekt sind. Doch sollten Zuschauer das in Arzt- und Krankenhausserien Gezeigte nicht als eine Art von Standard für den Medizinbetrieb sehen. Ich habe meinen Spaß daran, wenn Dr. House so herrlich fies ist und am Ende fast immer seine medizinischen Fälle lösen kann. Ab und zu greife ich auch zum medizinischen Wörterbuch, um bestimmte Fachbegriffe nachzulesen. Dennoch sind und bleiben Arztserien für mich primär Entertainment.

4 Meinungen

  1. in der folge „zu den sternen“ (11.09.07) gebrauchte house für das „foetus in foetu“-phänomen einen anderen begriff, den ich leider akkustisch nicht verstanden habeda ich die folge nicht mitschneiden konnte, fehlt mir die möglichkeit das nachzuhörenvielleicht ist jemand medizinisch so versiert, mir da auf die spünge helfen zu können.danke

  2. Guter Beitrag ! Zunächst möchte ich mich als Zahnarzt und „Dr.House“ Fan outen. Anders als der Verfasser des Beitrags würde ich mir persönlich viel lieber einen Arzt wünschen, der mehr bemüht ist, die richtige Diagnose zu finden als nett oder gesprächig zu sein. Denn ohne die richtige Diagnose ist in der Regel auch keine wirkungsvolle Therapie möglich. Und gerade dies zeigt uns „Dr. House“ immer wieder exemplarisch auf, wie schwer und wichtig zugleich es ist, die richtige Diagnose zu finden. Die Diagnose ist eine intellektuelle Leistung, die leider nicht immer entsprechend gewürdigt wird, da der lange, schwierige Weg der Diagnosefindung für den Patienten selten ersichtlich ist. Und gerade diese „Sichtbarmachung“ gelingt der Serie „Dr.House“.

  3. Foetus in Foetu finde ich persönlich sehr interressant! Soweit ich weiß tritt dies bei einem winzigen Prozentsatz von Zwillingsschwangerschaften auf! Dabei gerät ein Zwilling, der sich nicht richtig entwickelt hat, in den anderen Hinein. Dieser kann dann dort unter Umständen sehr lange sein! Es kann vorkommen, dass der verkümmerte foetus sehr lange nach der Geburt (Jahrzehnte) als Parasit in seine Geschwisterkind „leben“ kann! So gab es in Indien einen „schwangern Mann“, dem sein Zwilling mit 40 entnommen wurde! Diese war schon ziemlich stark entwickelt! Der verkümmerte foetus kommt aber auch einfach nur als fremde DNA vor, wie bei Dr. House! Ich errinere mich an eine Akte X Folge in der ein Mann von seinem Zwilling kontrolliert wurde! Das ist natürlich absurd, bezieht sich aber wohl auf tatsächlich Mögliche Phänomene wie die Visionen des Patienten bei Dr. House!Das war jetzt alles sehr schwammig, Laienhaft und teilweise zusammengedichtet, aber ich hoffe einen groben überblick gegeben zu haben!www.nix.hur

  4. Zahnarzt Dr. Herholz

    Die meisten Patienten kommen mit einer gewissen Anspannung zum Zahnarzt, einige sind recht ängstlich. Meistens können wir dennoch eine effiziente Behandlung durchführen, wenn wir den Patienten beruhigt, entsprechend aufgeklärt und mit einer guten Anästhesie versorgt haben. Es gibt jedoch immer wieder mal Fälle von echter Zahnbehandlungsphobie. Häufig leiden diese Patienten an regelrechter Panik und haben daher notwendige Behandlungen lange aufgeschoben. Ist nun eine Behandlung akut notwendig, kann man in diesen Fällen auch auf eine Narkosebehandlung zurückgreifen. Wir arbeiten mit einem versierten Kieler Anästhesisten zusammen. In unseren Praxisräumen, also in gewohnter Atmosphäre, kann dann unter Narkose behandelt werden. Dies geschieht so genau abgestimmt und schonend, dass der Patient gleich nach Ende der Behandlung wieder aufwacht und nach einer kurzen Verweilzeit die Praxis wieder verlassen kann.

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