Krawalle begleiten Eröffnung des EZB-Neubaus

1,3 Milliarden Euro hat der Neubau der Europäischen Zentralbank (EZB) gekostet, 185 Meter ist er hoch. Architektonisch bietet der Turm durchaus interessante Aspekte – mit seinen Schrägen und fehlenden rechten Winkeln. Architektur stand allerdings nicht im Vordergrund, als das Gebäude am Mittwoch in Frankfurt eröffnet wurde. Begleitet wurde die Zeremonie nämlich von massiven Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten – über 100 Menschen wurden verletzt.

Polizei und Blockupy mit gegenseitigen Schuldzuweisungen

Sowohl im Frankfurter Ostend, wo die EZB ihren Sitz hat, als auch in der Innenstadt kam es zu gewaltsamen Protesten. Nach Angaben einer Polizeisprecherin wurden bei den Ausschreitungen Polizeiautos in Brand gesetzt, Steine flogen auf Polizisten, Feuerwehr und Straßenbahnen. Außerdem wurden Barrikaden errichtet. Rund 90 Polizisten wurden verletzt, aber auch zahlreiche Demonstranten. Sprecher Frederic Wester von Blockupy-Bündnis, das im Vorfeld der Veranstaltung zu Protesten aufgerufen hatte, räumte ein: „Das ist nicht so, wie wir von Blockupy den Tag geplant haben.“ Wester sprach allerdings auch von einem „Bürgerkriegsszenario“ seitens der Polizei, das von vielen Demonstranten „als Herausforderung und Provokation begriffen worden ist.“ In den Tagen vor dem Protest hatte Blockupy zu einem lauten, bunten, aber friedlichen Protest aufgerufen. Nach Auffassung des Bündnisses schließe dies allerdings auch Blockaden ein. Die Sicherheitskräfte nahmen etwa 550 Protestierer vorläufig fest.

Polizei setzt Wasserwerfer ein

Nach Polizeiangaben waren am Mittwochvormittag rund 3.000 Demonstranten am Zaun aufgezogen. Der Versuch, das weiträumig abgesperrte Gelände der EZB zu stürmen, war allerdings vergeblich. Laut Blockupy befanden sich insgesamt etwa 6.000 Aktivisten in der Stadt, davon 1.000 aus dem Ausland. Nachdem im Umkreis des EZB-Geländes mehrere Brände gelegt worden waren, ging die Polizei unter Einsatz von Wasserwerfern massiv gegen die Protestierenden vor. Aus der Menge der Demonstranten flogen Steine und Böller gegen die Wasserwerfer.
Um 14 Uhr versammelten sich Tausende Menschen zur Hauptkundgebung von Blockupy auf dem Römerberg in der Innenstadt. Eine italienische Gewerkschafterin forderte „ein Europa der Bürger und nicht der Banken“, von der Bühne erklang griechische Musik. „Wir Demokraten kämpfen gegen die Politik der Verarmung und gegen gigantische Verteilung von unten nach oben“, sagte Jochen Nagel, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft.

Bildnachweis: Thinkstock, iStock, spaceport9

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