Krankes Deutschland: 2015 gab es so viele Fehltage wie nie

Krankes Deutschland: 2015 gab es so viele Fehltage wie nie

Laut einer Studie der Deutschen Angestellten Krankenkasse blieben im Jahr 2015 täglich rund 41 von 1000 Erwerbstätigen aufgrund von Krankheit ihrem Arbeitsplatz fern. Der allgemeine Krankenstand erreichte somit Rekordniveau und hielt sich auf dem höchsten Stand seit 16 Jahren.



Die häufigsten Ursachen für den drastischen Anstieg

Für die meisten Fehltage waren Muskel- und Skeletterkrankungen verantwortlich. Viele Patienten litten beispielsweise unter Rückenschmerzen. Auf dem zweiten Platz rangieren psychische Leiden wie etwa das Burn-out-Syndrom. Bei den Männern stieg die Anzahl von Herz-Kreislauf-Erkrankungen drastisch an. Auffallend ist ebenfalls, dass die Patienten gleichzeitig immer jünger werden. Während noch vor einigen Jahren hauptsächlich Männer ab dem 40. Lebensjahr an Herz-Kreislauf-Erkrankungen litten, sind heute schon viele Männer ab dem 30. Lebensjahr betroffen. Eine weitere Ursache für den hohen Krankenstand war 2015 eine größere Grippewelle. Rund 60.000 Influenza-Fälle wurden offiziell gemeldet.

Frauen sind häufiger krank als Männer

Die Statistik besagt, dass an jedem Arbeitstag von 1000 Frauen 44 bei der Arbeit fehlten. Bei den Männern erkrankten von 1000 rund 39 Personen. Dafür wurden die Männer im Schnitt länger krankgeschrieben. Dies ist unter anderem dadurch zu erklären, dass Frauen öfter zur Vorsorge gehen als Männer. Weitere Gründe sind Komplikationen in der Schwangerschaft und die Kinderbetreuung. Frauen litten am häufigsten unter psychischen Krankheiten wie Depressionen. Jede elfte erkrankte Frau erhielt Antidepressiva. Zum Vergleich: Bei den Männern wurden jedem Zwanzigsten Psychopharmaka verordnet. Die Depressionen treten bei Frauen sowie bei den Männern meist zum ersten Mal im Alter von 25 – 35 Jahren auf. Depressionen bei Frauen haben besonders häufig familiäre Faktoren als Ursache. Bei den Männern ist die Erkrankung meist auf psychische Belastungen durch ihre Berufsausführung zurückzuführen.

Hoher Schaden für die deutsche Wirtschaft

Alleine die Grippewelle 2015 kostete die deutsche Volkswirtschaft rund 2 Milliarden Euro. Experten schätzen einen Rückgang des Bruttosozialproduktes um 0,3 Prozentpunkte. Um die Krankheitszahlen 2016 zu reduzieren, empfehlen Ärzte und Krankenkassen allen Angestellten und Arbeitern, sich gegen Grippe impfen zu lassen. Psychische Erkrankungen, wie Depressionen, lassen sich durch eine ausgewogene Lebensweise und eine gesunde Work-Life-Balance vermeiden. Gegen Muskel- und Skeletterkrankungen wird sportliche Betätigung empfohlen.


Bildquelle: Thinkstock, 156416601, Wavebreak Media, Wavebreakmedia Ltd.

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