Konstruktive Kritik im Job

Kritik am Angestellten, Kollegen oder sogar Chef fällt den wenigsten leicht, es sei denn, sie kritisieren eher, um sich selbst in einem guten Licht zu präsentieren. Aber wer wirklich Verbesserungsvorschläge hat – denn genau das ist mit konstruktiver Kritik gemeint – der sollte damit nicht hinter dem Berg halten, falsche Höflichkeit hat noch niemandem geholfen. Wie man diese Kritik am Besten äußert, erfahren Sie hier.

konstruktive Kritik: So wirds gemacht!

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Der gute Grund

Persönliche Gründe oder einmaliges Missverhalten sollten niemals ausgenutzt werden, um beispielsweise Mitarbeiter kritisieren zu wollen. Konstruktive Kritik ist eine sachliche Anmerkung von Missständen, die auch behoben werden können. Daher sollte man sich vorher überlegen, ob man wirklich die richtigen Gründe hat, Kritik zu äußern.

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Ansprechhaltung

Kritik sollte immer unter vier Augen geäußert werden, alles andere sorgt nur dafür, dass der Kritik-Empfänger bloßgestellt wird und demnach verteidigend reagiert, ohne wirklich auf die wichtigen Punkte zu achten. Ein privates Gespräch lässt auch einen vertrauensvollen Rahmen zu.
Wichtig ist außerdem, dass das Gespräch locker und positiv bleibt. Standpauken, sofortige Anschuldigungen und erhobene Zeigefinger sorgen ebenfalls für eine Abwehrhaltung und bringen nichts als Unmut.

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So formulieren Sie die Kritik richtig

Vorurteile sollten vermieden werden. Daher sollte das Problem genannt werden, aber nicht mögliche Gründe oder schlimmer, pseudo-psychologische Erklärungsversuche, die den Kollegen betreffen.
Eine konstruktive Kritik sollte aus Sicht des Kritikers beschrieben werden, dabei hilft es, die Situation, wie man sie selbst empfindet zu beschreiben und dem Kollegen danach die Chance zu geben, darauf zu antworten und seine Sicht der Dinge zu beschreiben. Nicht selten kommen dabei ganz andere Gründe zum Vorschein, als man erwartet hat. Lassen Sie Ihr Gegenüber erklären, warum es dazu kommt, bleiben Sie dabei immer offen, wenn Ihnen etwas dabei komisch vorkommt, fragen Sie ruhig nach, ohne Misstrauen zu implizieren. Erinnern Sie sich daran, dass es um einen Dialog geht.

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Lob nicht vergessen

Wenn Sie konstruktive Kritik anbringen, heißt das meistens auch, dass Sie davon ausgehen, dass das Problem behoben werden kann, ergo, dass der Mitarbeiter sehr wohl kompetent genug ist, eventuelle Fehlerquellen zu erkennen und zu beseitigen. Sagen Sie das auch, zeigen Sie, dass Sie Vertrauen darin haben, dass eine Verbesserung möglich ist. Sagen Sie auch, was Ihnen sonst an der Zusammenarbeit gefällt, damit der Kritisierte ein Gefühl dafür bekommt, dass es hierbei nicht um einen persönlichen Angriff geht, sondern um ein rein sachliches Problem. Fristen und Drohungen sollten möglichst nicht eingesetzt werden, weil sie den Kollegen unter Druck setzen. Stattdessen sollten Sie Zuversicht ausstrahlen, dass eine Verbesserung schnell möglich ist. Motivation, anstelle von Zwang.

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Kritik am Chef

Die Kritik am Chef ist eine schwierige Angelegenheit, da man oftmals Angst hat, dass man dadurch seinen Job riskiert oder zumindest negativ auffällt. Aber oftmals ist genau das Gegenteil der Fall, wenn es sich bei dem Anliegen um konstruktive Kritik handelt, denn dadurch erkennt der Chef, dass Sie nicht nur ihre Arbeit machen, sondern dass Sie auch in Ihre Arbeit investieren und sich darüber Gedanken machen. Kritik am Chef funktioniert am besten, wenn Sie eher vorschlagen, als fordern. Machen Sie von Anfang an klar, dass es Ihre persönliche Meinung ist. Solange Sie nicht in Absprache mit den Kollegen handeln, ziehen Sie keine anderen Namen mit hinein und vermeiden Sie wage Ausdrücke wie „wir“ oder „viele denken, dass“. Zeigen Sie sich selbstbewusst, aber respektvoll. Auch wenn Sie den Chef kritisieren, gelten die oben genannten Hinweise. Führen Sie das Gespräch unter vier Augen, fragen Sie dafür vorher persönlich nach einem Termin, leiten Sie ein, indem Sie erklären, warum Sie gerne an Ihrem Arbeitsplatz arbeiten und warum es deshalb wichtig für Sie ist, dass auch alles gut läuft, dann haben Sie eine gute Plattform und der Chef wird wissen, dass es Ihnen ernst ist.

Tipps und Hinweise

  • Sachliche Probleme aus persönlicher Sicht beschreiben, das ist die Balance, die sie bei konstruktiver Kritik halten sollten.

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