Israels Debakel im Libanon

Erklärt den Sieg und haut ab!“ Das riet ein Freund dem US-Präsidenten Lyndon B. Johnson als die USA sich in Vietnam verzettelten. Den gleichen Rat gibt der Publizist Uri Averny nun Ehud Olmert und Amir Peretz [Syrien durch das Zielrohr oder Ein niedlicher, kleiner Krieg…..]. 


Averny hat womöglich Recht, denn welches Ziel könnte Israel im Libanon noch erreichen und mit welchen Mitteln? Die Zerschlagung der Hisbollah aus der Luft hat sich nach mehrwöchigem Bombardement als unmöglich erwiesen. Das genaue Gegenteil ist eingetreten, die Terrororganisation erhält täglich Zulauf. Nach dem Kana-Massaker konnte man auf Beiruts Straßen Maronitische Christinnen im Gucci-Kostüm Nasrallah-Plakate schwenken sehen. Ein schöner Erfolg – für die Hisbollah!
 
Statt aber die 48-stündige Feuerpause nach der Kana-Katastrophe zur Reflexion der Situation zu nutzen, heißt es jetzt aus Jerusalem: „Israel wird die Offensive gegen Hisbollah ausweiten und verstärken, denn nach einer sofortigen Waffenruhe wird sich die Hisbollah schnell regenerieren können und dann sind wir in wenigen Monaten wieder am selben Punkt wie vorher“, soweit Israels Verteidigungsminister Peretz heute vor der Knesset [SpOn: Israel will Offensive verstärken].

Also gibt es einfach noch drei Wochen Krieg und dann ist die Hisbollah erledigt? Wenn man sich die asymmetrischen Kriege der jüngsten Geschichte anschaut, ist ein nachhaltiger Erfolg doch eher unwahrscheinlich. Wie soll dieser Krieg nun überhaupt weitergeführt werden? Die Feuerpause war jedenfalls recht kurz: [SpOn: Israel fliegt neue Luftangriffe].
 
Vermutlich wird Israel jetzt versuchen mit Bodentruppen eine Sicherheitszone im Südlibanon zu etablieren. – Ein erprobtes und bereits spektakulär gescheitertes Konzept. Als die israelische Armee 1982 den Libanon besetzte, wurde sie von den Schiiten als Befreier empfangen. Sie hofften, Israel würde die PLO-Kräfte vertreiben, die damals die Kontrolle über das Gebiet hatten. Aber als ihnen klar geworden war, dass Israels Armee dort ist, um zu bleiben, begannen sie einen Guerilla-Krieg, der 18 Jahre lang andauerte. In diesem Krieg ist die Hisbollah entstanden und breitete sich aus, bis sie die stärkste Organisation im ganzen Libanon wurde.
 
Offensichtlich soll die nächste Sicherheitszone von einer internationalen Truppe kontrolliert werden. Die diplomatischen Bemühungen der letzten Tagen weisen schon deutlich daraufhin, dass diesmal auch die Europäer in den Konflikt involviert werden könnten.
 
Für Israels Falken hätte das einen enormen Charme, denn die an dieser Truppe beteiligten Nationen würden endlich zur Kriegspartei. Maximal konfliktausweitend wäre eine NATO-Mission mit robustem Mandat. Nach einigen Hisbollah-Aktionen gegen französische oder gar deutsche Soldaten würden die gemäßigten Töne aus Europa schnell verstummen und die Frontlinien für den „Clash of Civilizations“ wären endlich klar definiert.
 
Stellt sich nur die Frage, was damit für die Sicherheit Israels langfristig gewonnen wäre?


Prof. Tony Judt, Direktor des Remarque Instituts an der New Yorker Universität sieht in Zukunft sogar die Existenz Israels durch eine zunehmende Wahrnehmungsänderung in der Welt gefährdet [Tony Judt: „Panzer mit David-Stern – Israel, in den Augen der Welt längst ein normaler Staat – nur benimmt er sich vollends anormal“].
 
Ach so, von der Befreiung der entführten israelischen Soldaten spricht selbstverständlich niemand mehr, die sind einfach nur zwei Posten mehr in der „Body Count“-Bilanz…
 



Die Chefarztfrau

26 Meinungen

  1. Ich schlage vor, dass Israel den Norden seines Landes räumt und das Gebiet für Raketenzielversuche der libanesischen Milizen zur Verfügung stellt.Die Juden der Welt können derweil dafür beten, dass die Hisbollah niemals modernere, weitreichendere Raketen als heute einsetzt. Falls doch wird UN-Kofi oder einer seiner Nachfolger um Betroffenheit gebeten.

  2. Don’t blame the Messenger!@ Boche,ich kann nichts dafür, wenn deine Leute den Krieg um die Köpfe der Menschen verlieren. Die Extremisten aller Lager haben den Israeli eine perfide Falle gestellt und der naive Olmert stolpert mit Hurra rein…….wir Europäer müssen da nicht unbedingt hinterher!Nach Deiner Logik wäre es nur konsequent, die Palästinenser-Ghettos zu räumen…..frei nach Henryk .M. Broder: „Täter leben länger und haben mehr Spaß!“ Wenn ich die israelische Politik seit 1948 revuepassieren lasse, stellt sich mir langsam die hässliche Frage, ob das Konzept vom „Volk Gottes“ von dem der „Herrenrasse“ wirklich so grundsätzlich verschieden ist? De facto ist die israelische Aussenpolitik ein blutiges Fiasko und das seit Jahrzehnten. Wenn es wenigstens irgendeinen Erfolg gäbe, ließen sich die Mittel ja vielleicht noch rechtfertigen, aber so?

  3. Also die Durchsetzung der Un-Resolution 1559 ist für mich ein Kriegsziel. Und statt ein „Kana-Massaker“ anzuprangern, könnte man auch die Mittel der Kriegführung der Hisbollah ächten. Sie nutzen die Zivilisten zum einen als menschliche Schutzschilde und zum anderen beuten sie ihr Leid für propagandistische Zwecke aus. Wie du bereits schriebst, es handelt sich um einen asymmetrischen Konflikt, in dem die Bilder die stärksten Waffen des Schwächeren sind. So einen Krieg kann man kaum militärisch gewinnen, sehr wohl aber politisch verlieren. Und diese Niederlage wird sich Israel wohl schon bald eingestehen müssen.

  4. @ Stefan Bruhn ,“Und diese Niederlage wird sich Israel wohl schon bald eingestehen müssen.“ Das ist eben der Punkt, die Hisbollah wird den propagandistischen Sieg davontragen…..bitter!Aber ebenso bitter ist Israels Politik seit ca. 1980, sie hat diese Eskalation tatsächlich mit verursacht……Israel muss diese Entwicklung stoppen, sonst wird die Sache tatsächlich existenzgefährdend. Wenn irgendwann die Haltung der USA bröckelt……..Verdammt, es ist Zeit Politik zu machen!

  5. „Israel muss diese Entwicklung stoppen, sonst wird die Sache tatsächlich existenzgefährdend.“ –> Ich glaube, dass das der Punkt ist. Die Frage lautet aber wie. War es Verzweiflung, die Israel in den Krieg getrieben hat? Dass Guerilla-Kriege nicht zu gewinnen sind, müsste Israel doch aus eigener Erfahrung bewusst gewesen sein. Aber würde eine Stärkung des Libanon, mithilfe der Weltgemeinschaft inklusive Israel, ausreichen, um die innenpolitischen Probleme in den Griff zu kriegen? Ich denke kaum. Ich kann mirt auch nicht vorstellen, dass ein starker Libanon gegen die Hisbollah vorgehen würde. Das Problem für Israel ist, dass egal was er macht, am Ende verliert er sowieso. Die Aussichten respektive Hoffnungen auf einen militärischen Sieg scheinen größer (gewesen) zu sein, als die Erfolgsaussichten von Schreibtischdiplomatie.

  6. Die Schwierigkeit im Konflikt zwischen Israel, der Hisbollah und dem Staat Libanon liegt in seiner Komplexität. Genauso komplex sind auch dei Gründe für den Konflikt. Die Hisbollah führt einen Krieg, bei dem es auch um ihre Existenz geht. Aber sie führt den Krieg gegen Israel auch als Stellvertreterkrieg für den Iran. Dessen Probleme sind ja hinlänglich bekannt. Bei Vorraussagen zum Verlauf des Konfliktes wäre ich vorsichtiger. Natürlich mehren sich die üblichen Stimmen, die ein Ende der Kampfhandlungen verlangen. Aber Einigkeit über das weitere Vorgehen gegen beide sichtbaren Kriegsparteien herrscht nicht. Man kann leicht Vorraussagen treffen wie: Although the centrality of Israel-Palestine to tensions in the Middle East will manifest its reality, the Bush administration will not back away from its support for the hardliners in Israel, unless Israelis themselves chart a (Interhemispheric Resourcecenter 2004). Aber der genaue Einblick in die innerisraelischen Politikbläufe (Protagonisten, Vetoplayer) der fehlt. Auf der anderen Seite bleibt unklar, wie hoch der Preis der Unterstützung der Hisbollah durch dne Iran für den Iran ist. Schließlich ist dies im Atomstreit Verhandlungsmasse. Letztlich bleibt die Frage, was ist militärischer Erfolg. Stellt nicht die Vernichtung von Katjuschaabschussrampen einen wesentlichen Beitrag zur Sicherheit Nordisraels dar. Und kann nicht auch eine mit robusten Mandat ausgestattete UN-Truppe ein Erfolg sein? Aber bitte, keine Spekulationen mehr. Illusionäre Fakten werden seit Jahren jeden Tag im Nahen Osten geschaffen. Maronitische Christen die Fahnen und Plakate mit Nasrallah schwenken, entpuppen sich später als Palästinenser, die am 11. Septmber 2001 jubelten. Bisher drängen die Maroniten auf einen Waffenstillstand. Eine kurze Gecshichte des Libanon für alle, die mitreden wollen, gibt es hier. (NZZ online)

  7. Ich kann nichts dafür, wenn deine Leute den Krieg um die Köpfe der Menschen verlieren Meine Leute? Bitte projiziere dein Lagerdenken nicht auf mich. Nach Deiner Logik wäre es nur konsequent, die Palästinenser-Ghettos zu räumenZieh keine Schlussfolgerungen aus einer Logik, die du nicht verstanden hast. Wenn ich die israelische Politik seit 1948 revuepassieren lasse, stellt sich mir langsam die hässliche Frage, ob das Konzept vom „Volk Gottes“ von dem der „Herrenrasse“ wirklich so grundsätzlich verschieden ist? Juden = Nazis?Ich hatte dich für intelligent genug gehalten, deine Gesinnung nicht so offen zu äußern. De facto ist die israelische Aussenpolitik ein blutiges Fiasko und das seit Jahrzehnten.Wenn man sieht, dass es Israel trotz aller arabischer Angriffskriege und Terrorattacken noch gibt, kann man das kaum als Fiasko bezeichnen.Außer natürlich, genau das sieht mancher als Fiasko an.

  8. Ich bitte die unschöne und unklare Formatierung zu entschuldigen. Aber das liegt leider an den mangelnden Möglichkeiten hier, HTML-Code einzusetzen.

  9. @ Boche,die Kunst der Polemik „at its best“, aber da stehen wir uns ja in Nichts nach! (Ich benutze den Begriff Polemik nicht abwertend, schließlich ist auch das Streiten eine Kunst.)Tatsächlich hast Du auf alle Provokationen, wie gewünscht und erwartet, reagiert. Also zunächst Danke, aber nun gilt es fortzufahren:Zitat: „Meine Leute? Bitte projiziere dein Lagerdenken nicht auf mich.“ Du bist also kein Freund Israels? (Unterstellung ist immer nett oder? Da mache ich einen textimmanenten Antisemitismusvorwurf….)Zitat: „Nach Deiner Logik wäre es nur konsequent, die Palästinenser-Ghettos zu räumenZieh keine Schlussfolgerungen aus einer Logik, die du nicht verstanden hast.“ Das ist doch lediglich die finale Konsequent dieser Politik. Am erfolgreichsten würde ich hier mit „Überidentifikation“ arbeiten. Es wirkt übrigens ziemlich hilflos, seine Kontrahenten als unverständig zu bezeichnen und dann den Beleg schuldig zu bleiben.Zitat: „Juden = Nazis?Ich hatte dich für intelligent genug gehalten, deine Gesinnung nicht so offen zu äußern.“Welche Gesinnung meinst Du denn, mir attestieren zu können?Um es jetzt mal ganz eindeutig zu formulieren: Die Israelische Politik in den besetzten Gebieten ist eine Rassistische Politik und der bestdenkbare Nährboden und die Scheinlegitimation für Terror und Antisemitismus in der islamischen Welt.“By the Way”: @ grünschnabel,mit deinen Zweifeln an den Fernsehbildern hast Du selbstverständlich Recht, da ist Manipulation ja fast schon die Regel.

  10. Hallo „Chefarztfrau“,Das jüdische Volk und die Ideologie der Nazis in einem Satz zu nennen bzw zu vergleichen zeigt deutlich, daß Du nicht allzu viel verstehst von Politik.Deine Sprache auf Deiner Seite „Chefarztfrau“ in der Vergangenheit über behinderte Menschen hat allerdings eine Menge Ähnlichkeit mit dem Sprachgebrauch der Nazis.

  11. Ich weiß nicht, was ihr habt. Chefarztfrau schreibt, dass sich ihm langsam die Frage stellt, ob das Konzept der „Herrenrasse“ und der des „Volk Gottes“. Die Frage wird man ja wohl noch stellen dürfen. Beide hilten sich für auserwählt. Damit ist eine Vergleichsgrundlage gegeben. Von der Chefarztfrau wurden keinerlei Vergleiche hinsichtlich der Methoden angestellt und so denke ich, dass die Formulierungen durchaus PC sind. Über Inhalte und Positionen kann man ja streiten.

  12. Von Chefarztfrau | 1. August 2006 | 17:22 Löschen @ Stefan Bruhn,ich denke Du hast meinen Vergleich richtig verstanden. Klar, die Aussage ist sehr provokativ, aber vielleicht hilft es ja festegefügte Wertungen zumindest kurz in Frage zu stellen.Meine Position ist keine antiisraelische, sondern das genaue Gegenteil.Für mich ist z.B. Uri Averny, als ehemaliger Knessetabgeordneter wohl des Antisemitismus unverdächtig, ein mutiger Befürworter einen anderen Politik.Genauso wies der „Oslo-Prozess“ in diese Richtung:Damals hatten die alten „Krieger“ Jassir Arafat und Jitzhak Rabin den richtigen Weg beschritten. Der ehemalige Ultra-Hardliner Rabin (Er setzte brutale Methoden ein, um die Erste Intifada zu beenden und wurde mit dem Ausspruch berüchtigt: „Wir werden ihre Hände und Beine brechen“ – bezogen auf die jugendlichen Steinewerfer…) änderte seine Haltung grundlegend. Zitat aus seiner letzten Rede:“ Der Weg des Friedens ist dem Weg des Krieges vorzuziehen. Ich sage Euch dies als jemand, der 27 Jahre lang ein Mann des Militärs war.“- Israelische RECHTSRADIKALE haben mit ihrem Anschlag auf Rabin diesen Prozess beendet….Den islamischen Extremisten kam das Attentat natürlich ebenfalls gelegen. Dieser Weg zum Frieden wird auch ohne Kriege lang und blutig werden, aber es ist der einzig mögliche Weg!

  13. Eine weitere kritische Stimme aus IsraelMindestens lesenswert, die israelische Friedensbewegung wird ja derzeit überall mundtot gemacht.Von Ilan Pappe: Was will Israel eigentlich? The Electronic Intifada, 14.07.2006Ilan Pappe ist Dozent an der Uni Haifa für politische Wissenschaften und Vorsitzender des Emil Touma-Institutes für palästinensische Studien in Haifa.

  14. „Ich weiß nicht, was ihr habt. Chefarztfrau schreibt, dass sich ihm langsam die Frage stellt, ob das Konzept der „Herrenrasse“ und der des „Volk Gottes“. Die Frage wird man ja wohl noch stellen dürfen.“ Klar. Ich hatte nicht ausdrücken wollen, dass man Antisemitismus mit Verboten beikommen sollte.

  15. Hm Massaker? Ich erinnere mal an Coventry, Rotterdam, Hamburg und Dresden. Diese Angriffe kann man Massaker nennen. Das war damals klarer Vorsatz, militärische Strategie. Und Israel braucht heute mit seinen High-Tech-Waffen und seiner kampferprobten Luftwaffe satte 14 Tage um 600 wehrlose Menschen zu töten? Eine Luftwaffe die in vergangenen Kriegen hunderte von Kampfjets vom Himmel holte, ohne auch nur einen eigenen zu verlieren? Aktuelle Videos belegen, dass die Hisbollah ihre Raketen versteckt hinter Wohnhäusern auf israelische Zivilisten abfeuert. Nähern sich Kampfjets, verschwinden die mobilen Katjuschas in Garagen in den Wohnblocks. Aber das nur am Rande.Israel bekam in der Gründungsnacht 1948 sofort mehrere Kriegerklärungen. Seitdem wehrt sich das Land und alle gucken weg. Der einzige Verbündete sind die USA. Zwischenzeitlich hat Israel mit Jordanien und Ägypten Friedensverträge unterzeichnet. Man mag sich nicht, aber es herrscht Frieden. In Ägypten ist es sogar so, dass es zumindest am Roten Meer keine Silvesterknallerei gibt, um keinen falschen Verdacht Israels auf sich zu lenken. Aber es funktioniert.Und nun das aller wichtigste in der derzeitigen Situation:Wie kam es zu diesen Friedenverträgen und warum ist das nicht auch mit den anderen Kriegsparteien möglich? Israel, Ägypten und Jordanien haben gezeigt, dass es offensichtlich geht. Warum nicht mit den anderen? Was wird dabei von wem falsch gemacht?

  16. @ BocheEigentlich mag ich auf Deinen letzten Kommentar gar nicht reagieren, er ist absurd. Da ich aber nicht davon ausgehen kann, dass jeder den gesamten Thread gelesen hat, muss ich darauf zumindest kurz eingehen. Nur soviel sei also gesagt: Es ist geschmacklos, unredlich und gefährlich, den Begriff „Antisemitismus“ völlig unreflektiert als Kampfmittel im öffentlichen Diskurs zu missbrauchen! Darüber hinaus emotionalisiert dieser Begriff jede ernsthafte Diskussion derart, dass es schwerfällt wieder zu Sachargumenten zurückzukehren. Damit genug zu dem Thema „Antisemitismus“ und zurück zur Sache.@FrankBleiben wir zunächst bei Begriffen. Du bemängelst die Verwendung des Wortes Massaker im Zusammenhang mit der Tötung von beinahe 60 Zivilpersonen in Kana. Etymologisch ist das Wort „Massaker“ dem französischen Verb massacrer (niedermetzeln) entlehnt, welches über Umwege vom lateinischen mateola (Werkzeug zum Einschlagen in die Erde, Schlegel) abstammt.Dazu Wikipedia: „Im internationalen Recht werden genauer definierte Begriffe wie Völkermord, Kriegsverbrechen oder Verbrechen gegen die Menschlichkeit verwendet, weil der Begriff Massaker unscharfe Nebenbedeutungen mit sich trägt und deshalb propagandistisch leichter missbraucht werden kann.“Ein Massaker ist die Ermordung von Menschen unter besonders grausamen Umständen. Darüber ab welcher Opferzahl der Begriff „Massaker“ verwendet werden darf, ließe sich sicher trefflich und völlig zweckfrei streiten, oder?Aber nun zu Deiner Frage nach den Ursachen des aktuellen Konfliktes. Aus meiner Sicht ist da zunächst das Palästinenserproblem zu nennen. Hier hat Israel tatsächlich Schuld, als Demokratie und militärisch/ökonomisch weit überlegen Macht muss es dieses Dilemma lösen können ohne ein ganzes Volk seiner Lebensgrundlagen zu berauben. Statt dessen gefährdet der Staat Israel seine moralische Integrität in den besetzten Gebieten durch „Gegenterror“ und bietet so seinen Gegnern in aller Welt die passenden Argumente für Hasstiraden a la Ahmadinedschad. Hier kommt dann auch der zweite Faktor ins Spiel, die Profiteure des Dauerkonfliktes. Das reale Unrecht, dass den Palästinensern über Jahrzehnte angetan wurde, dient aktuell den Schiitischen Islamisten als Legitimation für ihren Terror und der Iran will sich mit ihrer Hilfe als Regionalmacht profilieren. In der Vergangenheit waren es die Ostblockstaaten und davor Nassers arabische Nationallisten, die ihre „Süppchen“ auf Kosten der Israelis und Palästinenser kochten. Ebenfalls liegt auch dem, von Eisenhower erstmals so genannten „Militärischindustriellen-Komplex“ in den USA, nichts an der Beilegung des Konfliktes. Die UN-Vetomächte China und Russland tun ein Übriges, schadenfroh blockieren sie bestenfalls Sicherheitsratsbeschlüsse, schlimmstenfalls rüsten sie die islamischen Extremisten auf.Die einzigen dauerhaften Verlierer dieser Konfrontation sind Israeli und Palästinenser. Beide Parteien haben ihre jeweiligen Ziele mit Gewalt nicht erreichen können. Daraus müssen aber auch die Palästinenser lernen, Gahndi und Mandela haben sich erfolgreich und relativ gewaltfrei gegen Unterdrückung gewehrt. Der Weg war lang und schmerzhaft, aber immerhin erfolgreich, das kann man von den palästinensischen Bemühungen nicht sagen.

  17. Bemerkenswertes zum Thema „Krieg im Internet“:The Times July 28, 2006: Israel backed by army of cyber-soldiersHier sind die aber noch nicht aufgetaucht, ob das alles so stimmt?

  18. Ach, CAF… Wer Juden und Nazis gleichzusetzen versucht, kommt nicht um diesen Vorwurf herum.

  19. @ BocheDu kannst mich ja melden:>>>Zum Petz-Formular hier klicken <<< Was es mit diesem Link auf sich hat erfahrt Ihr hier: BLOG:WARS 2.0 – Wie der Nahostkonflikt im Cyberspace geführt wird:

  20. Drrr Jod wagt es, auch im Propaganda-Krieg nicht wehrlos die Waffen zu strecken sondern mit Argumenten gegenzuhalten? Forrrchtbarr!

  21. Schönes Gefühl zu wissen Jung und Merkel haben schon angeboten unsere Truppen zu schicken, lange bevor es klar war ob sie gebraucht werden oder nicht.

  22. Libanon ist ein Multikultureller , Multikultureller Staat wie die E.U.Das Lebensrecht der Libanese ist unsere Sache.www.europa-von-unten.net

  23. Chefarztfrauenfreund

    Nur mal so ein Gedanke am Rande, da diese Art Diskussionen ja leider so fruchtlos bleiben, was wohl der Komplexität und der sozialögeschichtlich bedingten leicht möglichen Affektivität geschuldet ist.Gesetzt den Fall, die Schmerzen sind so groß, dass die Motivation zu wirklichen Lösungen steigt, dann würde sich möglicherweise eine Meta-Strategie anbieten, wie sie aus den Konfliktlösunsstrategien kleinerer Menschengruppen (Paare, Familien, Banden) bekannt ist. Die Hauptprinzipen:1) Der Verzicht auf die Suche nach Ursachen. Diese Energie könnte besser in die Suche nach Lösungen investiert werden. Der Suche nach Ursachen liegt die (naive) Vorstellung zugrunde, dass man bei bekannter Ursache im Sinne einer logischen Ableitung zu passgenauen Lösungen kommen würde. Aber Politik =/= Physik. Hier ist ein völlig anderes Feld mit viel weicheren Kriterien undm massiv komplexerer Logik. Sie ist primär eben nicht linear-kausal sondern zirkulär und mit deutlichen Phänomenen aus der Chaos-Theorie gesegnet. Passenderes theoretisches Rüstzeug ist hier die Systemtheorie Niklas Luhmanns. Man müßte diese Konzepte noch auf Politik übertragen, was leider noch nicht geschehen ist.2) Man löse sich von den Inhalten und beachte die Form. Für die Frage des Ablaufs, der Unmenschlichkeit und des „Erfolgs“ (wie immer man diesen definiere) ist es völlig wurscht, was da gegen was verteigt wird. Ob heiliger Gral, die Demokratie, jedwedes religiöse Konzept oder trocken Brot: Alles eignet sich um daraus einen Grund fürs Totschlagen statt Reden zu machen. Sich auf Inhalte einzulassen bedeutet eben direkt sich mit Parteilichkeit auseinandersetzen zu müssen und permanent Gefahr zu laufen, einseitig zu sehen und also den Überblick zu velieren und linear-kausal zu denken.3) Militärische Gewalt ist ein Trivialisierungsversuch von Politik. Da Politik als Spezialgebiet soziologischer Phänomene so extrem verwickelt ist (die Sozialsysteme der menschen sind eben das Komplexeste, was diese Erde hervorgebracht hat) und wenn sich keine Lösungen zur einigermaßen Zufriedenheit der Beteiligten Akteure via friedlicher Methoden erreichen läßt, dann schlägt die Stunde der Vereinfachungen ganz im Sinne von „erst umbringen und dann verhandeln“. Und da sich diese Institution (Krieg) nun schon mehrere tausend Jahre als benutzbar erwiesen hat, muss wohl was dran sein. MaW. gibt es wohl zur letzen Alternative keine Alternative. Die Frage ist, wie Krieg gehandelt wird.4) In einer medialen Kultur wie unserer spielen Medien (= Kommunikation im Luhmannschen Sinne) eine zunehmend wichtige Rolle. Daraus ergibt sich die Praxis der Propaganda und die Beteiligung großer Teile der Welt an regionalen Phänomenen. Nach Systemtheoretischen Überlegungen wird damit (via Medien) die Wirklichkeit gemacht, die in den Köpfen steckt. Und dann handeln Menschen so, wie sie denken. Für Manche ergibt sich daraus ein Bilzeitungshandeln und für Manche ein Dicke-Bücher-Handeln und für noch andere, eher nicht literarisch-medial geprägte Zeitgenossen mit Verhaftung in anachronistischen Erzählkulturen ergibt sich so ein Handeln, das motiviert aus religiösen Gruppen ist.Und was lernt man daraus?Für mich ist am Eindrucksvollsten, wie schnell solche Diskussionen in ein „Meinen“ ausarten und so zum gehobenen Äquivalent von Stammtischweisheiten mutieren. Das liegt, wie ich ansatzweise versuchte zu zeigen, wohl in der Natur der Sache.Und ich selber „meine“, dass villeicht die Zeit der Lösungssuche nicht gekommen ist und stattdessen die Konfliktparteien analog zu einem seit vierzig Jahren sich das Leben zur Hölle machenden Ehepaar die brachialen Lösungsversuche in den letzten zwanzig Jahren eher zu halbherzig unternommen wurden, ansonste wäre der Konflikt längst erfolgreich trivialisiert wurden und das mit massiver Gewalt. Und das ist kein Verstoß, gegen die regel, keine Ursachen zu suchen, denn das ist eine Meta-Ebene, welche Komplexität eben soweit reduziert, dass die Logik darin grob linearisiert ist ;-)In letzter Konsequenz heißt dies, dass alle Parteien „ein bißchen Krieg“ spielen und es nicht drauf ankommen lassen. Und es stellt sich die Frage, ob eion Ende mit Schrecken nicht besser wäre als ein Schrecken ohne Ende. Bloß kann und will ich so eine Frage nicht für die beantworten, die davon betroffen sind und also eine Antwort finden müssen. Zur Zeit anscheinden ist der Sckrecken ohne Ende, also ein massiver Krieg der tatsächlich um Exeistenz oder Nichtexistenz geführt wird, für keine der Parteien besonder attraktiv, sonst würden sie anders handeln. Weder diverse arabische gruppierungen noch Staaten erklären Israel wirklich den Krieg (sie handeln anders als sie heiße Luft absondern) noch Israel droht ernsthaft mit massivem Krieg. Denn sonst sind diese relativ begrenzten Aktionen im Libanon und in der Westbank nicht zu verstehen. Sonst müßte Israel aufgrund der Waffenlieferungen des Iran via Syrien zumindest diese beiden Staaten so ernsthaft bedrohen und beeindrucken, dass diese sich überlegen müssen, ob ihr Spiel nicht zu teuer ist.Kurzum: Niemand traut sich Frieden zu schließen oder einen wirklichen Krieg vom Zaun zu brechen. Und ich habe keine Ahnung, ob der Status Quo oder eine der beiden Alternativen besser ist, denn es könnte ja sein, das selbst die Friedensinitiative keine tragfähige Lösung derzeit ist, da keine echte Bereitschaft dazu existiert.Und ich finde es geradezu beschämend arrogant, dass Zeitgenossen sich anmaßen, so ein komplexes Problem ganz im Sinne des eigentlich besseren Trainers beim Fußballspiel hinterm Fernsehen besser oder auch nur gut beurteilen zu können glauben – was manchmal leider auch auf mich zutrifft…

  24. @ Ich kicke das Doppelposting samt Entschuldigung gleich raus….Schnelle Lösungen:1 – Israel könnte die Lebensverhältnisse in den Palästinenser-Homelands soweit verschlechtern, dass die arabische Bevölkerung schließlich durch Auswanderung und Geburtenrückgang zu einer bedeutungslosen Minderheit schrumpft. Noch schneller könnten die Gebiete durch gewaltsame Vertreibung ethnisch gesäubert werden. 2 – Da den Palästinensern und ihren Verbündeten die notwendigen militärischen Kräfte zur Beseitigung Israels fehlen, bleibt ihnen nur die Ultima Ratio der Selbstmordattentäterei, die Zündung einer Atomwaffe. Ein wirkungsvoller Nuklearangriff auf Israel würde zwangsläufig das Streitobjekt incl. der Palästinensergebiete auf unabsehbare Zeit unbewohnbar machen, also eine Art erweiterter „Genosuizid“.So oder so, für Ruhe wäre dann gesorgt. Auf Friedhöfen ist es ja meistens recht friedlich…..wie der Name schon sagt!

  25. Chefarztfrauenfreund

    Prima Beispiele um die verwickeltheit und unlogik zu zeigen:Zu 1)Miese lebensbedingungen führen eben ledier nicht zu Geburtenrückgang sondern zum Gegenteil (deswegen versucht bdie Bundesregierung ganz konsequent den Lebensstandard der Bevölkerung zu senken ;-)Mit höchster Wahrscheinlichkeit würde das Gegenteil die gewünschte Wirkung bringen: Die Palastinensergebiete zum Gebiet mit dem höchsten Lebensstandard der Welt hinentwickeln und schon gibts eine Demografische Struktur, wo 70 Jungfrauen nicht reichen um aus einem der wenigen jungen Männer einen Selbstmordattentäter zu machen.Also ein christliches „liebet eure Feinde“ als Waffe gebrauchen ;-)Zu 2)Iran arbeitet ja dran, wenn man den Medien glauben darf. Aber auch hier wird sich zeigen, dass notfalls nicht der Zankapfel verschwindet, sondern dass die, die sich Mühe geben, die „Judenfrage zu lösen“ kurz vor Erfolg selbst pulverisiert werden, was aber wiederum nicht vollständig geschieht und somit der Welt lediglich das Problem über noch längere zeit erhält.Manchmal frage ich mich, was für Probleme die arabische Welt hätte, wenn sie die aktuellen nicht hätte. Und ich staune, dass zur Zeit der mittelalterlichen Hochkultur des Islam eher der Westen hohl drehte.Und was wäre mit Israels Fundis, ohne Konflikt mit den Arabern. Sie hätten wohl keine Bedeutung. In diesem Falle ist Religion der Faktor, der auf beiden Seiten am meisten zu verlieren hätte. Marx hat also rechter, als er damals dachte.

  26. —>Von chefarztfrau | 1. August 2006 | 16:35 <Tatsächlich hast Du auf alle Provokationen, wie gewünscht und erwartet, reagiert. Also zunächst Danke… /Zitatende-Es ist armselig so zu tun, als könnten Sie Ihre Leser gezielt manipulieren. [schon allein dafür, dass Sie dies eingestandener Maßen versuchen, sollte man sie aus dem `germanblogs´ schmeißen, da dies nicht Inhalt, Sinn und Zweck der Übung ist]——>Von Claudi | 1. August 2006 | 16:49<Hallo „Chefarztfrau“,Das jüdische Volk und die Ideologie der Nazis in einem Satz zu nennen bzw. zu vergleichen zeigt deutlich, daß Du nicht allzu viel verstehst von Politik.Deine Sprache auf Deiner Seite „Chefarztfrau“ in der Vergangenheit über behinderte Menschen hat allerdings eine Menge Ähnlichkeit mit dem Sprachgebrauch der Nazis.-Herr `Alexander Otto´ ist Gesellschaftsuntauglich in höchstem Grad.Es bleibt zu vermuten, dass seine selbst gewählte Namensgebung `Chafarztfrau´, Freud auf das herzlichste amüsiert hätte.——> Von chefarztfrau | 2. August 2006 | 11:28 <Es ist geschmacklos, unredlich und gefährlich, den Begriff „Antisemitismus“ völlig unreflektiert als Kampfmittel im öffentlichen Diskurs zu missbrauchen!-Nur einen Tag später, bei leicht geänderten Argumenten des Gegenübers dann folgender Beitrag:>Von Chefarztfrau | 3. August 2006 | 10:40 @ Ich kicke das Doppelposting samt Entschuldigung gleich raus….Schnelle Lösungen:1 – Israel könnte die Lebensverhältnisse in den Palästinenser-Homelands soweit verschlechtern, dass die arabische Bevölkerung schließlich durch Auswanderung und Geburtenrückgang zu einer bedeutungslosen Minderheit schrumpft. Noch schneller könnten die Gebiete durch gewaltsame Vertreibung ethnisch gesäubert werden.2 – Da den Palästinensern und ihren Verbündeten die notwendigen militärischen Kräfte zur Beseitigung Israels fehlen, bleibt ihnen nur die Ultima Ratio der Selbstmordattentäterei, die Zündung einer Atomwaffe. Ein wirkungsvoller Nuklearangriff auf Israel würde zwangsläufig das Streitobjekt incl. der Palästinensergebiete auf unabsehbare Zeit unbewohnbar machen, also eine Art erweiterter „Genosuizid“.So oder so, für Ruhe wäre dann gesorgt. Auf Friedhöfen ist es ja meistens recht friedlich…..wie der Name schon sagt!<Man fragt sich, wie lebt es sich mit zwei Zungen … und kann man damit drauf pfeifen …

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