Irving Penn: Ein großer Künstler des 20. Jahrhunderts

Irving Penn fotografierte in seinem Leben unzählige Stars wie Pablo Picasso, Sophia Loren, deren Schönheit ihn ungemein beeindruckte, Naomi Campbell oder Truman Capote. Seine einfachen, aber exklusiven und eleganten Modefotografien und Portrait, die es sich leisten konnten auf extravagante Accessoires zu verzichten, gehören heute zu den berühmtesten Fotografien der Welt und sind in verschiedenen Museen ausgestellt. Einzigartig aber auch seine Stillleben – mal Alltagsgegenstände, mal halbgerauchte Zigaretten -, die die Faszination und Ästhetik des Hässlichen wiedergeben, welche ihn oft bewegte.

Ungewöhnliche ethnologische Bilder

Charakteristisch für Penn sind seine ethnologischen Bilder, so verbrachte er z.B. viele Tage in Cuzco um die Quechua Indianer zu portraitieren, deren anderes Aussehen ihn begeisterte. Später errichtete er ein eigenes Atelier in Afrika, porträtierte Marokkaner, Kameruner und viele andere Völker auf einer Ebene, die fern des kolonialistischen Denkens war und ihnen Raum für ihre eigene Ausstrahlung ließ. Bilder dieser Art waren in den damaligen USA außergewöhnlich und sind signifikant für Penns fortschrittliches Denken, der seiner Zeit oft voraus war.

Irving Penn: Erkenntnisse in Mexiko

Geboren am 16. Juni 1917 in New Jersey zog seine Familie Anfang der 20er-Jahre nach Philadelphia. Dort begann er 1934 ein Studium der Malerei und des Designs an der Museum School of Industrial Art bei Alexey Brodovitch, welches er 1938 beendete. Er arbeitete zunächst für Harper's Bazaar, der 1937 seine erste Zeichnung ausstellte. 1941 und 1942 hatte er den Posten des Art Direktors im Nobelkaufhaus „Saks“ inne, den er schließlich kündigte, um für ein Jahr nach Mexiko zu gehen. Sein Aufenthalt im Land der Mayas und Azteken brachte ihm aber lediglich die Erkenntnis, niemals mehr als ein mittelmäßiger Maler werden zu können, weshalb er sich anderen Dingen zuwandte. Seine eindrucksvolle Karriere begann…

Innovationen in der Kunst

Irving Penn veränderte die Welt der Modefotografie. Berühmt wurde sein 1948 entstandenes Bild „Café in Lima“, das einen Wendepunkt in der Fotografie markiert. Waren die Bilder davor oftmals extravagant, künstlich und voll üppiger Arrangements, zeigt sich das hübsche Paar in dem Café ganz authentisch, nahezu gelangweilt; sie mit ihrer Perlenkette spielend und sich, undamenhaft, in den Stuhl fläzend. Es ist die bescheidene, zurückhaltende Darstellung, die die Betrachter berührt und ihm zu mehr als 160 Coverbildern der Vogue verhilft. Seine Reduktion des Bildes auf das Menschliche, unberührt von pompösen Hintergründen oder aufwendigen Studios, zeigt sich ebenso in der edlen Fotografie „Woman with Roses“, in der er seine spätere Ehefrau Lisa Fonssagrives festhielt. Das schwedische Mannequin und der Starfotograf blieben von 1950 bis zu ihrem Tode 1992 einander treu.

Bemerkenswert sind seine Bilder mit Stellwänden. Er zwängte berühmte Stars, wie Spencer Tracy oder Igor Strawinski, zwischen zwei Stellwänden und fing auf diesem Wege ihren Charakter ein; denn jeder bewältigte die Herausforderung mit den Stellwänden anders.

Am 7. Oktober 2009 starb Irving Penn in Manhattan.

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